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Konversion des ehemaligen Bundeswehrgeländes : Abgastests: KBA bekommt eigene Strecke in Leck

vom
Aus der Redaktion des Nordfriesland Tageblatt

Es ist vertraglich fixiert: Das Kraftfahrt-Bundesamt wird Abgas-Überprüfungen auf der Landebahn des ehemaligen Fliegerhorst vornehmen.

Leck | Jetzt ist es hochoffiziell: Auf dem ehemaligen Fliegerhorst in Leck wird es eine Abgasteststrecke des Kraftfahrt-Bundesamts (KBA) geben. Am Montag wurden im Lecker Rathaus die Verträge über die Nutzung der ehemaligen Landebahn durch das KBA unterzeichnet. Ihre Unterschriften dafür gaben die Bürgermeister der drei Anliegergemeinden Leck, Tinningstedt und Klixbüll sowie Ralf Mölleken von der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (Bima), die Eigentümerin der Fläche ist.

Das Kraftfahrtbundesamt in Flensburg war bislang vor allem wegen des Punkteregisters bekannt. Seit dem VW-Abgasskandal verbindet man mit der Behörde allerdings auch Misstände bei der Aufklärung des Falls.

„Ziel ist es, dem KBA den Weg zu eröffnen, die Teststrecke schnellstmöglich in Betrieb zu nehmen“, sagte Lecks Bürgermeister Andreas Deidert auch im Namen seiner Amtskollegen Werner Schweizer (Klixbüll) und Dirk Enewaldsen (Tinningstedt). Damit sei ein weiterer wichtiger Schritt auf dem Wege der Konversion der ehemaligen Militärfläche vollzogen.

Für die Beteiligten in den drei Südtonderaner Kommunen ist die Vertragsunterzeichnung mehr als ein formaler Akt, verfolgen sie doch auf dem 322 Hektar großen Gelände eigene wirtschaftliche Interessen. Mit den Projekten „Gewerbepark Südtondern“ und „Airpark Südtondern“ solle eine wirtschaftliche Belebung in den eigenen Gemeinden und im gesamten Raum Südtondern erreicht werden, so Deidert. Deshalb war für die Gemeindechefs ein Umstand ganz wichtig: „Die bisherigen Gespräche mit dem KBA haben klar gezeigt, dass eine negative Auswirkung auf die beiden Projekte der Gemeinden nicht gegeben ist.“

Mehr noch: „Die angestrebte kombinierte Nutzung eines Konversionsgeländes ist deutschlandweit einmalig und wird ausdrücklich begrüßt“, teilte am Montag das Wirtschaftsministerium des Landes mit. „In der nächsten Zeit wird es darum gehen, die weitere gewerbliche Entwicklung am Standort Leck gemeinsam voranzutreiben“, sagte Wirtschaftsminister Reinhard Meyer. Die Konversionsgemeinden werden vom Wirtschaftsministerium unter anderem durch das „Regionalmanagement Konversion Nordfriesland“ unterstützt. Zusätzlich soll die Gemeinde Leck eine Förderung von 75 Prozent der Kosten in Höhe von etwa 190.000 Euro für die vorbereitenden Planungsarbeiten für den Business-Park Südtondern erhalten. „Die engagierte Planung der Verantwortlichen vor Ort wird sich auszahlen. Ich bin sicher, dass in Leck in wenigen Jahren ein vorzeigbarer Gewerbestandort auf der Konversionsfläche entstanden sein wird“, bekräftigte Minister Meyer.

Mit den Bundesbehörden Bima und KBA können die drei beteiligten Kommunen nicht nur eine erste konkrete Nachnutzung im Rahmen der Konversion präsentieren. Gleichzeitig sei der Startschuss für intensive Abstimmungen mit bereits vorhandenen und weiteren Interessen gegeben. „Und: Diese Vertragsunterzeichnung ist erkennbar ein Schritt in der Öffentlichkeit in Richtung Konversion“, sagte Deidert weiter. Selbst wenn sich in jüngster Zeit nicht viel Offensichtliches auf dem ehemaligen Flugplatz getan habe, so sei doch viel im Hintergrund geschehen. „Wir haben viel zusammengesessen und viel Papier erzeugt. Alle drei Bürgermeister waren fleißig und haben Interessenten auf dem Gelände herumgeführt.“

Wann allerdings die ersten Autos über die KBA-Teststrecke in Leck sausen könnten, dazu gab sich Ralf Mölleken von der Bima sehr bedeckt: „Ich darf leider nichts sagen.“ Immerhin so viel war zu erfahren: „Das Verkehrsministerium in Berlin drückt aufs Tempo, um möglichst bald mit den Testfahrten beginnen zu können“, sagte Ingo Scholz, der nicht nur Gemeindevertreter in Leck ist, sondern auch als „Motor“ des Konversionsprojekts auf dem ehemaligen Flugplatz gilt.

Um nach den Erfahrungen des Abgas-Skandals möglichen Manipulationen von Autobauern auf die Schliche zu kommen, will das KBA neben der Teststrecke auch ein eigenes Prüfzentrum einrichten. Hier sind die Pläne etwas transparenter: Für das Prüfzentrum hat die Bima ein Grundstück in einem Gewerbegebiet in Harrislee gekauft, das KBA plant, noch in diesem Jahr einzuziehen. In Leck wird es nicht so schnell gehen: Auch bei Bundesbehörden müsse alles seinen Gang über B- und F-Plan-Änderungen sowie Genehmigungsverfahren wie Emissionsschutz nehmen, erläuterte Ingo Scholz. „Das dauert, so lange es dauert“. Im Rahmen der Konversionspartnerschaft übernehmen die Anliegerkommunen die Bauleitplanung für die Teststrecke.

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erstellt am 14.Mär.2017 | 06:00 Uhr

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