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Nordfriesland Tageblatt

03. Dezember 2016 | 03:31 Uhr

Schüler-Initiative : Begegnung der Kulturen als Ereignis

vom
Aus der Redaktion des Nordfriesland Tageblatt

„Grenzenlos-Kultur-Leben“: Benefizveranstaltung zugunsten der Flüchtlingshilfe lockt 400 Besucher in die Mensa der Friedrich-Paulsen-Schule

Der Flüchtlingsstrom aus dem Nahen Osten und Nordafrika ist zwar schwächer geworden. Doch seine Auswirkungen sind immer noch spürbar. In der Stadt begegnet man Menschen, die einem zunächst fremd sind, jedoch nach und nach vertrauter werden. Unter dem Motto „Nicht reden, sondern machen“ haben sich Schüler der Friedrich-Paulsen-Schule (FPS) überlegt, wie man ihnen näher kommt.

Ein erster größerer Versuch in dieser Richtung war eine Benefizveranstaltung am Sonnabend in der Mensa zugunsten der Flüchtlingshilfe in der Region. Dieser Aufgabe widmet sich die Arbeiterwohlfahrt. Ihr soll der Erlös der Veranstaltung zugute kommen, dessen Höhe noch genau ermittelt wird. Doch schon vorab freut sich Awo-Regionalkoordinator Jochem Baas über die Geste der Niebüller Gymnasiasten, die mit ihrer Idee 400 Besucher in die Mensa lockten.

Die Schülervertretung (SV) der FPS, an ihrer Spitze das Trio Juliane Nissen, Jannik Kabelström und Momme Ritthoff, organisierte unter dem Motto „Grenzenlos-Kultur-Leben (GKL)“ ein öffentliches Ereignis der Begegnung, zu dem Nordfriesen, Neubürger und Flüchtlinge eingeladen waren. GKL? Darunter ist ein Zusammenschluss von Schülern aus Nordfriesland zu verstehen, die sich ehrenamtlich für die Flüchtlinge einsetzen. Den Anstoß für den Benefizabend lieferte die Unterstufe der FPS mit den fünften und sechsten Klassen, aus der angesichts des großen Flüchtlingszustroms unüberhörbar der Ruf kam, „was zu machen.“

Eins sei zum anderen gekommen, erinnerte sich Momme Ritthoff. „Wir haben den Ruf unserer Mitschüler aufgenommen.“ Kontakte zu jungen Asylsuchenden hätten bereit in der Jugendherberge bestanden. Danach sei die Idee zu dem Benefizabend entstanden. Unterstützung fand die SV bei der Stadt, dem Amt, Stadtmarketing und „Think Big“, einer bundesweiten Organisation, die derlei Projekte unterstützt. Unterstützung gab es auch durch die Schulleitung. Oberstudiendirektor Eckhard Kruse lobte seine Schüler mit dem Mittel „vergleichender Grammatik“: Wenn einer was will, ist das schon mal positiv. Noch besser ist es, wenn er auch schon einen Plan hat. Ein Superlativ und nicht mehr zu toppen ist, wenn er nicht nur einen Plan hat, sondern auch etwas macht.

Amtsvorsteher Peter Ewaldsen äußerte sich erfreut über Jugendliche, die in Not geratenen Menschen helfen wollen. „Ihr macht etwas, wogegen viele Erwachsene Vorbehalte haben.“ Ewaldsen weiter: „Wenn ihr sie gut behandelt, werden sie einmal unsere besten Mitbürger.“ Den Dank der Stadt Niebüll an das Veranstaltertrio übermittelte ihr stellvertretender Bürgermeister Bernd Neumann. „Sie haben das Projekt GKL ins Leben gerufen und Zeichen gesetzt, um den Flüchtlingen, die auf Hilfen und Unterstützung angewiesen sind, beizustehen.“ Gewinner dieser Veranstaltung sei die Flüchtlingshilfe vor Ort. In seinen Dank bezog Neumann die Sponsoren ein. Die Stadt sei stolz auf die Initiative aus der Schülervertretung der FPS.

Spaß hatten dann auch alle, die an diesem Abend dabei waren. In der Mensa und auf der Open-Air-Bühne nebenan liefen etliche Acts zum Staunen, Zuhören, Mitmachen und Tanzen. Es gab Leckeres aus internationaler Küche, akustische Kostproben von Singern/Songwritern, afrikanisch-friesisches Trommelgewitter und jede Menge Gelegenheiten, mit anderen ins Gespräch zu kommen.

Feiern für einen guten Zweck? Dieser Wunsch der Veranstalter ging vollauf in Erfüllung – drinnen in der Mensa ebenfalls, wo es von zwei Bands gehörig was auf die Ohren gab. „The Right Season“ machte den Anfang, später gefolgt von „Pecco Billo“: die eine ein Rock-Trio aus Niebüll , die andere ein hanseatisches Sextett, das intelligente Texte drauf hat, einen Drummer, der rappen kann, und überall da funktioniert, wo man sich diesseits der Rampe rhythmisch ein wenig ausleben möchte.

Das SV-Team der FPS schaffte es, an diesem denkwürdigen Abend Menschen zusammen zu bringen, die zwar unterschiedlichen Kulturen angehören, doch für ein paar Stunden eine große Familie bildeten, in der man einander – wenngleich in klitzekleinen Schritten – näher kam.

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erstellt am 20.Jun.2016 | 06:00 Uhr

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