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Norddeutsche Rundschau

05. Dezember 2016 | 01:39 Uhr

Kommunalpolitik : „Wir haben auch ganz viel gerissen“

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Ex-Ratsfrau Ann-Christin Martensen blickt auf ihre Arbeit mit dem Kinder- und Jugendparlament zurück.

Drei Jahre lang tagte das Kinder- und Jugendparlament von Wilster unter ihrer Federführung. Nach ihrem Rückzug aus der Politik zieht Ann-Christin Martensen im Gespräch mit unserer Zeitung ein positives Fazit der politischen Jugendarbeit in der Stadt. Die 36-Jährige hatte sich als Vorsitzende des Sozialausschusses um ein Sprachrohr der Jugend gekümmert. Vor wenigen Wochen hatte sie ihr Mandat niedergelegt – aus persönlichen Gründen, wie sie noch einmal betont. Keinen Zweifel lässt sie aber daran, dass die Arbeit mit dem KiJuPa ihr stets eine Herzensangelegenheit gewesen ist.

„Wir haben auch ganz viel gerissen“, freut sich Ann-Christin Martensen rückblickend vor allem über den Einsatz ihrer jugendlichen Mitstreiter. Während im benachbarten – und deutlich größeren – Brunsbüttel das Jugendparlament praktisch zum Erliegen gekommen ist, könne man in Wilster über fehlende Resonanz nicht klagen. Immer wichtig sei ihr gewesen, dass die Kinder und Jugendlichen in der Stadt ein Sprachrohr bekommen. „Wir Erwachsenen haben da doch oft den Tunnelblick oder Scheuklappen auf“, weist sie auf eine häufig ganz andere Sichtweise hin.

„Mit meiner Truppe waren wir so gut wie lange nicht mehr aufgestellt“, freut Ann-Christin Martensen sich vor allem auch über ein erkennbares Interesse an der Mitarbeit. Die Mitglieder des KiJuPa werden mit je zwei Vertretern von der Grundschule und der Gemeinschaftsschule gestellt sowie von Vereinen wie Feuerwehr, Tennisverein und MTV. „Da sind durchaus welche dabei, die vielleicht auch einmal in die Kommunalpolitik gehen.“

Auch sie selbst sei einst einfach durch Interesse zur politischen Arbeit gekommen. „In der 11. Klasse habe ich einmal den damaligen CDU-Bundestagsabgeordneten Dietrich Austermann einfach angesprochen, ob sie sich einmal den Bundestag anschauen dürfe. Der war damals noch in Bonn.“ Früh sei sie auch Aktivistin bei Greenpeace gewesen. Ihre politische Heimat fand die Wilsteranerin dann bei der SPD, für die sie zuletzt in der Ratsversammlung saß.

In ihrer Bilanz der KiJuPa-Arbeit weist Ann-Christin Martensen schließlich auf eine Vielzahl konkreter Projekte hin – von der Spielplatzbegehung über das Schwimmfest und ein Tanzangebot bis hin zur erfolgreichen Fortführung des Zeitzeugenprojekts. Selbst mit Kotbeuteln für Hunde habe sich das Gremium beschäftigt.

Erfolgreich umgesetzt worden sei auch die Forderung nach einem Fahrradständer am Sportplatz Büttel. „Der wird auch genutzt.“ Auch in der Grundschule sei sie aktiv gewesen, um Dritt- und Viertklässlern Kommunalpolitik zu erklären und für Mitspracherechte zu werben. Lobend äußert Martensen sich schließlich über die gute Zusammenarbeit mit der Verwaltung, aber auch mit dem Seniorenbeirat und örtlichen Vereinen. Gerne wäre sie sozusagen zum Abschluss ihrer Arbeit auch mit den Jugendlichen noch mit nach Kiel gefahren, wo der Landtag besichtigt wurde (siehe auch Infokasten). Leider sei das aus terminlichen Gründen nicht möglich gewesen.

Im nächsten Jahr kann das Kinder- und Jugendparlament – einst von der früheren Ratsfrau Christa Starke begründet – sein 20-jähriges Bestehen feiern. „Mein Wunsch wäre, dass es so erfolgreich weiter geht“, sagt Martensen. Natürlich bringe das für alle Beteiligten auch einen gewissen Zeitaufwand mit. „Aber nichts tun, geht auch nicht.“

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erstellt am 05.Okt.2016 | 17:00 Uhr

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