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Norddeutsche Rundschau

01. Oktober 2016 | 09:00 Uhr

Glückstadt : Zahn der Zeit nagt an historischem Entenhaus

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Neue Bretter, neuer Anstrich: Drei Glückstädter Bürger bringen die 80 Jahre alte Hütte im Stadtpark wieder auf Vordermann.

Etwas betagt ist es ja schon. Mehr als 80 Jahre hat es auf dem Buckel. Und es hat so manchen Sturm überstanden. Trotzdem steht es immer noch auf sicheren Beinen als Schmuckstück in einem der Anlagenteiche im denkmalgeschützten Glückstädter Stadtpark. Die Rede ist vom historischen Enten- und Schwanenhaus. In leuchtendem Rot-Weiß, verziert mit der Fortuna im Glückstädter Stadtwappen, ist es ein echtes Postkartenmotiv.

Robert Seifert, Jürgen Wichmann und Uwe Storm – allesamt engagierte ehrenamtlich tätige Bürger – kümmern sich schon seit vielen Jahren um das kleine Bauwerk. Als sie es in diesem Jahr traditionell im Frühjahr mit neuer Farbe versehen wollten, stellten sie fest, dass die Plattform zur wackeligen Angelegenheit geworden war. Ihre Vermutung: Die Pfähle aus Bongossiholz sind morsch geworden, was allerdings nicht der Fall war.

In diesen Tagen überprüfte Manfred Bratzke vom Kommunalen Dienst der Stadtwerke zusammen mit den drei Ehrenamtlern den Zustand. Sönke Rix und André Larisch von der Freiwilligen Feuerwehr Glückstadt ließen ein Schlauchboot zu Wasser; Jürgen Wichmann und Manfred Bratzke paddelten zum Entenhaus. Dort stellten sie fest, dass die Pfähle in gutem Zustand sind, dass aber auf der Plattform etliche Bretter ausgetauscht werden müssen. Zusätzlich werden Querverbindungen zu den Pfählen und unter der Plattform angebracht. Bratzke: „So ist die Stabilität weiter gewährleistet.“

Von der Stadtverwaltung sagte Hauke Reimers Unterstützung zu: „Das ist doch sinnvoll, Menschen, die sich ehrenamtlich engagieren, zu unterstützen. Dafür übernehmen wir gerne die überschaubaren Kosten.“ Manfred Bratzke – unter dessen Regie diese Aktion läuft – wird sich auch kümmern, das Stadtwappen, das Uwe Storm liebevoll nachmalte, in verwitterungsbeständigem Material neu anzubringen. Unterstützt werden die drei Ehrenamtler auch von der Firma Wilckens. Die spendiert Farben, um das Postkartenmotiv weiter strahlend leuchten zu lassen. Robert Seifert: „Das Entenhaus gehört zum Park wie der Kandelaber auf den Marktplatz.“

Park und Haus haben eine lange Geschichte. Nach den Napoleonischen Kriegen wurden Befestigungsanlagen in Glückstadt überflüssig. Dies erkannte der Stadtpräsident Johann Ernst Seidel (1765 - 1832). Er bat den dänischen König Friedrich IV., der Stadt die Festungsländereien zur Anlage öffentlicher Spazierwege zu schenken. So wurden zwischen 1818 und 1830 jedes Jahr aus königlichen Gehegen und Baumschulen stammende Bäume und Gehölze gepflanzt und Promenadenwege angelegt. Uwe Storm sammelt historische Glückstädter Bilder. Darunter auch eine Aufnahme von 1899, auf der schon das Schwanen- oder Entenhaus zu sehen ist. Die heutige Version des Hauses wurde 1933 nach altem Vorbild nachgebaut.

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