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Norddeutsche Rundschau

09. Dezember 2016 | 18:32 Uhr

Störsperrwerk : Wo die Straße hochgeklappt wird

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Brückenwärter Jochen Dohrn ermöglicht Schiffen am Störsperrwerk die Passage zwischen Stör und Elbe.

Das Störsperrwerk wurde 1975 in Betrieb genommen und hat seitdem nicht nur die Wilstermarsch vor etlichen Sturmfluten bewahrt. Insgesamt schützt das Bauwerk an der Störmündung 33  000 Hektar Landfläche vor den Fluten der Nordsee. Damit das Sperrwerk störungsfrei funktioniert, sorgen Brückenwärter, Elektriker und Mechaniker im Schichtdienst täglich 24 Stunden für einen reibungslosen Ablauf.

Während der Leitstand rund um die Uhr besetzt ist, stehen die Wartungsdienstler nach Feierabend und an Sonn-und Feiertagen in Bereitschaft. Sobald ein Alarm losgehe, könnten die Männer angefordert werden, erklärt Jochen Dohrn. Sein Job als Brückenwärter bedeutet, den Schiffsverkehr auf Elbe und Stör im Blick zu haben, den Straßenverkehr auf der B  431 zu beobachten und eingehende Alarme von Pinnau- und Krückau-Sperrwerken sowie der Brücke in Heiligenstedten zu melden. Dohrn ist daneben mit der Lotsenstation in Brunsbüttel und den Schleusenwärtern verbunden.

Das Störsperrwerk wird von der Bundesstraße überquert, eine Fahrbahn erhält momentan einen neuen Belag. Das bedeutet für Jochen Dohrn, dass die Ampeln und Schranken besonders geschaltet und die Straßenbauer gewarnt werden müssen. Eine Brückenöffnung dauert knapp zehn Minuten. So wie jetzt, als die „Steinburg“, ein Binnenschiff, Richtung Elbe das Sperrwerk passiert. Jochen Dohrn kennt viele der Kapitäne, ein kurzer Gruß von Brücke zu Brücke ist bei den Durchfahrten immer drin. Eine Stunde noch, dann ist seine Schicht für heute beendet.

Das Brückenpersonal muss jede Passage protokollieren, auch wenn die Brücke nicht geöffnet wird. Bis zu einer Schiffshöhe von sieben Metern ist die Durchfahrt so möglich, für jedes Schiff, das höher ist, muss das Sperrwerk geöffnet werden. Da zurzeit durch die Baustelle nur eine der zwei Rollklappbrücken geöffnet werden kann und die Freizeitskipper Saison haben, kann es an den Wochenenden immer mal zu Engpässen kommen. „Aber es sind rund um den Leitstand Lautsprecher installiert, so dass wir mit allen Beteiligten in Kontakt treten können“, erklärt Dohrn. Im Schnitt gibt es beim Störsperrwerk 1400 Durchfahrten der Berufsschifffahrt und 7000 Sportboot-Passagen im Jahr.

Neben den Beobachtungen auf dem Wasser und an Land sind verschiedene Messwerte wie Windgeschwindigkeit, Wassertemperatur und Pegelstand zu dokumentieren. „Früher wurde sogar eine spezielle Sonnenuhr bedient, wo die Sonnenscheindauer erfasst wurde“, erklärt Jochen Dohrn. Das normale Hochwasser beträgt 6,50 Meter, Normalniedrigwasser 5,80 Meter. Wenn die Gefahr einer Sturmflut besteht, müssen die Tore ab einem Wasserstand von 7,40 Metern geschlossen sein. Dann muss der Brückenwärter nicht nur seine Kollegen zum Störsperrwerk rufen, sondern auch an den anderen Sperrwerken Alarm schlagen. „Da wir hier 24 Stunden besetzt sind, obliegt uns die Überwachung der Sperrwerke mit Bereitschaft.“

Bei Schichtübergabe um 13, 21 und 6 Uhr werden Besonderheiten und Ereignisse besprochen, bevor der eine Brückenwärter seinen Dienst beginnt und der andere in den wohl verdienten Feierabend geht.

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