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Wohnzimmerkonzert : Xavier Naidoo live in den eigenen vier Wänden

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Angela aus Wrist ist überwältigt von dem Auftritt des Superstars in ihrem Haus. Der hatte seinen Sängerkollegen Laith Al-Deen mitgebracht. Der Auftritt wird am 21. April bei Sky gezeigt.

„Mitten ins Herz“, so beschreibt Xavier Naidoo seinen Auftritt am Sonnabend bei Angela im Wohnzimmer. Die 60 Jahre alte Chefarztsekretärin aus Wrist hatte vor wenigen Wochen ein Wohnzimmerkonzert gewonnen. Eine Aufzeichnung des 45-minütigen Auftritts wird am 21. April auf dem Fernsehsender Sky 1 ausgestrahlt. Der Soulsänger stand vor 40 Gästen in ihrem 38 Quadratmeter großen Wohnzimmer. Naidoo hat schon viele Konzerte gegeben, unzählige Lieder gesungen, aber ein Song, den er für Angela performte, berührte ihn so sehr, dass er selbst überrascht war. Ihren vollen Namen wollte die Gewinnerin nicht gedruckt sehen.

Am Freitag war der Künstler zusammen mit Team und Band in Itzehoe angekommen, Sonnabendmittag stand er bei der Gewinnerfamilie vor der Tür. 700 Kilometer nördlich von seinem Heimatort Mannheim gab Naidoo das erste Wohnzimmerkonzert im Rahmen seiner neuen TV-Show des Senders Sky 1 „Xaviers Wunschkonzert Live“. „Man macht nicht nur die Tür zum Haus auf, sondern auch zu einer Familie, zu Herzlichkeit, zum Umgang miteinander, der hier wirklich toll ist“, schwärmte er. „Das ist etwas, was ich mir schon immer gewünscht habe, bei den Leuten ‚Haushaltsgegenstand‘ zu sein, sie bei bestimmten Anlässen und Emotionen zu begleiten und diese Familie dann auch mal kennenzulernen.“

Angela, die mit Mann, Tochter und Enkelin in einem Mehrgenerationenhaushalt lebt, schüttelte dabei gleich noch einem prominenten Musiker die Hand: Naidoo hatte als Überraschungsgast Sängerkollege Laith Al-Deen mitgebracht. Mit ihm sang er im Februar in der Auftaktsendung das Duett zu „Für immer“ von Doro Pesch. Den Song hatte sich Angela live in der Show gewünscht und damit einen Auftritt Naidoos in den eigenen vier Wänden gewonnen. Klar, dass die beiden Sänger das Wohnzimmerkonzert mit dem Titel eröffneten.

Der engste Familienkreis hatte auf dem dunklen Ledersofa Platz genommen, Freunde und Nachbarn drängten sich am Panoramafenster dahinter und an der Terrassentür, als Naidoo in dunkelblauem Sakko und mit Sonnenbrille ins Wohnzimmer kam. Tisch und Sitzgarnitur hatte der Sänger am Nachmittag zusammen mit der Familie noch in den Garten bugsiert, um Platz zu schaffen für die Band, die vor dem Kamin ihre Instrumente aufgebaut hatte. Einen halben Meter vor dem Sofa griff Naidoo zum Mikro, um Al-Deen anzukündigen, der zur Überraschung der anderen Gäste über die Terrasse hereinspaziert kam. „Ich wollte die Party eigentlich crashen und sturmklingeln“, witzelte er. So nah am Publikum, das verzeiht nicht mal den winzigsten Fehler. In solchen Situationen sei er nervöser, sagte Al-Deen. Aber obwohl bei den Proben nicht alles glatt gelaufen sei, sei der ganze Tag „erstaunlich entspannt“. Publikum und Sänger waren vom ersten Takt an eine Einheit.

Die Gäste sangen Naidoos „20  000 Meilen“ ebenso textsicher mit wie Al-Deens „Was wenn alles gut geht“, die beide jeweils solo performten. In der kurzen Gesangspause tanzte Naidoo im Nebenzimmer, griff zum Holz-Percussion-Instrument und trällerte mit – bei Leonhard Cohens „Hallelujah“ wieder zusammen mit Al-Deen am Mikrofon. Was gesungen wurde, durfte vorher Angela aussuchen. Sie hatte auch „Don’t Pay The Ferryman“ von Chris de Burgh auf die Liste gesetzt, ein Song, den Naidoo liebt, aber noch nie gesungen hatte. Der gefühlvolle Sänger rockte das Wohnzimmer mit der Nummer so sehr, dass es die Gäste von den Sitzen riss und auch sein Team nicht mehr zu halten war. Gefühlvoll wurde es wieder mit „Über sieben Brücken“, Naidoos „Bei meiner Seele“ und „Bilder von Dir“ von Laith Al-Deen: „Ich hoffe, dass das hier einer von den Augenblicken sein wird, an die ihr euch gern erinnern werdet.“

Mit der Zugabe erfüllten die Musiker der Steinburgerin einen besonderen Musikwunsch, für den sie die Gastgeberin in ihre Mitte ans Mikro holten: Kumbaya. Die 60-Jährige hatte früher in einem Gospelchor gesungen. Für Xavier Naidoo das musikalische Highlight das Abends. „Ich hatte den Song lange nicht mehr gesungen und vergessen, wie sehr er bewegt.“ Schuld ist seine „Alive and Swingin‘“-Tournee, in der er mit Musikerkollegen wie Sasha den Titel gehörig aufs Korn nimmt: „Michael Mittermeier hat in den 90ern diesen Song mit den Guano Apes gemacht, und wir verarschen ihn damit in unserer Show aufs Übelste und singen den Song überhaupt nicht schön. Hier den Song wieder normal zu singen, war wie ein Schlag ins Gesicht.“

Naidoo war sichtlich angetan von der intimen Atmosphäre und der Herzlichkeit seiner Gastgeber: „Bitte hört nicht auf zu träumen von einer besseren Welt.“ Das tun sie nicht. Im Esszimmer hängt ein Bild mit dem Schriftzug: „Ich wünsche euch Träume, denn nur wer Träume hat, kann fliegen.“ Ein Traum der Familie ist mit dem Wohnzimmerkonzert in Erfüllung gegangen.

Nach dem fast einstündigen Konzert war Gewinnerin Angela sprachlos: „Ich kann noch gar nichts sagen. Ich bin einfach nur geflasht. Das ist einer der Momente, von denen man seinen Enkelkindern erzählt, aber das muss ich nicht: Meine Enkelin war ja dabei.“ Und die Jugendliche war ebenso gerührt wie ihre Großmutter: „Danke, dass ihr alle hier wart. Ich hoffe, dass Oma sowas für uns nochmal gewinnt.“

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erstellt am 10.Apr.2017 | 10:14 Uhr

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