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Norddeutsche Rundschau

07. Dezember 2016 | 19:21 Uhr

Wirtschaftsverein stöhnt über anhaltendes Zinstief

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Sparkasse spricht von „größter Herausforderung der Gegenwart“ / Gemeinden schichten Kapital um

Das anhaltende Zinstief, die Regulierungswut der Europäischen Zentralbank (EZB) und die fortschreitende Digitalisierung haben der Vorsitzende des Wirtschaftsvereins Sparkasse St. Margarethen-Wacken, Gerhard Meifort, und der Vorstandschef der Bordesholmer Sparkasse AG, Markus Scharly, als die größten Herausforderungen der Gegenwart bezeichnet. Gleichwohl zeigten sich beide zufrieden mit der Entwicklung der Bordesholmer Sparkasse im laufenden Geschäftsjahr.

Vor 120 Teilnehmern der Mitgliederversammlung des Wirtschaftsvereins im Colosseum Wilster dankten sie Kunden und Geschäftspartnern für die vertrauensvolle Zusammenarbeit und den Mitarbeitern für ihr Engagement als Basis der guten Geschäftsentwicklung.

Gerhard Meifort wünschte sich ein Ende des Zinstiefs. Er machte bei den Menschen eine wachsende Zukunftsangst aus. „Sie wollen deshalb lieber sparen als konsumieren“, sagte Meifort. Die engen Eigenkapitalvorschriften der EZB verurteilte er als „regulatorischen Overkill“. Die EZB müsse von der Gleichmacherei der kleinen Banken und Sparkassen mit den „Großen“ abkommen, forderte Meifort, der auch Aufsichtsratschef der Bordesholmer Sparkasse ist.

Als Vorsitzender des Wirtschaftsvereins bezifferte er dessen aktuelle Stärke mit 379 Mitgliedern. Meifort unterstrich den Grundsatz der Bordesholmer: „Das Geld kommt aus der Region und bleibt in der Region!“ Die nachhaltige Förderung der Region bleibe ein Hauptanliegen der Bank.

Nach Aussage von Vorstandschef Markus Schaly entwickelten sich die Kundeneinlagen der Sparkasse bis Ende September im Vergleich zum Vorjahr auf 469 Millionen Euro. Das Zinstief führte dazu, dass es bei den Sichteinlagen ein Plus von 20 Millionen Euro (+8,9 Prozent), aber dagegen bei den Spareinlagen ein Minus von 4,6 Millionen Euro (-2,7 Prozent) gab.

Ähnlich wie im Einlagengeschäft entwickelte sich auch das Kreditgeschäft weiter positiv. Hier gab es bisher ein Bruttoneugeschäft von fast 70 Millionen Euro. Bis Ende September wuchs das Kreditvolumen auf 539 Millionen Euro. Das voraussichtliche Betriebsergebnis bezifferte Schaly mit 6,3 Millionen Euro.

Der Vorstandsvorsitzende machte den Mitgliedern des Wirtschaftsvereins anschaulich die Folgen der negativen Zinsentwicklung bewusst. „In den Jahren 2016 bis 2021 werden wir ein Viertel der Zinsüberschüsse verlieren. Inklusive der Jahre 2013 bis 2015 wird es sogar ein Drittel sein.“ Und: „Wie soll eine Familie überleben, wenn sie ein Drittel ihres Einkommens verliert?“, stellte Schaly eine Frage in den Raum. Er forderte deshalb „eine Zinsentwicklung, die uns überlebensfähig macht“.

Vorstandsmitglied Andreas Schlüter beleuchtete anschließend die Geschäftsentwicklung in den Filialen St. Margarethen und Wacken in den ersten neun Monaten dieses Jahres. Den um 10,7 Prozent gesunkenen Einlagen stand eine Steigerung des Kreditvolumens um vier Prozent gegenüber. Die geringeren Einlagen begründete Schlüter mit mehreren Gemeinden, die erhebliche Kapitalmengen in Schleswig-Holstein-Netz-Aktien umgeschichtet hätten.

„Ihrer sozialen Verantwortung für die Gesellschaft verleiht die Bordesholmer Sparkasse seit jeher durch ihre Spendentätigkeit Ausdruck“, fuhr Andreas Schlüter fort. Im vergangenen Jahr wurden 53  000 Euro für regionale Projekte in den Bereichen Soziales, Kultur, Sport und Umwelt gespendet. Im laufenden Jahr wurden weitere 13  700 Euro an die Kindertagesstätten in der Region, 750 Euro an den FC Flethsee, 350 Euro an die Schule in St. Margarethen, 165 Euro an den Reit- und Fahrverein Nutteln, 450 Euro an die Feuerwehr Wacken und 100 Euro an die Gribbohmer Medardusgilde überwiesen.

Abschließend betonte Markus Schaly: „Wir rechnen auch 2016 wieder mit einem soliden Ergebnis. Mit unserer regionalen Aufstellung und der gelebten Nähe zu unseren Kunden wollen wir den Erfolgskurs unserer Sparkasse fortsetzen.“


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erstellt am 04.Nov.2016 | 15:41 Uhr

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