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Norddeutsche Rundschau

03. Dezember 2016 | 01:28 Uhr

REaktionen : „Wir sind in heller Aufregung“

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Sporthallen für Schulveranstaltungen gesperrt – Schulleiter nicht begeistert.

Hans-Joachim Sohrt ist in einer glücklichen Lage. Denn der Leiter der Gemeinschaftsschule am Lehmwohld kann sagen: „Wir sind nicht betroffen.“ Das Sportzentrum ist als Versammlungsstätte zugelassen, und für Schulveranstaltungen hat er ohnehin das Pädagogische Zentrum zur Verfügung.

Seine Kollegen an den städtischen Schulen sind nach der Sperrung der Sporthallen deutlich schlechter dran. Sven-Eric Leisner von der Wolfgang-Borchert-Schule spricht von einer „sehr unglücklichen Situation für den Schulalltag“. Noch hofft er, dass die „Turn- und Festhalle“ nicht betroffen sein könnte. Ansonsten gilt: „Da ich keine Aula habe, stehe ich vor einem Rätsel.“

So geht es auch Gerd Freiwald von der Gemeinschaftsschule Klosterhofschule. Natürlich gebe es Vorschriften – aber müssten sie so ungefiltert nach unten weitergegeben werden? „Das Schulleben wird kaputt gemacht.“ Dass der Bürgermeister schrieb, es gebe keine zusätzlichen Mittel für Schulveranstaltungen, ärgert Freiwald: „Wir müssten Geld nehmen, das wir sonst für Schulbücher ausgeben.“ Ihn stört zudem, dass etwas so Einschneidendes unangekündigt in den Herbstferien gekommen sei. Eine Mitteilung im Bildungsausschuss vom September hat offenbar nur wenige erreicht.

„Nicht glücklich“ nennt das auch Martin Baudach, Leiter der Kaiser-Karl-Schule. Er hofft, dass die Sporthalle die Voraussetzungen als Versammlungsstätte erfüllt, und spekuliert auch auf das Theater. Aktuell gilt: „Wir sind in heller Aufregung.“ Gelassener und in geringerem Maße von der Sperrung betroffen ist sein Kollege Norbert Hartung von der Auguste-Viktoria-Schule. Sicher fänden sich Alternativen, „aber es ist natürlich schon schade“.

„Wir haben schon vor anderen das Problem gehabt“, sagt Kerit Christensen-Schultz-Collet, Leiterin der Fehrs-Schule, in Erinnerung an den Abschied von der alten MTV-Halle. Die Auswirkungen seien gravierend, und bei aller Hilfsbereitschaft der Stadt: „Letztlich ist es nur der Mangel, der da verwaltet wird.“

„Sehr betroffen und sehr traurig“ ist Kay Grünbauer von der Grundschule Edendorf. Alternativen gebe es nicht, und selbst wenn: Das Gemeinschaftsgefühl und die Identifikation mit der Schule gingen verloren, „ein sehr, sehr großer Einschnitt in den Schulalltag“.

Keinen Plan B hat Waltraud Arbeiter (Grundschule Wellenkamp), sie hofft auf ein positives Ergebnis bei der Prüfung der Sporthalle. Eine schnelle Lösung wünschen sich alle Schulleiter, zeigen aber Verständnis für die Stadt. Gudrun Kullik, Grundschule Sude-West: „Wir wollen nicht, dass irgendetwas passiert und wir dann noch schuld sind.“

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erstellt am 10.Nov.2016 | 05:00 Uhr

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