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Nordfriesland Tageblatt

27. Mai 2016 | 23:55 Uhr

Arbeit als Ausdruck von Gottesliebe

vom
Aus der Redaktion des Nordfriesland Tageblatt

Das Diakonische Werk Südtondern als „gGmbH“ gibt es seit zehn Jahren / Mitarbeiter im Spagat zwischen Freude an der Hilfe und Betroffenheit

Menschen wieder Mut zu machen und ihnen aus kritischen Situationen herauszuhelfen: Unter diesem Motto stellt sich das Diakonische Werk Südtondern (DWSt) Bewohnern der Region zur Seite. Es besteht zwar schon lange, doch in seiner jetzigen Struktur als „gGmbH“ erst seit zehn Jahren. Aus diesem Anlass wurde der kleine Geburtstag in der Christuskirche mit einem Festgottesdienst gefeiert, in dem Propst Jürgen Jessen-Thiesen Einblicke in die Arbeit dieser segenreichen Einrichtung gab, die heute 130 professionelle und 30 ehrenamtliche Mitarbeiter zählt.

Zum Gottesdienst hatten sich neben haupt- und ehrenamtlichen Mitarbeitern auch Vertreter aus dem kommunalen Dienst eingefunden. Getreu des diesjährigen Mottos „Erzähl mal“ standen auch Geschichten aus dem Leben im Fokus des gesprochenen Worts. Propst Jessen-Thiesen machte mit den Profis Linda Brodersen und Jutta Ringele bekannt, die aus ihrem beruflichen Alltag berichteten, in dem wöchentlich bis zu 500 Besucher keine Seltenheit sind: Menschen in unterschiedlichen Lebenssituationen, die nach Lösungen suchen und für die Antworten gefunden werden. „Auf uns kommen immer wieder neue Herausforderungen zu“, hieß es unisono von den beiden Frauen, denen die Arbeit jedoch nach eigenem Bekunden Freude macht, Spaß bringt – egal, ob es die junge Familie ist oder der Junge, dem sie aus der Verweigerungshaltung helfen.

Anders das ehrenamtlich tätige Trio pensionierter Pädagogen: Manfred Wissel kümmert sich um Kinder und Jugendliche, die aus Afghanistan und dem Irak ohne Eltern hierhergekommen sind. Die anderen beiden, Johanna Detlefsen und Niko Johannsen, erteilen Sprachunterricht. Alle drei berichten auch von Situationen tiefer Betroffenheit, wenn sich die Kinder bedrückender Erlebnisse erinnern – wie etwa der Junge, dessen Freund vor seinen Augen ertrank.

Der Propst stellte diesen Berichten zwei Schicksale gegenüber – eines aus der Gegenwart, das andere aus dem Alten Testament. Anna, eine bis dahin lebenstüchtige Frau, war eines Tages an die „Grenzen des Machbaren“ gelangt und wollte „nur noch weg“. Als sie Freunde traf, denen unsagbares Leid widerfuhr und denen sie half, änderte sich ihre Lage. In einer ähnlichen Lage sei Elia gewesen, wie im „ 1. Buch der Könige“ (Kapitel 19) berichtet wird. Elia habe sich – des Lebens überdrüssig – unter einen Baum gelegt, um zu sterben. Doch da forderte Gott ihn durch einen Engel auf: „Stehe auf  …, denn du hast einen großen Weg vor dir.“

Propst Jessen-Thiesen: „Was wir im Diakonischen Werk tun, ist christliche Arbeit – Arbeit in Würde und Solidarität und Ausdruck von Gottesliebe.“ Dem Festgottesdienst folgte ein Empfang im Gemeindehaus, wo Grußworte gesprochen und dem Diakonischen Werk Südtondern Glückwünsche übermittelt wurden.

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erstellt am 21.Mär.2016 | 11:38 Uhr

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