zur Navigation springen

Nordfriesland Tageblatt

29. Juni 2016 | 16:39 Uhr

Sauberes Südtondern : Bedauern über weniger Helfer

vom
Aus der Redaktion des Nordfriesland Tageblatt

Nur 30 Personen machten in Niebüll beim Frühjahrsputz mit, in Leck kamen vier Kleintransporter Unrat zusammen, in Klanxbüll rund 40 Müllsäcke

Die gute Nachricht vom Niebüller Frühlingsputz: Die Stadt ist im Großen und Ganzen sauber. Die weniger gute: In der 10  000-Einwohner-Stadt waren gerade mal 30 Bürger bereit, sich am Frühjahrsputz zu beteiligen. Es mögen außerhalb des offiziellen Müllsammelns einige Sammler, wie Schüler der FPS, aktiv gewesen sein und Sammlergruppen in Langtoft und Deezbüll noch folgen. Doch insgesamt waren Bürgermeister Wilfried Bockholt und Holger Heinke, Vorsitzender des Verschönerungsvereins, mit der Beteiligung der Niebüller nicht zufrieden. „Von 150 Sammlern – wie noch vor einigen Jahren – können wir nur träumen“, sagte Kurt-Heinz Jappsen, der mit dem Bürgermeister im Westersteig, in der Marktstraße und im Stadtpark sammelte.

Die beiden berichteten auch dies: Hundehalter hatten die Tretminen ihrer Vierbeiner zwar gesammelt, die Plastiktüten mit dem Kot jedoch ins Gebüsch geworfen statt in einen der Sammelbehälter. Bürgermeister Bockholt dankte den Müllsammlern im Namen der Stadt. Warum nur wenige kamen, bleibt Holger Heinke ein Rätsel. Ein Trost ist aber, dass sich Niebüll den Müllsammlern als saubere Stadt präsentierte. Jugendfeuerwehr, THW-Junioren und die Mürwiker stellten Sammlergruppen. Zu denen gehörten Familien mit und ohne Kinderwagen. Jüngste Niebüllerin unter den Sammlern war die die kleine Hannah (3). Sie fand eine Zahnbürste und eine Weinflasche. Den Sammlern war der städtische Bauhof behilflich. Stadtgärtner Jochen Johannsen hatte die Stadt in Bezirke aufgeteilt. Unter dem gesammelten Müll befand sich dieses Mal nichts Besonderes.

Auch in Leck hieß es: Handschuhe übergestülpt, Müllsack umklammern und den Blick nach unten richten: Mehr als 150 Mitglieder aus Vereinen und Institutionen, dazu ungezählte Einzelpersonen und viele, die ihr Tun nicht an die große Glocke hingen, bückten sich am Sonnabend nach all dem, was andere Mitmenschen achtlos weggeworfen hatten. Vier Kleintransporter waren nötig, um den aufgesammelten Dreck wegzufahren.

Seit Anfang an, also zum 23. Mal, beteiligte sich die Gemeinde Leck an der Aktion „Sauberes Schleswig-Holstein“. Allerdings engagierten sich nicht so viele „Müll-Agenten“ wie in den Vorjahren. Die Zahlen sprechen trotzdem für sich und gelebten Umweltschutz im Ort: Einen Tag zuvor säuberten 560 Gemeinschaftsschüler weitläufig das Sport- und Schulzentrum, übermorgen werden gut 120 Mädchen und Jungen der Dänischen Schule die Bahngleise und Straßen in der Nähe inspizieren. „Wir wollen das Alltagsbewusstsein der Kinder und Jugendlichen schärfen“, begründete beispielsweise Rektor Holger Karde von der Gemeinschaftsschule die Teilnahme an der Aktion.

„Ich freue mich über das Engagement der Bürger, die auf die Straßen gehen, um den Müll aufzuheben“, sagte Bürgervorsteher Andreas Deidert. Selbstverständlich hatte auch er sich der Jagd nach Unrat angeschlossen. Das gleiche galt für rund 20 Flüchtlinge um Monika Hahn-Naninga. Die Neubürger zeigten sich begeistert über die Organisation und den Gemeinsinn der Deutschen, über ihre Ordnung und Sauberkeit.

Pfadfinder, junge Leute aus den Nachwuchswehren Leck und Oster-Schnatebüll/Klintum, Rotkreuzler, Soldaten, Besucher des Hauses der Jugend und viele mehr sorgten für volle blaue Müllsäcke.

Was gefunden wurde? Ein Plastik-Schneemann, vier Gartenstühlen und Autoreifen. Papier und Plastik, Unmengen von Glasflaschen, insbesondere Flachmänner. Außerdem noch unzählige Müllbeutel mit Hundekot, zwei Unterhosen und eine Spritze standen auf der Fundliste. Nach dem Großreinemachen fing die Arbeit für Michael Austrup und Bernd Brodersen erst an. Die Mitarbeiter des Bauhofes fuhren die Sammelstellen an und hievten auf die Ladefläche, was nicht in die Natur gehört. „Es war nicht ganz so viel Müll wie in den Vorjahren“, meinte Michael Austrup.

In Klanxbüll trafen sich am Wochenende fast 50 Personen aller Altersgruppen am neuen Gemeindehaus, um in den Straßen des Dorfes auszuschwärmen. Da waren ganze Familien, Oma und Opa mit Enkel und auch einige Neubürger dabei.

Überwiegend in gelben Warnwesten mit Müllsäcken und teilweise mit speziellen Müllzangen oder Forken ausgerüstet, sammelten sie auf den Banketten und in den Gräben, was da nicht hingehört.

Es kam allerhand Unrat zusammen. Am Ende standen fast 40 Müllsäcke vor dem Gemeindehaus standen. Neben dem üblichen Müll, wie Dosen, Flaschen, Papier und Zigarettenschachteln wurden auch zahlreiche Klamotten und sogar ein Brautschleier gefunden. Eine Isomatte mit einer vollen Dose Bier daneben zeugte von einem verlassener Lagerplatz.

Als Problem-Bereich hinsichtlich wild weggeworfenem Müll bezeichnete Silvia Petersen, Leiterin der Aktion, das Bahnhofsgelände. Bürgermeister Friedhelm Bahnsen, der natürlich auch mitgesammelt hatte, und Silvia Petersen sprachen am Ende von einer „rundum gelungenen Aktion“.

zur Startseite

von
erstellt am 21.Mär.2016 | 08:45 Uhr

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Themen zu diesem Artikel:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen