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Norddeutsche Rundschau

24. Juli 2016 | 12:35 Uhr

Glückstadt : Wohngebiet auf zehn Hektar geplant

vom
Aus der Redaktion der Glückstädter Fortuna

Freya Bigeng (23) lässt die Hallen vom Eisenbahnausbesserungswerk abreißen. Politiker legen Pläne für Flüchtlingswohnungen auf Eis

Sichtbar bis weit in die Ferne: Der Abriss des ehemaligen Eisenbahnausbesserungswerkes hat begonnen. Das Grundstück hat Freya Bigeng gekauft, eine 23-jährige Studentin der Betriebswirtschaftslehre aus Wester-rönfeld bei Rendsburg. Sie plant auf dem über zehn Hektar großen Gelände Häuser für junge Familien, Doppel- und Reihenhäuser sowie Mehrfamilienhäuser mit altengerechten Wohnungen. „Ein gemischtes Wohngebiet“, sagt sie im Interview. Zurzeit sind 80 Grundstücke geplant. Mit Grünflächen und einem Spielplatz.

Ihr Vorhaben, dass im vorderen Bereich Blöcke mit Wohnungen für Asylbewerber entstehen sollen, ist zunächst auf Eis gelegt. Die Glückstädter Politiker sehen hier noch Beratungsbedarf. Das ergab eine nichtöffentliche Sitzung über dieses Thema.

Für den Abriss sieht die Grundstücksbesitzerin zwei bis drei Monate vor. „Vieles muss sortiert werden“, erklärt Freya Bigeng die Arbeit der Fachfirma aus Janneby. Dieses Unternehmen kümmert sich auch um die Altlasten. In Zusammenarbeit mit der Wasserschutzbehörde des Kreises werden Proben aus dem Erdreich genommen. Geplant ist, unbelastetes Material für eine Lärmschutzwand hin zur Bahnstrecke zu verwenden. „Zurzeit wird ein Gutachten erstellt, wie hoch die Lärmschutzwand gebaut werden muss“, sagt Freya Bigeng. Stadt und auch der Kreis würden diese Wand fordern.

Zurzeit hat die junge Unternehmerin Semesterferien, sie studiert in München, und ist deshalb vor Ort, um sich um das Projekt zu kümmern. Das Grundstück hat sie im Januar vor einem Jahr bei einer Versteigerung gekauft. Ursprünglich gehörte das Areal der Bahn. Diese übergab es 2002 an die „Aurelis“, eine Tochtergesellschaft der Deutschen Bahn AG – gegründet als Abwicklungsgesellschaft von Bahngrundstücken in ganz Deutschland. „Aurelis“ gehört jetzt dem Finanzinvestor „redwood grove“ an. „Mein Angebot zur Versteigerung habe ich per E-Mail abgegeben“, sagt Bigeng. Sie zahlte letztlich eine Summe von „unter 200 000 Euro“.

Was sich wenig anhört, relativiert sich über die Kosten, die jetzt auf sie zukommen: Abriss und Erschließung des gesamten Geländes mit Straßen. Das neue Wohngebiet wird eine Tempo-30-Zone, so der aktuelle Plan der Studentin.

„Ich hoffe, dass der Bebauungsplan noch in diesem Jahr steht. Denn Ende dieses Jahres will ich die ersten Grundstücke verkaufen“, sagt die junge Unternehmerin. Zuerst werde sie den vorderen Teil erschließen. Wenn viel Bedarf bestehe auch schnell den hinteren.

Dass sie in jungen Jahren so ein Projekt umsetzt, ist für sie kein Problem: „Es war ja keine Entscheidung von heute auf morgen. Es ist ein langwieriger Prozess.“ Außerdem werde sie von ihrer Familie unterstützt. Und: „Glückstadt ist eine schöne Stadt mit viel Potenzial.“

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erstellt am 29.Jan.2016 | 05:30 Uhr

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