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Norddeutsche Rundschau

04. Dezember 2016 | 00:58 Uhr

Windräder – ja oder nein?

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Stördorfer am Sonntag zur Abstimmung aufgerufen

„Das ist Basisdemokratie.“ So hatte ein Gemeindevertreter im Juli die Entscheidung über einen Bürgerentscheid in Stördorf zum Thema Windenergie kommentiert. Tatsächlich sind am kommenden Sonntag alle wahlberechtigten Stördorfer aufgerufen, ihre Stimme abzugeben. Die Vorbereitungen laufen laut Thorsten Franck planmäßig. Bei dem Leiter des Ordnungsamts Wilstermarsch laufen die organisatorischen Fäden zusammen.

Die Initiative war von Teilen der Einwohnerschaft ausgegangen, der im Vorfeld 46 Unterschriften gesammelt hatten. Die Windkraftgegner verweisen darauf, dass von der Landesregierung aktuell rund 140 Hektar als Abwägungsgebiet für den möglichen Bau von Windkraftanlagen ausgewiesen seien. Das entspricht etwa einem Fünftel des gesamten Gemeindegebiets. Dort könnten theoretisch mindestens ein Dutzend Anlagen mit einer Bauhöhe von jeweils 200 Metern errichtet werden.

Viele Einwohner befürchten Lärm, Infraschall, Schattenschlag, nächtliche Fluglichtbefeuerung, die Zerstörung des charakteristischen Landschaftsbildes und damit eine andauernde Belastung.

Von der Gemeindevertretung wurde ein Votum aus der Bevölkerung ausdrücklich begrüßt. Von hier gab es allerdings auch den Hinweis, dass von Seiten der Landesplanung noch keinerlei Festlegung erfolgt sei. Ursprünglich waren erste Ergebnisse der Neugestaltung der Regionalpläne schon für August angekündigt worden. Auch in vielen anderen Gemeinden wird die Landesplanung mit größtem Interesse verfolgt – entweder mit Argusaugen von Windkraftgegnern oder hoffnungsfroh von Seiten zahlreicher Investoren, die in den Startlöchern sitzen. Diskutiert wird auf Landesebene unter anderem darüber, inwieweit Gemeinden in die Entscheidung für Eignungsflächen einbezogen werden sollen und können.

Für die Wilstermarsch ist dies jedenfalls der zweite Bürgerentscheid innerhalb weniger Monate. Im Juli hatten sich die Beidenflether mit klarer Mehrheit gegen die Errichtung weiterer Anlagen ausgesprochen. Inwieweit der Bürgerwille allerdings in die Landesplanung einfließt, ist noch offen.

In Stördorf ist das Abstimmungslokal im Feuerwehrgerätehaus am Sonntag in der Zeit von 8 bis 18 Uhr geöffnet. Das Ergebnis wird noch am gleichen Abend vorliegen. Franck rechnet angesichts der geringen Zahl von Abstimmungsberechtigten und eventuell auch einer Reihe von Nicht-Abstimmern mit einer sehr schnellen Auszählung. Rund 100 Stördorfer können am Sonntag ihre Stimme abgeben.

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erstellt am 20.Sep.2016 | 10:16 Uhr

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