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Norddeutsche Rundschau

05. Dezember 2016 | 05:37 Uhr

Neue Führung : Zeichen der Welt – Verein wird aktiv

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Jürgen Bönig ist der neue Vorsitzende des Glückstädter Trägervereins für das Museum der Druckerei Augustin.

Der Verein „Zeichen der Welt“ hat mit Jürgen Bönig einen neuen Vorsitzenden. Der bisherige Vereinschef Peter Dederichs hat sein Amt niedergelegt. Der Trägerverein unterstützt das Projekt „Museum in der Druckerei Augustin“. Jürgen Bönig ist Wissenschaftler und Mitarbeiter des Museums für Arbeit in Hamburg. Seit vielen Jahren bereits begleitet der 63-Jährige ehrenamtlich das Ansinnen, die kulturellen Schätze der Druckerei zu erhalten. Wie berichtet, gibt es bei der Druckerei Augustin historische Maschinen und vor allem Bleilettern in über 100 Sprachen sowie Lettern zum Beispiel in ägyptischen Hieroglyphen. Dies sind die Zeichen des ältesten bekannten ägyptischen Schriftsystems. Der Landesdenkmalschützer Dr. Berthold Köster spricht von einer „nationalen Bedeutung“, die die Schätze der Druckerei haben.

Zum neuen Vorstand des Vereins gehören auch die Stellvertreterin Christine Stiefel, Schriftführer Walter Koch, Kassenwartin Cornelia Reimers – sie ist auch Inhaberin der Druckerei – sowie Beisitzerin Martina Peters.

„Wir wollen einzelne Elemente aufbauen“, sagt Jürgen Bönig zu dem Plan, dass das Museum bereits im Frühjahr „möglichst zum 400-jährigen Stadtjubiläum“ im nächsten Jahres erlebbar gemacht werden soll. Er bezeichnet dies als „Museum in Progress“ , als aktives Museum. Maschinen und Satzkästen stünden bereits, müssten aber verständlich erklärt werden. „Wir werden Gänge und Wege anlegen.“ Beschriftungen und Erläuterungen werden angebracht. Geplant sei auch, Schriften herzustellen. Bönig schwebt vor, dass Wort „Glück“ unter anderem mit den vorhandenen chinesischen Schriftzeichen zu setzen. Die Ideen rund um „Glück“ und Glückstadt“ seien jedoch noch in der Ideenphase. „Wir wollen in vielen Sprachen setzen und drucken.“ Das werde zu den Führungen mit kleinen Gruppen durch den Betrieb dazugehören. Er hofft, dass in Zukunft dann viele Schulklassen aus Hamburg kommen, um zu sehen, wie einst gearbeitet wurde. „Wir werden den Zusammenhang zwischen Büchern und Satz praktisch deutlich machen.“

Bönigs Stellvertreterin Christine Stiefel (58) war die Maklerin der Inhaber Cornelia und Michael Reimers. Eigentlich sollte sie die Gebäude verkaufen, weil sich das Ehepaar zunächst nicht zutraute, dass Museumsprojekt finanziell selbst zu stemmen. Doch vor Kurzem wurden alle Gebäude der Druckerei plus Inventar unter Denkmalschutz gestellt. Christine Stiefel war es, die das Ehepaar dann ermunterte, das Museum selbst in die Hand zu nehmen. „Es ist ein großer Schritt“, sagt die 58-Jähige. Aber sie will sich jetzt ebenfalls dafür einsetzen, dass das Projekt klappt. „Wir wollen ein Zeichen setzen und loslegen.“

Ein Thema ist für sie der chinesische Zirkel, eine Erfindung des ehemaligen Besitzers Wilhelm Augustin. In diesem Rondell sind die chinesischen Zeichen so angeordnet, dass der Schriftsetzer sie leicht finden kann, weil sie nummeriert und nach einem bestimmten System angeordnet sind. Gleiches gilt für den japanischen Zirkel. Christine Stiefel kann sich vorstellen, dass diese Stücke auch Chinesen und Japaner nach Glückstadt ziehen.

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erstellt am 11.Nov.2016 | 04:45 Uhr

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