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Nordfriesland Tageblatt

23. April 2014 | 20:55 Uhr

Südtondern - Das Leid mit den Leitpfosten

vom

Schäden durch Ernte- und Umleitungsverkehr

Südtondern | Die Leitpfosten haben gelitten. Auf der Krakebüller Straße bei Neukirchen ebenso wie auf der Umleitung zwischen Bosbüll und Niebüll sowie anderen Kreisstraßen in Südtondern. Ein Großteil steht schief, einige liegen ganz darnieder und zeugen davon, dass Erntezeit und Umleitungsverkehr ihren Tribut fordern.

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"Das fahren die um", erklärt Bürgermeister Ingo Böhm aus Bosbüll. Er führt den traurigen Anblick der umgeknickten und schiefen Leitpfosten auf die Umleitung zurück. Zurzeit weichen viele Autofahrer wegen der gesperrten Bundesstraße zwischen Niebüll und Klixbüll auf die schmale Kreisstraße über Bosbüll aus. "Die Lastwagen fahren einfach dagegen", meint der Bürgermeister mit Blick auf die meist prekäre Situation im Begegnungsverkehr. Nach seiner Einschätzung hat es auch wenig Zweck, die Leitpfosten zwischendurch wieder aufzurichten. Am nächsten Tag liegen sie sowieso wieder flach. Ingo Böhm: "Da müssen wir im Moment mit leben."

Auf der Krakebüller Straße zwischen Neukirchen und der Aventofter Straße bietet sich ein ähnliches Bild. Auf dieser Strecke ist allerdings kein Umleitungsverkehr zu bewältigen. In der Regel seien es Erntefahrzeuge, die den Leitpfosten-Knick verursachen, weiß der Leiter der Straßenmeisterei Leck, Gerhard Arfsten, aus Erfahrung. "Unsere Kreisstraßen sind alle verhältnismäßig schmal." Wenn es dann zu einer Begegnung von zwei großen Fahrzeugen kommt, bleibt nur das Ausweichmanöver auf die Bankette: "Bevor sie einen Unfall verursachen, nehmen sie lieber den Leitpfosten mit." Das geht dann ruckzuck: "Für die riesigen Traktoren stellen die Leitpfosten aus Kunststoff kein Hindernis dar", so der Leiter der Niederlassung Flensburg des Landesbetriebes für Straßenbau, Karl-Heinz Roos.

Das Problem sind die breiten Fahrzeuge und die schmalen Straßen, bestätigt der Vorsitzende des Kreisbauernverbandes Südtondern, Wolfgang Stapelfeldt. Im Begegnungsverkehr könne es leider auch mal vorkommen, dass das Erntefahrzeug auf die Bankette ausweicht und nicht mehr rechtzeitig vor dem Pfosten anhalten kann. Das sei immer noch besser als einen Unfall zu riskieren. "Wir versuchen, rücksichtsvoll zu fahren", betont Stapelfeldt, der in diesem Zusammenhang auch von guten Erfahrungen zu berichten weiß: Autofahrer, die ihrerseits Verständnis zeigen und für das entgegenkommende Gespann Platz machen. "Dafür sind wir sehr dankbar."

Dass es mit der Reparatur in diesen Tagen dauert, hat vor allem praktische Gründe. Normalerweise fährt ein Mitarbeiter der Straßenmeisterei Leck regelmäßig die Strecken ab und ersetzt die beschädigten Pfosten. Auf der Strecke zwischen Niebüll und Bosbüll wird zurzeit darauf verzichtet, um den Verkehrsfluss hier nicht unnötig zu behindern. Auch auf den übrigen Kreisstraßen bleibt es bei der Schieflage. Vorerst. Gerhard Arfsten: "Wir warten das Ende der Maisernte ab."

von Ute Weiß
erstellt am 01.Sep.2012 | 07:47 Uhr

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01. | Matthias Fichtner | 02.09.2012 | 12:48 Uhr
Schiefe Leitpfosten

Auf der Bosbüller Umleitungsstrecke ist das ganze Spektrum der "Autofahrerpsychologie" auf wenigen Kilometern perfekt zu studieren: Es gibt die vorausschauend, rücksichtsvollen Fahrer, die rechts blinken um den entgegenkommenden Bussen, Lkw`s oder Treckern zu signalisieren: "Mach Dir keinen Stress, ich mache Platz". Es gibt die ganz tollen Fahrer (und nicht wenige) die ohne Temporeduzierung über den Seitenstreifen brettern, eben weil sie ja so tolle Fahrer (oder besser gehirnlose Idioten) sind, und der Gegenverkehr ist begeistert über ihre Steinchen in der eigenen Frontscheibe. Dann gibt es noch die Nordic-Walker(innen) die auf angestammte Rechte bauen und nicht wirklich merken, dass es angenehmere Straßen für dieses Hobby gibt. Ich könnte diesen Blog noch vollschreiben aber es wird nichts nützen, die Raser, Rücksichtslosen, gehirnmässig Tiefergelegten werden nur langsam weniger, Baum für Baum.

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