zur Navigation springen

Nordfriesland Tageblatt

30. Juni 2016 | 12:31 Uhr

Neujahrsempfang in Leck : Dank für positives Miteinander

vom
Aus der Redaktion des Nordfriesland Tageblatt

Gastgeber sehen die Gemeinde gut gerüstet für die Zukunft. Monika Hahn-Naninga erhält Bürgerpreis.

Zu Sekt und Selters, Kaffee, Kuchen und ganz viel Kommunikation hatten die politische und kirchliche Gemeinde, die Bundeswehr und der Handels- und Gewerbeverein eingeladen. Rund 200 Bürger unterhielten sich im Rathaus bestens und zauberten zufriedene Mienen auf die Gesichter des Gastgeber-Quartetts.

Schon beim Festgottesdienst zeigte sich das Kirchenschiff von St. Willehad gut gefüllt. Die Predigt von Pastor Janke rankte sich um das positive Miteinander verschiedener Menschen im Ort. Dieses Thema in Verbindung mit den Flüchtlingen griff er auch im Rathaus auf: „Wichtig sind die Menschen und ihre Begegnungen. Das wird hier im Ort überall praktiziert. Deshalb bin ich froh und stolz, ein Lecker zu sein“. Mit großer Gelassenheit und Nüchternheit, mit Vertrauen und Zutrauen solle man die Aufgaben der Zukunft anpacken.

Als Hausherr hatte Rüdiger Skule Langbehn die Gäste aus allen Bereichen des öffentlichen Lebens wie auch die zahlreichen Bürger ohne Funktionen begrüßt. Der Bürgermeister erinnerte an Meilensteine, die im vorigen Jahr vorangetrieben worden waren, schaute aber auch in die Zukunft. Beispielsweise werden 170  000 Euro für die Umstellung der Straßenbeleuchtung auf LED ausgegeben und etwa eine Millionen Euro in die Sanierung des Abwasserkanalnetzes gesteckt.

Was sich der Handels- und Gewerbeverein wünscht, listete Vorsitzender Sven Lück auf: Eine funktionierende Infrastruktur mit ausgebauten Straßen, eine funktionierende Gesundheitsversorgung, ordentliche Telefon- und Datenanbindung, ausreichend Parkplätze und neue Gewerbeflächen. Was er zu den vielen Flüchtlinge sagen wird, wenn sie kommen? „Ich bin Nordfriese. Ich sage Moin!“ Stellung nahm Sven Lück einmal mehr zur Krankenhausproblematik: „Wir fordern den Verzicht auf buchhalterische Taschenspieler-Tricks und stattdessen die kaufmännisch korrekte Zuordnung von Kosten und Erträgen nach Abteilung und Standort innerhalb des Klinikums Nordfriesland mit dem Ziel, die wahren Verlustbringer zu identifizieren.“

Als letzter Grußredner im Bunde sprach Fregattenkapitän Dr. Kassian Meesenburg, Kommandeur des Bataillons Elektronische Kampfführung 911, von einem Jahr, das geprägt war mit Einsätzen im Kosovo, in Afghanistan und Afrika. Das Wichtigste für die Soldaten sei bei allem die Heimat, ein Standort, wo man zuhause und willkommen ist. Das sei im Standortbereich Leck gegeben: „Wir sind gern hier!“ Besondere Freude war es ihm mitzuteilen, dass die Ausbildungswerkstatt dank gemeinsamer Anstrengung von Bundeswehr, Schule, Politik, Handwerk und Gewerbe erhalten bleibt. Formal wurde diese Werkstatt am 1. Januar 2015 von der Flugabwehrraketengruppe 26 in Husum dem Bataillon übertragen, offiziell überreichte Major Sven Evers im Beisein von Werkstattleiter Michael Schöllermann die Urkunde an Kompaniechef Kapitänleutnant Tim Keßler.

Für die musikalische Umrahmung sorgte die A-Cappella-Gruppe „MannOMann“. Die sieben Männer aus der Region begeisterten mit ihrem Können bei ihrem ersten Auftritt in der Öffentlichkeit.

Bürgerpreis

„Ich glaub‘ das nicht. Ich könnte heulen“, sagte Monika Hahn-Naninga und wischte sich die eine oder andere Träne weg. Total überrascht nahm sie auf dem Neujahrsempfang den Bürgerpreis 2015 entgegen. Mit dieser Auszeichnung wurde ihr soziales Engagement besonders im Rahmen der Aufnahmen von Asylsuchenden im Raum Leck gewürdigt. Es sei wieder eine Reihe von Vorschlägen eingegangen, sagte Bürgervorsteher Andreas Deidert. Viele hätten eine Auszeichnung verdient, weil sie sich an ganz vielen Stellen für den Ort eingesetzt haben. Er listete Beispiele auf und kam zum Punkt: „Dank gilt auch den ehrenamtlichen Patinnen und Paten, die ihr Möglichstes tun, damit die zur Zeit schwächsten Mitglieder in unserer Gesellschaft – die Menschen, die vor Krieg, Zerstörung, Hass und Tod aus ihrer Heimat zu uns geflohen sind – bei uns eine vernünftige Aufnahme finden“. Stellvertretend für alle Paten erhielt Monika Hahn-Nanninga den Bürgerpreis. „Sie haben sich von Anfang an auf die Fahne geschrieben, unseren Flüchtlingen im Ort und auch darüber hinaus zu helfen“, sagte Deidert. Täglich bemühe sie sich um neue Paten und unterstütze die „Mittler zwischen Verwaltung und Menschen“, wo immer es geht.

Große Worte fehlten Monika Hahn-Naninga, sie war zu bewegt. „Warum funktioniert das in Leck so gut?“, hinterfragte sie und gab selbst die Antwort: „Weil alle mithelfen, alle gehen in eine Richtung.“ jok

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen