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Norddeutsche Rundschau

05. Dezember 2016 | 13:30 Uhr

Musik : Wilsteraner rocken Hamburger Bühne

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

„Dayfly’s Diary“ legt bei Bandwettbewerb einen furiosen Auftritt hin / Am Ende große Freude über den 7. Platz

Aufregung  ? Anspannung  ? Nervosität  ? Ach was, es herrschte nur die pure Freude: „Endlich war die Bühne einmal groß genug für uns!“ Gitarrist Christoph Martensen konnte sein Glück kaum fassen, als die Progressive Rock-Band „Dayfly’s Diary“ am Wochenende im Finale beim „Oxmox“-Bandwettbewerb in der Hamburger Markthalle antrat. Vor Hunderten von Zuschauern und Fans feierte die Band aus Wilster eine große Party, und Sänger Florian Lindemann war sich bewusst: „Das ist heiliger Boden, da haben schon Größen von Nirvana bis AC/DC gespielt.“

Und den neu gewonnenen Platz nutzten sie, denn nun kam es drauf an: Die zehn erfolgreichsten aus 300 Bands kamen da zusammen, um nach einem halben Jahr den endgültigen, „wahren“ Sieger zu ermitteln. Moderator „Gniechel“ tat alles, um beim Publikum für Durchblick zu sorgen. Da sie als erste am frühen Abend dran waren, war die Band aus Wilster schon am Nachmittag da und konnte gleich mit dem Soundcheck beginnen. „Das war sehr gut für uns mit drei Gitarren“, sagte Gitarrist Christoph Martensen. Waren beim genauen Hinhören beim ersten Song noch einige Ungenauigkeiten zu verspüren, so legte sich das im Verlauf der nächsten drei Titel merklich, und je länger sie spielten, umso sicherer wurden sie und hatten sichtlich Spaß auf der Bühne, die sie auch in ihrer vollen Breite für sich nutzten.

Florian Lindemann (Gesang, Gitarre), Christoph Martensen (Gitarre), Markus Riethmüller (Gitarre, Gesang), Wolfgang Steinhörster (Bass), Karsten Hagmayer (Schlagzeug) und Michael Gergert (Synthesizer, Keyboard) spielten munter drauf los. Mit ihrem psychedelischen Gitarrenrock steigerten sie sich nach dem noch etwas ruhigeren „It’s over“ mit „Can’t Breathe“, dem Coversong „Harmony Korine“ (von Stephen Wilson) und „Time“ in ein freudig-gerocktes Finale hinein.

„Das hat super geklappt, wir hatten keinen Schnitzer“, sagte Sänger Florian Lindemann hinterher. „Und dann ließen wir es richtig krachen.“ Sehr zur Freude der mindestens 75 Fans, denen sie schon vorweg Karten verkauft hatten und die nun – teilweise mit großen Schildern mit dem Bandnamen, die sie in die Höhe hielten – mächtigen Applaus spendeten. „Das war sehr aufregend und spannend für uns“, meinte Schlagzeuger Karsten Hagmeyer. „Wir haben vorher normal geprobt und den Rest dann einfach fliegen lassen.“

Im Publikum rockte auch Oke Thomsen aus Burg (Dithmarschen) mit, ein Arbeitskollege von zwei Bandmitgliedern – stilecht ins weiße „Dayfly’s Diary“-T-Shirt gehüllt. „Ich habe sie schon in den Proben gehört, und das hat mir gut gefallen“, sagte er. Sie hatten eine harte Konkurrenz, die die Spannung bis zur Entscheidung deutlich steigerte. So war es schwer vorherzusehen, was das Publikum und vor allem die Jury davon hielten. Nach zehn Auftritten und fünf Stunden gab es Gewissheit. Zum Sieger kürten die 18 Jurymitglieder und das Publikum schließlich die Band „Fool’s Paradise“ mit ihrem Acid Rock aus Dänemark, denen man ihr jahrelanges Zusammenspiel anhörte, vor „Ela Querfeld“ (Deutsch-Pop aus Nordrhein-Westfalen), „I Come From The Sun“ (Post Grunge aus Sachsen-Leipzig) und „KOA“ (Songwriter-Pop aus Berlin) sowie der „Mind River Band“ (Crossover aus Hamburg).

Für „Dayfly’s Diary“ reichte es zu einem 7. Platz, womit die Bandmitglieder gut leben konnten. „Wir waren ja sowieso hier, um dabei zu sein, sind stolz, dass wir es so weit geschafft haben“, sagte Christoph Martensen.

Alle zehn Bands konnten sich dann der Reihe nach einen von zehn Preisen aussuchen – von einem 1000-Euro-Scheck über einen „Wutzrock“-Slot 2017, eine E-Gitarre und Konzert-Tickets bis hin zum Tattoo-Gutschein – und einer Kaffeemaschine. „Zum Glück mussten wir nicht den Tattoo-Gutschein nehmen. Ich lasse mich nicht gerne stechen“, kommentierte Karsten Hagmayer trocken.

Der „Oxmox“-Herausgeber und Initiator des Wettbewerbs sowie Mitbegründer der Markthalle, Klaus M. Schulz, betonte noch einmal die Vorteile, die der Wettbewerb für die Bands hat. „Frische Talente können in drei Phasen die Locations in Hamburg kennen lernen und können sich Fans heran ziehen. Einige haben das schon gut geschafft und den Wettbewerb als Sprungbrett genutzt.“ Um diese Erfahrung reicher, will sich „Dayfly’s Diary“ nun weiter entwickeln, im Winter ein Demo aufnehmen und sich bei Festivals bewerben, damit zu den bisher lediglich fünf Auftritten noch viele weitere dazu kommen – damit sie zeigen, dass sie keine Eintagsfliege sind.

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erstellt am 12.Sep.2016 | 05:59 Uhr

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