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Norddeutsche Rundschau

05. Dezember 2016 | 15:36 Uhr

„Wir hatten alle das gleiche Ziel“

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Thorsten Heins über seine 18 Jahre in der Führung der Amtsfeuerwehr

Sechs Jahre war er Stellvertreter, zwölf Jahre stand er an der Spitze: Zum Jahresende gibt Thorsten Heins sein Amt als oberster Feuerwehrmann in der Wilstermarsch ab. Der 53 Jahre alte Landwirt aus Hackeboe freut sich auf mehr freie Zeit mit seiner Frau, geht aber auch mit ein bisschen Wehmut.

Können Sie sich noch erinnern, mit welchen Erwartungen und Hoffnungen Sie vor 12 Jahren Ihr Amt angetreten haben  ?

Meine Vorstellung war ein sehr gutes kameradschaftliches Verhältnis zwischen den Feuerwehren der Gemeinden und der Stadt Wilster. Das ist auch sehr gut gelaufen. Persönlich wollte ich mir vielleicht auch ein bisschen beweisen, dass ich das kann.

Sie sollen einmal ausgerechnet haben, dass Sie auf 400 Termine im Jahr kamen. Wie verträgt sich das mit Beruf und Privatleben  ?

Im Schnitt waren es eher 200. Bei fünf Tagen in der Woche ist das aber auch jeden Tag einer. Es ist schwierig. Die Arbeit muss man dann oft nachts nachholen. Man treibt sich selbst ein bisschen vor sich her.

Was hat sich in den 12 Jahren bei den ehrenamtlichen Aufgaben verändert    ?

Es ist deutlich mehr geworden, auch anspruchsvoller. Wenn es in Gespräche mit dem Kreisverband oder den Katastrophenschutz geht, muss man sattelfest sein und sich viel Wissen aneignen. Mein Vorgänger war da eher Repräsentant der Wilstermarsch.

Wenn Sie die Feuerwehren in der Wilstermarsch bei Ihrem Amtsantritt und mit heute vergleichen. Was ist besser geworden - was vielleicht schlechter  ?

Schlechter ganz klar der teilweise Mitgliederschwund. Es ist mir nicht gelungen, das aufzufangen. Ich wollte einen Frauenanteil von zehn Prozent. Auch das habe ich nicht geschafft. Um ein Vielfaches besser geworden ist das kameradschaftliche Miteinander, vielleicht auch bedingt durch einen Generationswechsel. Wir hatten alle das gleiche Ziel.

Vereine, Politik und auch die Feuerwehren beklagen Nachwuchsmangel. Ehrenamtliches Engagement kostet aber immer auch viel Zeit und Energie. Warum sollte man sich das dennoch antun  ?

Ganz einfach aus Spaß an der Freude. Und weil man sich in der Mitte wohlfühlen kann. Manchmal wird man auch in der Gruppe aufgefangen, wenn es bei einem selbst mal nicht so gut läuft.

Was wünschen Sie Ihrem Nachfolger und den rund 400 Feuerwehrleuten in der Wilstermarsch  ?

Mein größter Wunsch ist, dass alle Wehren bestehen bleiben und immer genug Mitglieder haben. Meinem Nachfolger wünsche ich, dass er in einem kameradschaftlichen Miteinander den nächsten Generationswechsel einleiten kann und die Arbeit konstant weitergeführt wird.

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erstellt am 28.Okt.2016 | 09:38 Uhr

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