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Nordfriesland Tageblatt

03. Dezember 2016 | 03:24 Uhr

Ab ins Ausland : Als Radio-Mitarbeiterin nach Afrika

vom
Aus der Redaktion des Nordfriesland Tageblatt

Eine Niebüller Abiturientin will ein Jahr in Togo leben und arbeiten. Über ihre Erlebnisse wird sie im „Nordfriesland Tageblatt“ berichten.

Paris ist für Emily Wilbrand nur ein Zwischenstopp. Die Niebüllerin, die dieses Jahr ihr Abitur an der Friedrich-Paulsen-Schule abgeschlossen hat, fliegt am 15. August nach Frankreich. Von dort reist sie weiter nach Togo, wo sie ein Jahr leben und arbeiten will.

Wenn sie das Fernweh packt, fliegen junge Frauen normalerweise nach England, in die USA oder nach Australien, um mit dem Rucksack durchs Land zu ziehen oder bei einer Gastfamilie unterzukommen. „Aber das sind alles westliche Länder mit ähnlichen Lebensstandards. Und ich wollte nicht auf ausgetretenen Pfaden unterwegs sein“, erklärt Wilbrand. Stattdessen zieht es die 18-Jährige in eines der unterentwickeltsten Länder der Erde. Wasser und Strom sind in Togo keine Selbstverständlichkeit. Und die politische Lage schätzt Wilbrand als „eher ein bisschen diktatorisch“ ein. Aber sie wollte es ja so.

Im Internet war Wilbrand auf das Angebot von „Eine Welt Netz NRW“ gestoßen. Die Organisation vermittelt die Teilnahme an „Weltwärts“, dem Freiwilligendienst des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung. „Als ich gesehen habe, dass es die Möglichkeit gibt, Radio in Togo zu machen, hat mich das sofort angesprochen“, sagt Wilbrand. „Ich habe schon als Schülerin an Workshops vom Kulturbüro Niebüll teilgenommen und Kurzfilme gedreht.“ Außerdem sammelte sie Medien-Erfahrung bei der Schülerzeitung der Friedrich-Paulsen-Schule.

Nun also Radio in Togo. Was genau sie beim dortigen Sender erwartet, wie groß zum Beispiel ihre Zuhörerschaft sein wird, weiß Wilbrand trotz aufwendiger Reisevorbereitungen noch nicht. Klar ist nur: Neben Fernsehen ist Radio in Afrika das bedeutendste Massenmedium. Wilbrand will Wissen vermitteln: mit Berichten zum Thema Nachhaltigkeit. Außerdem will sie als Mitglied des Vereins „Jugend gegen Aids“ ein besonderes Augenmerk auf Sexualaufklärung legen. „Ich bin aber keine Entwicklungshelferin“, stellt Wilbrand klar. Mit dem Aufbruch nach Afrika wolle sie vor allem ihren eigenen Horizont erweitern. „Ich bin eine Freiwillige, die in Togo arbeiten wird. Ich bin nicht da, um die Welt zu verändern, sondern um zu lernen.“

Verständigen wird sich Wilbrand, die später mal Psychologie studieren möchte, auf Französisch, der Amtssprache Togos. Wohnen wird sie wie die Einheimischen. Voraussichtlich kommt sie bei der Mutter ihres Mentors (ein Togolese der Partnerorganisation vor Ort) unter. „Fließend Wasser gibt es dort nicht, Strom vermutlich schon“, sagt Wilbrand. Immerhin konnte sie schon mal via Internet mit einem Teilnehmer am Freiwilligen-Dienst vor Ort sprechen.

Sorgen über ihr Leben in Togo macht sich Wilbrand kaum. „Das große Thema ist eher, dass ich vielleicht Heimweh haben und meinen Freund vermissen werde.“ Der ermutigte sie, genau wie ihre Eltern: „Alle haben gesagt: ,Mach das!‘ Und nach einem halben Jahr wird mein Freund mich besuchen.“ Außerdem wird Wilbrand in Afrika andere Freiwillige aus europäischen Ländern treffen. Und Weihnachten feiern die deutschen Freiwilligen wahrscheinlich zusammen. Es wäre ein vertrautes Ritual – in einer fremden Welt.

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erstellt am 10.Aug.2016 | 12:20 Uhr

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