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Nordfriesland Tageblatt

28. Februar 2017 | 15:42 Uhr

Banken mahnen Langzeitparker ab

vom
Aus der Redaktion des Nordfriesland Tageblatt

Die Verwirrung um die Parkplatzsituation in Niebüll bleibt: Gibt es genügend Stehplätze oder nicht? VR Bank und Nospa verteilen Hinweiszettel

Holger Jessen ist immer noch ein wenig enttäuscht: Seine Idee, hinter dem ZOB 40 Stellplätze für Kurzzeitparker einzurichten, um die Parksituation zu entspannen, wurde von der CDU und vom SSW in der Stadtvertretung im Februar abgeschmettert (wir berichteten). Der SPD-Mann und Bauausschussvorsitzende wundert sich im Nachhinein nicht nur über die Politiker, sondern vor allem über die fehlende Unterstützung seines Unterfangens. „Ich habe Anregungen aus der Geschäftswelt aufgenommen und in einem konkreten Antrag formuliert“, so Holger Jessen, der auch Geschäftsführer des Handels- und Gewerbevereins ist. „Es handelt sich dabei um ein seit Jahren diskutiertes Anliegen des HGV.“ Diese Vorschläge sahen vor, die derzeit von Langzeitparkern genutzte Fläche umzuwidmen, als Kurzzeitzone für zwei Stunden auszuweisen. Begründung: Die Kundenfreundlichkeit beim Einkauf in der Stadt soll damit erhöht werden. Für Langzeitparker – es sind überwiegend Angestellte und Schüler aus dem Umland – wäre auf der Restfläche noch genügend Platz geblieben. Letztlich eine kostengünstige Maßnahme, die nach Jessens Ansicht das Image Niebülls positiv beeinflusst hätte.

Offensichtlich wurde der Vorschlag, der nach Jessen Bekunden zunächst auf Zustimmung traf, noch einmal neu in der Stadt diskutiert. Zum einen protestierten die Mitarbeiter aus den Betrieben gegen die Verlagerung. Kurze Wege – auch wenn es sich um maximal 50 Meter mehr handelt – sind beim Gang zur Arbeit gewünscht. Zum anderen bestand, laut Nachfrage bei einzelnen Betroffenen, dann doch kein Bedarf mehr. Dem widerspricht aber Renate Hartwig (Kaufhaus Knudtsen): „Wir brauchen mehr Kurzzeitparkplätze, ich finde die Idee weiterhin gut.“

Bernd Neumann (CDU) hatte während der damaligen Stadtvertretersitzung auf mangelndes Interesse auf Seiten der Kaufmannschaft sowie auf genügend andere Parkplätze in der Stadt verwiesen.

In dieser intensiven Debatte kamen auch die Parkplätze der Banken ins Spiel. Sowohl VR Bank als auch Nospa zeigten sich seinerzeit von der kundenfreundlichen Seite, äußerten unisono, dass „jeder beim Einkauf in Niebüll“ auf den bankeigenen Parkplätzen stehen dürfe. Abgemahnt werde niemand. Tatsächlich sieht es aber so aus, dass durchaus Hinweiszettel hinter die Scheibenwischer geklemmt werden – zumeist bei Dauerparkern, die den Hausmeistern auffallen. „Wir achten darauf, dass der Parkplatz tatsächlich primär unseren Kunden zu Verfügung steht“, sagt dazu nun Jasmin van Gysel (VR Bank). „Kurzzeitparker sind natürlich weiterhin willkommen. Diese können und wollen wir auch gar nicht kontrollieren. Doch Langzeitparker blockieren die Parkfläche.“ Die Nospa sieht es genauso. „Kurzparker sind neben den Kunden immer willkommen.“ Wer über Stunden hinweg steht – beispielsweise als Sylturlauber oder Pendler – dürfe einen schriftlichen Hinweis erwarten.

Diejenigen, die den Kundenparkplatz gern nutzen, arbeiten zumeist in der direkten Umgebung. „Den Zettel werfe ich einfach weg“, so ein ungerührter „Parksünder“, der ungenannt bleiben möchte und regelmäßig bei der VR Bank parkt. „Ich bin mir keiner Schuld bewusst, da es immer noch freie Stellplätze gibt.“ Die unterschiedliche Sichtweise der Dinge soll nun noch einmal im Bauausschuss diskutiert werden. Einen Termin gibt es noch nicht. Bürgermeister Wilfried Bockholt, der vorgeschlagen hatte, die aktuellen Kurzzeitparkplätze – es sind derzeit circa 16 – vor dem Feuerwehrhaus um vier zu erweitern – wies darauf hin, dass die zu erwartende Baumaßnahme an der Turnhalle zu berücksichtigen sei. „Dann verringert sich die Zahl der Parkplätze auf dem Marktplatz noch einmal erheblich.“ Holger Jessen wird dies kaum trösten. „Da ist noch nichts entschieden. Bis das soweit ist, kann es 2018 werden.“

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erstellt am 26.Apr.2016 | 10:23 Uhr

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