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Norddeutsche Rundschau

03. Dezember 2016 | 07:52 Uhr

Bildungspolitik : Wirbel um Schulbus-Kosten

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Online-Petition mit mehr als 100 Unterschriften – darunter viele aus der Wilstermarsch. Die Unterzeichner fordern generell kostenlose Schulbusse.

Auch wenn sich an der Schülerbeförderung aktuell gar nichts geändert hat: Das Thema steht bei vielen Eltern ganz oben auf der Agenda. Bei einer Online-Petition machten sich innerhalb von vier Wochen mehr als 100 Unterzeichner für einen generellen kostenlosen Transport der Schulkinder aus Steinburger Gemeinden stark. Ein Großteil der Unterschriften kam aus Wilstermarsch-Gemeinden. Statt der für ein angesetztes Quorum erforderlichen 1800 Unterzeichner gab es bis gestern Abend allerdings nur 115.

Die Initiative geht von dem Borsflether Florian Heesch aus, selbst Vater eines Siebtklässlers, der jeden Tag nach Glückstadt zur Schule muss. Seine Begründung: „Es kann nicht sein, dass Kinder heutzutage bei Wind und Wetter fünf Kilometer mit dem Rad zur Schule fahren müssen oder man kostenpflichtig eine Busfahrkarte kaufen muss.“ Seine klare Forderung: „Die Busfahrkarte für Schulkinder aus umliegenden Gemeinden muss umsonst bleiben.“

Tatsächlich ist die Schülerbeförderung zunächst einmal kostenlos. Details regelt die seit vielen Jahren geltende Schülerbeförderungssatzung auf Kreisebene. Allerdings gibt es hier auch von vielen Eltern als schmerzlich empfundene Zumutbarkeitsregelungen. So haben Jungen und Mädchen bis zur 4. Klasse keinen Transportanspruch, wenn ihr Schulweg kürzer als zwei Kilometer ist. Fünft- und Sechsklässlern werden dann schon bis zu vier Kilometer zugemutet. Ab der 7. Klasse hängt die kostenlose Beförderung auch von der Jahreszeit ab. Von Oktober bis Ende März gibt es ab vier Kilometer Busfahrkarten, in der wärmeren Jahreszeit aber erst ab sechs Kilometer Schulweg.

Die Kommentare zahlreicher Unterzeichner geben ein klares Stimmungsbild der Landbevölkerung wieder. So schreibt Achim Franzen (Landscheide): „Die freie Busfahrkarte für Schulkinder ist eine Möglichkeit, den Standortnachteil der Landbevölkerung wenigstens zu einem kleinen Teil zu minimieren.“ Sabine Kuny (Wilster) meint: „ Es darf nicht sein, dass Kinder und deren Eltern aufgrund ihres Wohnortes eine Benachteiligung im Bildungsbereich haben.“ Da kann Ralf Schade (St. Margarethen) nur beipflichten: „Die Menschen,die auf dem Land wohnen, sind schon in vielerlei Hinsicht benachteiligt, die Schulschließungen haben wir uns nicht ausgesucht und für die Kinder sind lange Fahrzeiten verlorene Freizeit und Eltern müssen oft mit dem PKW fahren,weil nachmittags gar kein Bus fährt!“

Auch Bürgermeister machen sich für kostenlose Schulbusse stark. Heino Evers (Ecklak): „Weil Dorfschulen mit dem Versprechen geschlossen worden sind, dass die Schülertransporte auf Dauer nichts kosten dürfen.“ Jens Tiedemann (Neuendorf-Sachsenbande) sagt: „Es darf nicht sein, dass Kinder und Eltern aufgrund ihres Wohnortes Benachteiligungen im Bildungsbereich haben.“

Im Itzehoer Kreishaus kann man sich die Schulbus-Initiative nicht recht erklären: Von dort kommt die klare Aussage: Im Rahmen der Satzung würden Eltern nicht an den Kosten beteiligt. Es gebe auch keinerlei Überlegungen in diese Richtung. Florian Heesch überlegt derweil, ob er noch einen weiteren Petitions-Anlauf unternehmen will.

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erstellt am 28.Sep.2016 | 12:00 Uhr

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