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Norddeutsche Rundschau

10. Dezember 2016 | 02:12 Uhr

Erneuerbare Energien : Windkraft-Gegner fordern Gehör in Kiel

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Offener Brief aus zwei Gemeinden der Wilstermarsch an Ministerpräsident Torsten Albig.

Nach den klaren Ergebnissen bei Bürgerentscheiden fordern die Windkraftgegner aus Stördorf und Beidenfleth jetzt auch Gehör in Kiel. Im Juli hatten sich die Beidenflether bei einer Beteiligung von mehr als 50 Prozent eindeutig gegen den weiteren Bau von Windkraftanlagen ausgesprochen. In Stördorf fiel die Abstimmung im September noch klarer aus. 86 Prozent der Wahlberechtigten gaben ihre Stimme ab, zwei Drittel von ihnen votierten für einen Stopp der Windkraftpläne.

In einem offenen Brief der Initiatoren aus den beiden Gemeinden an Ministerpräsident Torsten Albig wollen sie sich jedenfalls nicht auf Online-Darstellungen der bis zum Jahresende angekündigten Entwürfe der neuen Regionalpläne vertrösten lassen. Sie fordern Klarheit noch vor der Landtagswahl im Mai nächsten Jahres.

In dem Schreiben an die Staatskanzlei beziehen sich die Windkraftgegner zunächst auf einen Erlass vom Mai 2015. Danach soll „Entscheidungen der Gemeindevertretungen oder Bürgerentscheiden besonderes Gehör verschafft werden“. Entsprechend teilten sie der Landesregierung auch die Ergebnisse der beiden Abstimmungen mit. Antwort aus der Landeshauptstadt: Eine vertiefende Erörterung der Belange werde erst dann für erforderlich gehalten, wenn die entsprechenden Flächen als Vorranggebiet in die Anhörungsentwürfe eingeflossen seien. Das möge man dann im Internet überprüfen.

Für die Windkraftgegner wird eine reine Online-Anhörung „der Tragweite und dem tatsächlichen Sachverhalt vor Ort nicht im Mindesten gerecht“. Wörtlich schreiben sie: „Die Ausweisung der Potenzialflächen ist für uns von existenzieller Bedeutung.“ Die Stördorfer erinnern zum Beispiel daran, dass das aktuell ausgewiesene Abwägungsgebiet noch vor elf Jahren als von besonderer Bedeutung für Tourismus und Naherholung ausgewiesen worden sei. „Nach unserer Auffassung ist es ein schützenswerter charakteristischer Landschaftsraum.“ Dieser Aspekt werde zum Beispiel in einem Gutachten nur unzureichend gewürdigt.

Stördorfer und Beidenfleth äußern abschließend zwar Verständnis dafür, wenn die Landesplanung Raum für den Ausbau der Windenergie schaffen wolle. „Es muss aber auch noch Platz für Freizeit und Naherholung und für die Lebensqualität geben.“ Sie fordern Kiel nun auf mitzuteilen, „wie und bei wem wir unsere Einwände vortragen können“. Auch über einen Besuch von Ministerpräsident Torsten Albig würden sie sich freuen: „Gerne laden wir Sie zu einem persönlichen Gespräch vor Ort ein.“

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erstellt am 25.Okt.2016 | 16:58 Uhr

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