zur Navigation springen

Norddeutsche Rundschau

09. Dezember 2016 | 14:40 Uhr

Superlative : Wo die Nachbarn Freunde sind

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Nur drei Häuser stehen im 45 Meter langen Jettenberg: Zwei Anwohnerinnen plaudern aus dem Leben in der kürzesten Straße Itzehoes

Die größten Unternehmen, die ältesten Denkmäler, die höchsten Gebäude: In einer neuen Serie präsentieren wir Superlative aus Itzehoe. Heute: Die fünf kürzesten Straßen.

 

Die Vögel zwitschern, Autos sind weit und breit nicht zu sehen, nur von Ferne ist der Verkehr auf der Alten Landstraße zu hören: Es ist ruhig im Jettenberg – neben dem Schlachtergang in der Neustadt eine der beiden kürzesten Straßen Itzehoes. Wer vom Stadtzentrum kommt, muss die Alte Landstraße fast bis zum Ende fahren, um dorthin zu kommen. Einige hundert Meter hinter dem Albert-Schweitzer-Ring zweigt die 45 Meter lange Sackgasse nach links ab. Drei Häuser mit großzügigen Grundstücken säumen den Straßenrand, nur eine einzige Straßenlampe spendet nachts Licht. Immerhin: Es gibt einen Bürgersteig.

„Es kommt selten vor, dass sich hierher ein Auto verirrt“, sagt Gitta Beyer (70), die uns gerne auf ihrer Terrasse empfängt, um aus dem Leben der kürzesten Straße zu plaudern. An ihrem Briefkasten prangt ein Hamburg-Wappen: „Ein Mitbringsel aus meiner alten Heimat“, erklärt Beyer. Lange hatte sie mit ihrem Mann in der Julius-Vosseler-Straße in der Hansestadt gelebt – einer vielbefahrenen Hauptstraße mit weit über 100 Hausnummern. Als sie vor einigen Jahren von Tante und Onkel das Haus in Itzehoe erbten, zogen die Eheleute in die kleine Sackgasse.

„Als wir herkamen, wurden wir mit offenen Armen empfangen“, erzählt Beyer. Das Verhältnis zu den Nachbarn sei freundschaftlich. „Ich habe hier viel mehr Leute, mit denen ich sprechen kann als in Hamburg.“ Regelmäßig versorge sie ihre Nachbarn mit selbstgemachter Marmelade.

Die guten Beziehungen genießt auch Beyers Nachbarin Edith Lipp (81) , die seit 1968 im Jettenberg wohnt. Als sie mit ihrem mittlerweile verstorbenen Mann herzog, seien noch viele Sandberge in der Umgebung gewesen, erinnert sie sich. „Unser Haus haben wir selbst gebaut.“ Für ihre beiden Kinder sei die ruhige Straße ideal zum Spielen gewesen. Heute genieße sie selber die Ruhe, wenn sie sich ihrem liebsten Hobby, der Gartenarbeit widme. „Ich fühle mich hier wohl.“

Beide Anwohnerinnen würden jederzeit wieder in den Jettenberg ziehen. Gitta Beyer bringt es auf den Punkt: „In Hamburg hatten wir eine Zwei-Zimmer-Wohnung mit drei Balkonkästen, hier haben wir 140 Quadratmeter und ein großes Grundstück.“

Wie die weiteren Straßen heißen, lesen Sie in der Montagausgabe unserer Zeitung.

Karte
zur Startseite

von
erstellt am 29.Aug.2016 | 17:14 Uhr

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Themen zu diesem Artikel:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen