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Norddeutsche Rundschau

10. Dezember 2016 | 15:40 Uhr

Bildung : Zwei Feiern für 160 Abiturienten

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Feierliche Zeugnisübergabe am Glückstädter Detlefsengymnasium mit vielen Zitaten und humorigen Reden

Gestern wurde gleich zweimal im Detlefsengymnasium gefeiert. Denn 160 Schüler haben ihre Abiturzeugnisse bekommen. Zu viele, um sie im Beisein ihrer Verwandten in einem Fest zu verabschieden. So gab es eine Zeugnisübergabe morgens und eine am Nachmittag. Eine besondere Ehrung gab es während beider Festakte für die Ausnahmeschüler Rabia Atasoy, die mit der Note 1,0 abschloss, ebenso Lasse Wolter und York Wendebourg, weiterhin Pia Wontorra (1,1), Nathalie Hintz (1,1) und Friederike Huke (1,3).

Beim Festakt am Morgen brachte Direktor Hartmut Appel seine Empfindungen auf einen einfachen Nenner: „Wir sind stolz auf euch.“ Kreispräsident Peter Labendowicz zitierte Albert Einstein. „Neugierde ist die beste Triebfeder für das Leben.“ Die „Reifeprüfung“ lag Elternsprecherin Sabine Fock am Herzen. Sie erinnerte an die vielen bunten Abende, die Schüler und Lehrer im Vorwege veranstaltet hatten, um das Abiturfest jetzt am Sonnabend finanziell möglich zu machen. Und sie forderte die Abiturienten auf, an dem Tag so ein Tänzchen zu wagen. „Und ich hoffe, dass ich euch alle auf dem Primanerball wiedersehe.“

Auch Oliver Puls, der für die „Olen Primoner“ sprach, hofft auf guten Zulauf in die „einzigartige Vereinigung“. Denn wenn alle Abiturienten eintreten, haben die „Olen Primoner“ 1700 Mitglieder. „Die Vereinigung ist ein Netzwerk, das weltweit verteilt ist – auch in Island. Sie hilft, wenn man sich durch die Welt bewegen will.“

Launige Worte für ihre Schüler hatten die Lehrer Sonja Meß, Mathis Büttner, Söhnke Loebert und Hendrik Matthiessen. Die Lehrer zitierten Winston Churchill. In seiner berühmten Rede 1940 vor dem britischen Unterhaus sprach der Premierminister von „Blut, Mühsal, Tränen und Schweiß“ im Zusammenhang mit dem Krieg. Die Lehrer verglichen den Unterricht zwar nicht mit dem Krieg, nahmen aber ein paar Eigenheiten aus dem Schulalltag auf die Schippe. Unter anderem, dass die Sportler nicht unbedingt schweißtreibenden Sport verrichteten. Und das einige das Zitat am Anfang der Oberstufe hörten. „Sie sagten gar nichts“, erklärte Loebert. „Und einige blieben dabei.“

Für die Schüler sprachen humorvoll Süeda Yilmaz, Jarik Leineweber, Sophie Harders und Hassan Yilmaz. Wobei Jarek durchaus es ernst meinte: „Wir hatten Glück mit unseren Lehrern.“ Und Süeda erklärte: „Wir sind Eliteschüler von Elitelehrern.“ Sophie und Hassan sprachen von Beziehungen unter den Schülern , und dass Freundschaften ein Rückhalt seien. Hassan: „Es zählt die zwischenmenschliche Herzlichkeit.“ Und zitierte die Romanfigur Peter Pan: „Erwachsenwerden ist eine barbarische Angelegenheit.“

Die Veranstaltung am Morgen wurde bereichert durch tolle Musikdarbietungen der Abgangsschüler. Für Stimmung hier sorgten die Sängerinnen Merle Drabaz und Nathalie Hintz sowie an den Instrumenten: Lorena Peters, Jan Teichert, Moritz Wünsch, Hassan Yilmaz, Marcel Demant und Bjarne Roß.

