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Nordfriesland Tageblatt

03. Dezember 2016 | 20:54 Uhr

Ausgeprägtes Gespür für Niebülls Stadtentwicklung

vom
Aus der Redaktion des Nordfriesland Tageblatt

Er ist seit 74 Jahren ein Niebüller: Kürzlich feierte Guido Tödt im Kreise von Familie, Freunden und Wegbegleitern seinen 90. Geburtstag. Eine ideale Gelegenheit, um mit dem Niebüller Ehrenbürger Rückschau zu halten, in der die jüngere Geschichte der 10  000-Einwohner-Stadt eine gewichtige Rolle spielt.

Geboren wurde Guido Tödt am 18. November 1926 in Luxemburg, wo sein Vater Arbeit bekam. Nach dessen frühem Tod zog die Familie zu den Großeltern nach Tellingstedt, wo er bis 1942 die Volksschule besuchte und sich danach für die ländliche Oberschule in Niebüll entschied und einen Platz im Schülerheim fand.


Heimkehr nach Odysse durch Gefangenenlager


Der Krieg schrieb seinen weiteren Werdegang vor: im Februar 1944 Eintritt in den Reichsarbeitsdienst, vier Monate später Wehrdienst bei der Infanterie in Nordschleswig, Reserveoffiziersanwärter und Fahnenjunker und kurz darauf Einsatz an der Westfront. Er geriet in US-amerikanische Gefangenschaft und erlebte eine Odyssee in zwölf Gefangenenlagern in Deutschland, Frankreich und Belgien.

Im September 1946 war er wieder zu Hause und daheim an der Friedrich-Paulsen-Schule, an der er 1950 sein Abitur bestand. 1951 trat der in den gehobenen Postdienst ein, heiratete 1952 Lisa Johannsen, mit der er sich heute über eine zehnköpfige Nachkommenschaft freut: drei Kinder, fünf Enkel- und zwei Urenkelkinder.

Im Postdienst war er überwiegend in Niebüll tätig, zeitweise auch an der Oberpostdirektion, im Bezirkspersonalrat und als Amtsvorsteher in Flensburg und zuletzt in Niebüll. Daheim gehörte er dem Aufsichtsrat der „Siedlung“ an und war vier Jahre ehrenamtlicher Richter am Finanzgericht Kiel. Die Gebietsreform wurde Anlass, sich politisch zu engagieren, zunächst parteilos, dann in der CDU, der er 1972 beitrat, nachdem er vorher den Lionsclub Südtondern mitgegründet hatte. Gleichzeitig wurde er bürgerliches Mitglied der Stadtvertretung und 1974 deren Vollmitglied, das er bis 1990 blieb. Tödt wurde Vorsitzender der CDU-Fraktion, Erster Stadtrat und Mitglied der Ausschüsse für Finanzen, Wirtschaft und Verkehr sowie Planung.

Die wohl wichtigste Phase in seiner beruflichen und ehrenamtlichen Tätigkeit war das Gestalterische. Beruflich hatte er damit tun, die Postversorgung des nördlichen Nordfriesland und der drei nordfriesischen Inseln zu organisieren, ehrenamtlich die Stadtentwicklung sowie die Verkehrs- und Grünflächenplanung.


Engagiert für die Niebüller Stadtentwicklung


Die Grundzüge der Stadtentwicklung entstanden im Magistrat, dem in seiner wohl bedeutsamsten Phase Guido Tödt, Friedrich Paulsen, Otto Lüneburg, Robert Wahrenburg und Fritz Jannsen sowie Bürgermeister Heinz Loske als Vorsitzender angehörten. Die Stadt hatte bekanntlich großen Nachholbedarf in ihrer kommunalen Grundausstattung mit Ortsentwässerung, Straßenbau und Erschließung von Baugebieten. Letzteres hatte auch zur Folge, dass die Stadt von damals 7000 auf heute knapp 10  000 Einwohner anstieg.

Aus der Vita des Jubilars bleibt nachzutragen, dass er elf Jahre Vorsitzender Volkshochschule Niebüll war, dass er dem örtlichen Geschichtsverein angehört und Mitbegründer des Vereins „Pro Musica“ ist. 1997 wurde ihm die Ehrenmedaille des Landes verliehen – und 2002 das Ehrenbürgerrecht der Stadt Niebüll.






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erstellt am 25.Nov.2016 | 17:22 Uhr

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