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Nordfriesland Tageblatt

01. Oktober 2016 | 05:12 Uhr

Einbruchserie in Süderlügum : „Das Gefühl ist einfach fürchterlich“

vom
Aus der Redaktion des Nordfriesland Tageblatt

Dass die Zahl der Einbrüche landesweit gestiegen ist, beweist die Gemeinde Süderlügum.

Die Statistik der Polizei ist eindeutig: Die Zahl der Einbrüche ist in den letzten Monaten in Schleswig-Holstein drastisch angestiegen. Und dass auch Südtondern davon nicht verschont bleibt, zeigt allein schon Süderlügums erschreckende Einbruchsquote. Mehr als ein Dutzend Taten waren es im letzten Vierteljahr. Am vergangenen Sonnabend jedoch wurden innerhalb weniger Stunden erstmals gleich drei Beutezüge registriert, die die Polizei nun aufzuklären versucht.

Zu den Opfern gehört die Familie Andresen im Süderengweg. Zwischen 17.30 Uhr und 20 Uhr wurde dort die Scheibe der Hintertür mit einem Pflasterstein eingeschlagen. Der oder die Täter drangen dann in das Wohnhaus ein. Sie durchwühlten Schränke in den Zimmern und brachen einen Metallbesteck-Koffer auf. Als Beute entwendeten sie zwei Herrenarmbanduhren, eine silberne Kette sowie ein teure Parfüm-Flasche. „Das Gefühl nach dem Einbruch ist einfach fürchterlich“, sagt die Hausherrin Karin Andresen. Bei einem Nachbarn in der gleichen Straße wurde am frühen Abend des selben Tages an das Fenster geklopft. Als die Bewohner das Licht anschalteten und fragten „Wer ist da?“, meldete sich jedoch niemand. Das gleiche wiederholte sich noch einmal im selben Haus gegen 22 Uhr. Eingebrochen wurde aber nicht, den die Bewohner waren auch dann daheim.

Ebenfalls die Familie Gronau in der Straße Haberland wurde Opfer eines Einbruchs nach dem gleichen Schema. Denn auch dort schlugen die Täter eine Scheibe ein und gelangten ins Wohnhaus, geschehen in der Zeit zwischen 15.45 Uhr und 21.45 Uhr – als niemand zu Hause war. Erneut wurden in den Räumen mehrere Schränke durchwühlt und die Schiebetür vom Schlafzimmerschrank aus den Schienen gewuchtet. Die Beute: Ebenfalls nur Schmuck und Bargeld, keine Elektrogeräte. Wie die Familie Gronau berichtete, sind alle vier Personen aus dem Haushalt im Schichtdienst tätig, sodass fast ständig immer einer zu Hause ist. Aber ausgerechnet an diesem Tag war über die genannte Zeit niemand da. Sie hatten im Nachhinein an ihrer Hauswand auch Kreidezeichen entdeckt, ebenso beim Nachbarhaus. „Kurz vor Weihnachten war auch ein fremder Mann auf unserem Hof – auch bei unserer Nachbarin“, erinnert sich Beate Gronau, die sich dabei aber noch nichts gedacht hatte.

Alles keine Einzelfälle: In einem weiteren Wohnhaus in der Straße ist in den vergangenen drei Wochen sogar zwei Mal eingebrochen worden. Bei Birte Jebsen vom „Blumenkorb“ und den Eheleuten Paulsen von „Elektro-Paulsen“ in der Süderstraße wurde Anfang Januar versucht, die Ladentüren aufzuhebeln. Aber Jörg Paulsen saß noch in seinem Büro und bemerkte Geräusche. Er eilte sofort in den Laden und sah noch draußen eine Person mit Lampe weglaufen. In beiden Läden blieb es bei Einbruchversuchen, denn die Türen konnten nicht geöffnet werden, sondern wurden lediglich beschädigt. Mehr Erfolg hatte die Einbrecher in der gleichen Nacht bei einem Imbiss in der Hauptstraße, wo einige Gerätte entwendet wurden.

Süderlügums Bürgermeister Christian Magnus Petersen zeigt sich auch etwas irritiert von den Einbrüchen, da der angerichtete Schaden oftmals größer sei als der erbeutete Wert. „Von einer Unruhe in unserer Bevölkerung kann ich aber noch nichts merken“, so der Bürgermeister.

Ob die jüngsten Einbrüche vom vergangenen Sonnabend einer professionellen Bande oder etwa einem Täter aus der Region zuzuschreiben sind, will die Pressesprecherin der Polizeidirektion Flensburg, Franziska Jurga, aufgrund der laufenden Ermittlung nicht preisgeben. Typisches Vorgehen von Banden aus dem Balkan sei es jedoch eher, sich durchs Aufhebeln von Terrassentüren oder Fenstern Zugang zu den Räumen zu verschaffen – das Einschlagen von Scheiben sei ungewöhnlich. Die Markierung lohnender Beute durch Kreidezeichen wiederum bei professionellen Banden üblich. „Ob Bande oder Einzeltäter, die Vorgehensweise ist aber meist dieselbe: Die Einbrecher gucken, ob die Objekte dunkel sind. Und wenn sie sehen, dass niemand zu Hause ist, rücken sie an.“

Die Pressesprecherin rät zu technischen Sicherheitsmaßnahmen und zu Tricks. „Lassen Sie das Radio oder den Fernseher an, wenn Sie aus dem Haus gehen und täuschen Sie damit eine Anwesenheit vor.“ Auch sollte jeder Bürger achtsam sein. Franziska Jurga: „Wenn irgendetwas im eigenen Haus oder beim Nachbarn verdächtig vorkommt, dann bitte unbedingt die 110 anrufen.“

 

Einbruchserie: Zeugen gesucht  

Die Kriminalpolizei Niebüll hat inzwischen die Ermittlungen aufgenommen und bittet die Bevölkerung um Mithilfe. Die Beamten fragen: 

Wer hat verdächtige Personen in den betroffenen Bereichen gesehen und kann diese beschreiben?

Befand sich am Sonnabend ein verdächtiges Fahrzeug vor Ort, das beschrieben werden kann?

Zeugen und Hinweisgeber werden gebeten, sich bei der Polizei unter Telefon 04661/40110 zu melden.

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erstellt am 01.Feb.2016 | 11:15 Uhr

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