Am Nachmittag hatte sich Direktor Hartmut Appel extra nochmal frisch gemacht und eine neue Krawatte umgebunden für die zweite Runde der Zeugnisvergabe. „Das ist auch für mich Premiere, dass ich zweimal reden darf für einen Abiturjahrgang“, freute sich der Schulleiter. Und es sei auch ein Höhepunkt seiner Karriere. Auch seine Kollegen hätten in den vergangenen Wochen viel geleistet: „Rund 480 Abi-Arbeiten haben wir korrigiert. Ihr habt alles gegeben“, dankte er den Lehrkräften. Den Schülern gratulierte er zu einem großartigen Ergebnis. Mit der Durchschnittsnote 2,59 hat der Jahrgang sehr gute Leistungen bewiesen. Allein 26 Mal wurde eine Note unter 2,0 erreicht.

Der stellvertretende Landrat Heinz Seppmann bewies in seiner Rede Ehrlichkeit und Bodenständigkeit: „Ich habe festgestellt, fast alle jungen Damen haben ein Kleid an und die Herren haben alle einen ordentlichen Haarschnitt.“ Er riet den jungen Menschen zu Ehrlichkeit, Zuverlässigkeit und Pünktlichkeit: „Wenn Sie etwas sagen, dann stehen Sie auch dazu!“ und „Leben Sie!“ war letztlich seine Aufforderung an die Abiturienten.

Für die Eltern sprach Jörg Warnke: „Das Abitur kennzeichnet nicht nur das Ende des Schullebens, sondern auch den Anfang eines für Sie neuen Lebensabschnittes.“ Damit sie auf ihrem weiteren Lebensweg auch immer den richtigen Weg finden, überreichten die Eltern symbolisch einen Kompass an die Abiturienten. Ein etwas anderes Grußwort hatten die Klassenlehrer der vier Profile vorbereitet. Bevor sie ihren Schülern zur bestandenen Prüfung gratulierten, sangen sie ihnen Birgit Henningsen-Niepelt, Jasmin Knaack, Susanne Senftleben und Torsten Domrös noch ein kleines Lied.

Überhaupt war das musikalische Begleitprogramm des Nachmittags sehr anspruchsvoll und wurde von den Gästen entsprechend mit viel Applaus gewürdigt, wie am Morgen auch schon. Zwei Gesangs- und ein Instrumentalstück hatten die Abiturienten vorbereitet. Viel Mut zeigten dabei vor allem die Sängerinnen, die einmal nur zur Gitarrenbegleitung und einmal zur Klavierbegleitung im Duett und im Trio ihre Stücke vortrugen. Das kam beim Publikum gut an.

Nachdem auch Martin Meiners für die Vereinigung der „Olen Primoners“ den Schülern alles Gute gewünscht und den Lehrern, Eltern und dem Direktor für ihren Einsatz gedankt hatte, war die Reihe der Reden an die Schüler gekommen. Gizem Yilmaz, Jonas Samer, Henrik Blödorn und Knud Steiner erinnerten sich in ihren Reden humorvoll an die vergangenen drei Jahre der Oberstufenzeit. „Im Laufe der letzten drei Jahre haben sich in unseren Profilen nicht nur viele Persönlichkeiten gebildet, sondern auch die Lehrer haben sich bei uns eingelebt“, fasste Jonas Samar zusammen.

In den Sprachprofilen scheint es entgegen sehr turbulent zugegangen zu sein. Henrik Blödorn und Knud Steiner erinnerten vor allem an die legendäre gemeinsame Studienfahrt nach London, in deren Verlauf die Schüler nicht nur mit dem englischen Essen, sondern auch mit einer nicht ganz so komfortablen Herberge Bekanntschaft gemacht hatten. Die Schüler bedankten sich anschließend bei allen, die sie in den vergangenen Jahren durch ihre Schulzeit begleitet hatten. Neben Direktor Hartmut Appel und Oberstufenleiter Axel Haagen, sowie den Klassenlehrern wurden auch die Hausmeister, die Schulsekretärinnen, die Reinigungskräfte und die Milchmütter mit Dank und kleinen Geschenken bedacht.

Zum guten Schluss folgte noch die Übergabe der Abiturzeugnisse, in deren Verlauf auch mehrere Schüler mit Auszeichnungen oder Geschenken für besondere außerschulische Leistungen bedacht wurden, wie für ihren Einsatz bei den Streitschlichtern, im Musik- und Theaterbereich der Schule, für besondere Leistungen oder auch beim Projekt „Schüler helfen Leben“.

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