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Norddeutsche Rundschau

06. Dezember 2016 | 11:20 Uhr

Geflügelpest : „Wir brauchen keine Panikmache“

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Die Geflügelzüchter im Kreis Steinburg sehen Vogelgrippe noch relativ entspannt. Kein Wunder: Gänse, Puten und Co. können bedenkenlos verzehrt werden.

Die Vogelpest geht um und mit ihr die Angst. „Aber Panikmache ist das Letzte, was wir jetzt brauchen“, ist Horst Delfs überzeugt. Der Chef vom Geflügelhof Schmabek ist seit 40 Jahren im Geschäft. Und hat schon viel erlebt. Die Vogelgrippe ziehe durch und gehe wieder vorbei. „Das hatten wir vor zehn Jahren auch.“ Doch die Auswirkungen sind auch heute spürbar. „Wir verlieren zu viel Geld. Vor zehn Jahren waren es fast 50  000 Euro.“ Nach zwei, drei Jahren habe man sich davon erholt und jetzt „gibt es die nächste Klatsche.“

Bei der Grevenkoper Pute sieht Geschäftsführer Timm Klüver die Situation noch relativ entspannt. Das Unternehmen verzeichnet zurzeit zwar einen leichten Umsatzrückgang. Allerdings sei dieser nicht eindeutig auf die Angst vor der Geflügelpest zurückzuführen. „Im November wird traditionell vermehrt Wild gegessen.“ Die Sorgen vor einem Absatzeinbruch vor dem Weihnachtsfest halten sich dem entsprechend in Grenzen. „Wir achten ohnehin auf sehr hohe Hygienestandards“, sagt Klüver. Der Endverbraucher dürfe sich nicht verunsichern lassen. „Es spricht überhaupt nichts dagegen, dass man sich zum Weihnachtsfest Puten-, Gänse- oder Entenbraten schmecken lässt.“

Das unterstreicht auch Kreisdezernent Hans Treinies. „Es besteht überhaupt kein Grund, sich verunsichern zu lassen und auf den Braten zu verzichten.“ Das Geflügelfleisch sei von einer guten Qualität, werde regelmäßig kontrolliert und sei bedenkenlos zu verzehren. Zudem gebe es bisher keinen Fall, bei dem das H5N8-Virus auf einen Menschen übertragen worden wäre. Er sei vor allem froh, dass die Hausgeflügelhalter wüssten, was auf dem Spiel steht und ihre Bestände entsprechend schützen. „Denn Fakt ist, dass der Erreger präsent ist.“

Wer die einfachen Regeln der Küchenhygiene einhalte und das Geflügelfleisch durchgare, habe nichts zu befürchten. Das versichert auch das Bundesinstitut für Risikobewertung: „Das Virus ist hitzeempfindlich. Daher ist der Konsum von vollständig durchgegartem Fleisch und vollständig durcherhitzten Eiern für die menschliche Gesundheit unbedenklich.“

Geflügelzüchter Hans Delfs appelliert: „Lasst doch die Läden hier bei uns nicht hängen. Wir verkaufen doch keinen Mist.“ In Deutschland gebe es immerhin die strengsten Auflagen und Vorgaben. Zumal Geflügelfleisch, Eier und sonstige Geflügelprodukte aus betroffenen Beständen vernichtet würden und nicht auf den Markt gelangen könnten, wie das Bundesministerium auf deren Internetseite schreibt.

>Weitere Infos beim Bundesinstituts für Risikobewertung: www.bfr.bund.de und beim Friedrich-Löffler-Institut: www.fli.de

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erstellt am 30.Nov.2016 | 12:16 Uhr

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