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Nordfriesland Tageblatt

30. Juni 2016 | 05:16 Uhr

Proteste in Niebülll : Bürgerinitiative kämpft um Klinik-Erhalt

vom
Aus der Redaktion des Nordfriesland Tageblatt

In den kommenden Wochen plant die Bürgerinitiative Podiumsdiskussionen, Demos und Infoveranstaltungen.

Die Bürgerinitiative zum Erhalt des Kreiskrankenhauses macht weiter von sich reden. Erst kürzlich gab es im Rahmen der Protestaktionen die Aufstellung eines großen Transparents. Nun werden Demonstrationen, Infoveranstaltungen und eine Podiumsdiskussion vorbereitet. Höhepunkt der Aktivitäten ist Anfang März die Expertenrunde in der Stadthalle. Moderiert wird der Abend von Carsten Kock. Prominente Nordfriesen werden bei der Debatte der Fachleute aus Verwaltung, Gemeinden, Ärzteschaft und Gesundheitsorganisationen dabei sein. Eine Politikgröße hat jedoch bereits abgesagt. Die Sozialministerin fühlt sich laut Aussage der Bürgerinitiative „nicht zuständig“. Mit der Begründung, die Krankenkassen würden im Gegensatz zum Land ihren Part nicht erfüllen, sagte Kristin Alheit ab, erklärten die Vertreter der Bürgerinitiative. Doch auch die Vertreter der Krankenkassen zieren sich derzeit noch.

Immerhin will Landrat Dieter Harrsen dabei sein. Bis zum Termin will die Bürgerinitiative das vom Kreis in Auftrag gegebene Gutachten, das Ende Februar fertig sein soll, auseinandergepflückt haben. „Wir haben Fachleute, die es analysieren werden“, so Thomas Uerschels. Er rechnet bereits jetzt damit, dass die Entscheidung pro oder contra Niebüll am 23. März im Kreistag nicht endgültig sein wird. „So etwas kann man nicht schnell entscheiden.“ Er rechnet (wie seine Mitstreiter Siggi Schmanteck, Norbert Golomb, Jens-Momme Hansen und Jonas Winkler) damit, dass ein Zeitfenster von einem Vierteljahr geöffnet wird. Die Stimmung bleibt verhalten optimistisch. Hart in der Sache, verbindlich in der Aussage, faktenstark und ausgerüstet mit guten Argumenten – so präsentieren sich die Nordfriesen.

Wie auch immer das Gutachten der Flensburger Experten ausgeht: Die Protestaktionen gehen Anfang März in die heiße Phase. Nach der Podiumsdiskussion wird auf Niebülls Straßen demonstriert. Nicht zum ersten Mal, aber mit weitaus größerer Beteiligung als bei den Mahnwachen. „Bei den Mahnwachen denken wir vor allem an die Mitarbeiter“, so die Aktiven, die bei Wind und Wetter vor Ort waren. „Denn langsam geht die Angst um“, erklärt Siggi Schmanteck. Die Angst um Arbeitsplätze, denn niemand mag den Versprechungen der Politiker Glauben schenken. „Es gab mal einen Mann, der sagte, die Rente sei sicher“, meint Thomas Uerschels lächelnd. Heinz Maurus trifft am Donnerstag auf die Vertreter der Bürgerinitiative. Der Kreispräsident hatte auf dem Neujahrsempfang der Stadt verkündet, dass Niebüll so gut wie gesichert sei.

Weiter geht es für die Allgemeinheit mit einer Infoveranstaltung in Leck, DRK-Haus, Bahnhofstraße 28, 20 Uhr. Die Dagebüll-Fahretofter werden am 9. Februar im Gemeindehaus Fahretoft ab 20 Uhr informiert; die Bosbüller dürfen sich am 11. Februar, gegen 21 Uhr, im Gemeindehaus, Hauptstraße 14, auf Besuch freuen.

„Wir wollen die Besucher auf den aktuellen Stand bringen“, so Norbert Golomb. Jens-Momme Hansen erzählte abschließend, welche Wirkung die aufgestellten roten X-Kreuze haben. Sie stehen zu Hunderten an den Straßen und vor den Häusern. „Wir hätten sicher noch weitermachen können“, so Hansen, aber wir empfehlen Interessierten, einfach selbst ein Kreuz zu basteln. Norbert Golomb ermuntert die Bürger, kreativ zu werden. „Wir haben schon einen Song zugeschickt bekommen“, freut er sich. Alle, die sich einbringen wollen, können dies via facebook oder über die Internetseite www.klinik-in-not.de tun.

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erstellt am 02.Feb.2016 | 12:19 Uhr

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