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Nordfriesland Tageblatt

04. Dezember 2016 | 17:27 Uhr

Ämterlotse gibt Hilfe zur Selbsthilfe

vom
Aus der Redaktion des Nordfriesland Tageblatt

Seit einem Jahr ist Edwin Fey ehrenamtlich im Dienst der katholischen Pfarrgemeinde St. Gertrud und hat mehr als 100 Menschen unterstützt

Wiederbeschaffung von Dokumenten, Arbeitssuche, GEZ-Befreiung oder Carport-Neubau: Die Hilfegesuche an Edwin Fey sind vielfältig. Seit einem Jahr ist er Ämterlotse in der katholischen Pfarrgemeinde St. Gertrud in Niebüll. Mehr als 100 Personen haben bereits seine Unterstützung in Anspruch genommen. Darunter seien 58 Prozent einheimische Mitbürger und 42 Prozent Menschen mit Migrationshintergrund gewesen. „Es waren alle Altersklassen vertreten, von der 92-jährigen Oma bis zum 15-jährigen Schüler.“

Der Ämterlotse hilft, wo er kann, egal ob es um Fragen rund um Anträge für Kinder- oder Elterngeld, Wohnungssuche oder Firmengründung geht. Auch Themen wie Herabstufung der Pflegestufe, Anerkennung als Asylbewerber, Kündigung von Mietern oder Reklamationen wegen mangelnder Bauausführung haben ihn beschäftigt. Bis auf wenige Ausnahmen,konnte laut Fey eine für alle Seiten zumindest zufriedenstellende Lösung gefunden werden. „Manchmal genügten schon ein, zwei Anrufe beim Sachbearbeiter und das Problem war gelöst. Andere Angelegenheiten kosteten sehr viel mehr Zeit und Arbeit, sie zogen sich über viele Wochen hin.“ Einmal habe sich die Bearbeitungszeit eines Falles mehr als Monate gedauert. Doch der Aufwand habe sich gelohnt. Fey: „Einige der mir vorgetragenen Probleme machten mich schon für einen kurzen Moment sprachlos. Ich konnte es nur sehr schwer glauben, dass es so etwas in der heutigen Zeit überhaupt noch gibt.“ In seinen 62 Lebensjahren und in seiner fast 42-jährigen Dienstzeit als Polizeibeamter habe er schon so einiges erlebt – „aber anscheinend doch noch nicht alles“.

Es gebe für jedes Problem auch eine Lösung, ob sie allen Beteiligten gefalle, sei eine andere Sache. Fey weist darauf hin, dass seine Arbeit als Ämterlotse ehrenamtlich und somit kostenlos ist. Alles werde absolut vertraulich behandelt. Nach Möglichkeit leistet der 62-Jährige Hilfe zur Selbsthilfe, das heißt, es findet stets eine ausführliche Beratung statt. Es werden unter anderem Musterschreiben als Formulierungshilfen angefertigt sowie Checklisten angelegt. „In Ausnahmefällen mache ich bei Personen, die nicht mobil sind und mich deshalb nicht in meinem Büro aufsuchen können, auch Hausbesuche. Man muss nicht der katholischen Kirche angehören, um die Dienste des Ämterlotsen in Anspruch nehmen zu können.“

Edwin Fey bittet darum, rechtzeitig den Kontakt zum Ämterlotsen aufzunehmen, wenn Menschen erkennen, dass sie nicht alleine klar kommen – „und nicht erst wenn der gesetzte Termin schon abgelaufen ist oder Mahnungen bereits versandt wurden“.

Es mache ihm Freude, anderen Menschen in Not zu helfen, auch wenn es manchmal nicht gerade einfach sei. „Ich verspüre immer ein wohltuendes Gefühl, wenn ich sehe, wie sich Menschen freuen, denen ich helfen konnte. Ab und zu floss dabei auch die eine oder andere Freudenträne bei meinen Kunden“, erzählt Fey.

Das Gelingen seiner ehrenamtlichen Arbeit verbucht der Ämterlotse nicht für sich allein. Sein Dank gilt Ansprechpartnern bei Ämtern und Sachbearbeitern sowie Pfarrer Gerard Rzaniecki, der ein Büro im Pfarramt zur Verfügung gestellt hat, und dem „guten Geist“ im Pfarramt Petra Pecher. Foto: 

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erstellt am 25.Apr.2016 | 10:58 Uhr

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