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Norddeutsche Rundschau

20. Januar 2017 | 19:03 Uhr

Störche in Oldendorf : Winterquartier in Oldendorf statt Afrika

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Ein Storchenpaar verzichtet auf die lange Reise und überwintert auf dem Hof von Heino Mahn. Die Quartiere im Kreis Steinburg sind so beliebt, dass die Tiere heftige Kämpfe austragen.

Der Abflugtermin ist längst verstrichen. Aber die Störche im Horst auf dem abgelegenen Hof von Heino Mahn zwischen Oldendorf und Bekdorf machen keine Anstalten, ihr Quartier zu verlassen. Der Landwirt Mahn berichtet, dass ein Storch auch schon im vergangenen Winter am Standort blieb. Mit einer Partnerin hat der Storchenmann in diesem Sommer zwei Jungstörche aufgezogen, die Ende August mit den anderen Störchen in den Süden zogen. Aber die Vogeleltern sind geblieben. Beide stehen allabendlich in aller Eintracht auf dem Horst, sagt Heino Mahn.

Der Weißstorch als klassischer Zugvogel verbringt normalerweise das Winterhalbjahr in Afrika. So ist auch Storch Arthur, der mit seiner Familie Ende August aus Looft in den Süden zog und inzwischen in Nordafrika (Nubische Wüste) laut seines Peilsenders, wie viele seiner Artgenossen angekommen ist.

Grund zur Sorge, dass die beiden unberingten Störche auf dem Hof von Heino Mahn erfrieren müssen, wenn sie hier überwintern, sind laut Storchenexperten unbegründet. Dem großen Vogel soll demnach die Kälte kaum etwas ausmachen, da er die Wärme wesentlich besser speichern kann, als kleine Singvögel. Weißstörche treten ihre wochenlange Reise in den Süden nur wegen der Nahrungsknappheit im europäischen Winter an. Solange keine geschlossene Schneedecke liegt und kein strenger Frost herrscht, gibt es auch vor Ort Nahrung. Erst bei anhaltender Nahrungsknappheit streifen die meisten Störche weiter bis das Klima etwas günstiger und damit auch das Nahrungsangebot größer ist. Manche Artgenossen verlassen nach neuesten Beobachtungen ihr Quartier auch erst im Winter, um dann in Spanien zu überwintern.

Die Quartiere im Kreis Steinburg sind bei den Großvögeln begehrt. In Krempermoor wurden dieses Jahr mehrere Störche unter anderem auf dem Mobilfunkmast, der Feuerwehrsirene und auf Wiesen gesichtet. Zudem wurde ein neuer Horst aufgestellt. Den Ausschlag für den Bau eines neuen Storchennestes gaben die heftigen Kämpfe auf dem bereits bestehenden Nest. Als das alte Paar, das dort seit 2013 erfolgreich brütete und somit eine Nestbindung entwickelte, auf dem Nest ankam, war es bereits von einem neuen Storchenpaar belegt. Den erbitterten Kampf gewann letztendlich das neue Paar, es brachte zwei flugfähige Jungstörche hervor.

Die Familien Grimm, Piening, Schwering, Mischke und Meinert aus Krempermoor setzten sich zusammen, um eine Lösung und einen Standort für ein neues Nest und somit auch für das alte Storchenpaar zu finden. Thies Piening spendierte ein altes Wagenrad, das im Garten der Familie Grimm mit Helfern fachgerecht befüllt wurde. In den geflochtenen Ring aus Weidenstöcken wurden Äste im Schachbrettmuster gelegt, darauf Stroh verteilt und mit einer Schicht Holzschnitzel abgedeckt. Ein ehemaliger Strommast wurde von Familie Mischke zur Verfügung gestellt und das Grundstück in Krempermoor von Tanja Schwering.

Als der Termin für das Aufstellen des Storchennestes ausgemacht wurde, ahnte noch niemand, dass das Weibchen dieses Nest niemals nutzen können wird. Es wurde bereits im Juli mit schweren Verletzungen in Dägeling aufgefunden und musste eingeschläfert werden.

Zum vereinbarten Termin wurde ein Lochspaten geliehen, der besonders für Pfostenlöcher geeignet ist, und das acht Meter tiefe Loch auf Tanja Schwerings Land gegraben. Mit Hilfe von zwei Radladern, gefahren von Piening und Nahrwold, musste die Wagenradhülse auf den Mast gesetzt werden, bevor er in das Loch eingelassen und festgestampft wurde.

Jetzt hoffen alle, dass dieses neue Nest im Jahr 2017 von einem Storchenpaar aufgesucht und angenommen wird.

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