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Nordfriesland Tageblatt

04. Dezember 2016 | 15:20 Uhr

Ausverkauftes Haus zum Frasche Een

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Das Stück „Eine Ziege ist auch nur ein Mensch“ und die Aufführungen der Drittklässler der Nis-Albrecht-Johannsen-Schule begeisterten

Wenn der Ostermooringer Friesenverein zum „Frasche Een“ ruft, ist ihm ein ausverkauftes Haus sicher. Und nicht nur das: Es wird auch viel gelacht. Friesenabende sind wie Sonnenstrahlen, die in den Alltag hineinleuchten. Besonders willkommen sind sie an der Schwelle zur dunklen Jahreszeit. Folgerichtig findet dieser Abend auch immer am ersten Freitag im November statt.

Einen deutlichen Aufschwung erlebte er ab 1992, als die Risum-Lindholmer „Kulturscheune“ Andersen-Hüs in Betrieb ging. Vorher fanden die Friesenabende in der Regel im Knopp statt. Nun haben sie im historischen Ambiente eines Friesenhauses ihre Bleibe gefunden. Wer mitgerechnet hat: Der „Frasche Een“ am vergangenen Freitag war der 25. „neuer Zeitrechnung“ und feierte somit sein Silberjubiläum.

„Sie haben wieder viel gelacht“, wertete Vereinsvorsitzender Hauke Friedrichsen die Stimmung dieses Friesenabends. Höhepunkt war die Premiere des alljährlichen Theaterstücks, dem im Januar an drei Wochenenden sechs Aufführungen folgen. Die Theatergruppe „Frasch Klüüs“ führte die Komödie „Eine Ziege ist auch nur ein Mensch“ auf. Von Sönke Namanny ins Friesische übersetzt, lautete der Titel des Dreiakters „En giitj as uk man en mansche“.

Der Autor Helmut Artur Schmidt (53) erzählt die Geschichte des Egon Heitkamp, der mit Ehefrau Renate eine Ziegenkäserei betreibt, die an einen Tennisplatz grenzt. Das Problem: Seine (wie Kinder behandelten) Ziegen werden von Tennisbällen getroffen, und lassen deswegen angeblich in ihrer Milchleistung nach. Auch heißt es, dass sich Ehefrau Renate durch die „Ziegenliebe“ ihres Egon vernachlässigt fühlt. Hinzu kommen menschliche „Beziehungen“ zwischen hüben und drüben. Worum es sich handelt und mit wem Ehefrau Renate auch noch „fremd kommuniziert“, sei nicht verraten, um den Januar-Aufführungen die Spannung nicht zu nehmen.

Hauke Petersen und Ingrid Friedrichsen mimen das „Ziegenehepaar“, Oke Ertzinger dessen Sohn Marvin, der mit Franzi von drüben (Kristina Petersen) anbandelt, einer Tochter von Tennislehrer Guido (Hauke Friedrichsen). Die Runde der Akteure wird komplett mit den Nachbarn Hinark und Waltraut (Tade Friedrichsen/Birge Hilpert) und Renates Freundin Inge (Telse Friedrichsen-Ertzinger) sowie Susann Freitag-Petersen (Soufflage). Die Januar-Aufführungen finden ab dem 2. Wochenende jeweils freitags (20 Uhr) und sonntags (16 Uhr) statt. Karten gibt es im Andersen-Hüs, in der Bäckerpost und der Niebüller Bücherstube.

Das 3. Schuljahr der Nis-Albrecht-Johannsen-Schule führte unter der Regie von Gerd Vahder Sketche in friesischer Sprache auf – allesamt ein Spaß und ein Beispiel dafür, dass das Friesische an dieser Schule lebt. Zum Beispiel dieser: An der Schule hat sich der Herr Schulrat angesagt, der Lehramtsanwärter im Visier hat. Damit sich die Schule nicht blamiert, wurden die „Doofbaddels“ von der letzten Bank vom Unterricht befreit. Einer von ihnen begegnet dem Schulrat auf der Straße, dem das Auto durch eine Panne stehen blieb. Der Junge erkundigte sich, ob er helfen könne. Er schaute unter die Motorhaube, schraubte eine Zündkerze aus, reinigte sie und brachte den Motor wieder in Gang – von wegen „Doofbaddel“.

Das Abendprogramm bereicherten außerdem die „Frasche Loosche“. Die vor Jahresfrist wiedererwachten „Lerchen“ haben sich unter Regie von Hans-Werner Jürgensen gesanglich prächtig entwickelt, personell verstärkt und bereichern wieder das Programmangebot des Vereins. 

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erstellt am 07.Nov.2016 | 11:56 Uhr

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