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Norddeutsche Rundschau

06. Dezember 2016 | 13:15 Uhr

Tierhilfe : Zuchtsau Hermine: Auf grüner Wiese statt im Schlachthof

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Jutta Kosmala gibt alten Schweinen in Bokelrehm ein neues Zuhause.

Wohlig liegt Hermine in ihrer Suhle, schließt genüsslich die Augen und reckt die Rüsselscheibe der Sonne entgegen. Diesem Tier geht es offenkundig saugut. Das war nicht immer so. Bis vor wenigen Wochen war Hermine ein wahrhaft armes Schwein. Sie lebte als Zuchtsau auf einem Bauernhof in der Region. Ein Schlammbad hat sie nie gesehen, geschweige denn gespürt. Sie kannte nur den kargen Stall. Ihre Bestimmung war es, Ferkel zu bekommen. Immer und immer wieder. Mehr als 100 waren es. Dann produzierte sie nicht mehr genug Milch. Hermine war reif für den Schlachthof. Doch die Sau hatte Glück. Denn Jutta Kosmala, die in den vergangenen 20 Jahren schon vielen Schweinen ein neues Zuhause – und ein neues Leben – geschenkt hat, wollte sich endlich ihren langgehegten Wunsch erfüllen und eine Zuchtsau retten.

Viele Unterstützer machten es möglich. Und so zog am 20. Juni Hermine in Bokelrehm ein. Mit ihren vier Jahren ist sie das Küken unter den 13 Bewohnern im „Schweineseniorenheim“. Die meisten anderen sind weit über zehn Jahre alt und werden von manchem Zipperlein geplagt. „Sie sind alle nicht mehr so aktiv“, sagt Jutta Kosmala. Hermine dagegen lässt gerne mal die Sau raus und rennt nach dem Suhlen im Schweinsgalopp über die Wiese oder reibt den Hintern an ihrem Schubberpfahl – mehrere davon hat sie schon zu Kleinholz gemacht. „Erst Fango, dann Tango“, sagt Jutta Kosmala lachend.

Der Schweinefreundin geht das Herz auf, wenn sie sieht, wie Hermine von Tag zu Tag mehr aufblüht. „Anfangs hatte sie Angst vor allem und jedem, sie ist bei jedem Geräusch zusammengezuckt“, erzählt die Bokelrehmerin. Doch inzwischen hat sie Vertrauen gefasst. Sie liebt es, gebürstet zu werden. Und wenn Jutta Kosmala „Hermiiiinchen!“ ruft, lugt die Sau neugierig aus ihrer Hütte und kommt angetrabt, um sich ein Stück Apfel in die Schnauze schieben zu lassen. „Ganze Äpfel kann sie nicht kauen, ihr wurden ja die Zähne gekappt“, erklärt Jutta Kosmala.

Hermine hat einen gesunden Appetit. „Sie putzt ordentlich was weg“, sagt Jutta Kosmala. Und auch die Senioren in den Nachbarhütten sind stets hungrig. Deshalb ist das Schweineseniorenheim dringend auf Futterspenden angewiesen, denn eine Förderung gibt es nicht. „Äpfel, Birnen – eigentlich Obst allgemein“, zählt Jutta Kosmala auf, was ihren Schützlingen schmeckt. „Aber wir nehmen natürlich auch gerne mal einen Sack Schweinefutter“, sagt sie. Auch Stroh für die bequeme Ausstattung der Hütte macht die Schweine glücklich. Besonders Hermine weiß diesen ungewohnten Luxus inzwischen sehr zu schätzen: „Sie dekoriert dauernd um“, fügt Jutta Kosmala lachend hinzu.


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Kontakt: 04827/999647, j.kosmala@web.de, www.leonbergerundschweine.de. Spenden können auch im Carport an der Dorfstraße 10 abgestellt werden, falls niemand zuhause ist.




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