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Norddeutsche Rundschau

09. Dezember 2016 | 12:34 Uhr

Stadtentwicklung : Wilster wird Sanierungsgebiet

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Die Ratsversammlung in Wilster entscheidet über die förmliche Festlegung von Innen- und Altstadt – das könnte Konsequenzen für Grundeigentümer haben.

Es klingt formell und trocken, kann aber weitreichende Auswirkungen auf viele Grundstücksbesitzer in Wilster haben: Die gesamte Innenstadt wird per Satzungsbeschluss zum Sanierungsgebiet erklärt, wobei für die Altstadt dann sogar verschärfte Bedingungen gelten. Der Bauausschuss hatte das Satzungspaket bereits ohne jede weitere Diskussion durchgewunken. Für heute Abend steht die abschließende Entscheidung auf der Tagesordnung der Ratsversammlung.

Der Anlass für die förmliche Festlegung eines Sanierungsgebietes ist offensichtlich: Im Stadtgebiet von Wilster liegen städtebauliche Missstände vor. Angesichts chronisch leerer Kassen sind Verbesserungen aus eigener Kraft kaum möglich. Allenfalls private Initiativen könnten umgesetzt werden. Um in den Genuss von Fördergeldern zu kommen, ist die Ausweisung als Sanierungsgebiet erforderlich.

Betroffen ist eine rund 52 Hektar große Fläche, die als Innenstadt ausgewiesen ist. Hier soll das vereinfachte Verfahren nach dem Baugesetzbuch zur Anwendung kommen. Wesentliche Verbesserungen erhofft man sich aber insbesondere in der Altstadt, die auf einer Fläche von rund zwölf Hektar angesiedelt ist. Für die Grundstückseigentümer heißt das nicht, dass sie zu etwaigen Sanierungsmaßnahmen verpflichtet wären. Allerdings: In ihren Grundbüchern wird ein Sanierungsvermerk eingetragen. Hinzu kommt, dass eines Tages vielleicht Ausgleichszahlungen fällig werden. Laut Verwaltung können dort nämlich sanierungsbedingte Wertsteigerungen nicht ausgeschlossen werden. Für diese wiederum können eines Tages Hausbesitzer zur Kasse gebeten werden. Auch bei einem Eigentümerwechsel hätte die Stadt ein Wörtchen mit zu reden. Sie könnte dann nämlich ein Vorkaufsrecht ausüben.

Betroffen wäre davon aber lediglich der zentrale Bereich des Untersuchungsgebietes, der Kernbereich der Altstadt nämlich. Hier sind zum Beispiel Neuordnungsmaßnahmen im Bereich der ehemaligen Schule am Stadtpark sowie Verbesserungen der öffentlichen Infrastruktur geplant. Wörtlich heißt es in der offiziellen Beschluss-Begründung weiter: Zudem sind hier Maßnahmen vorgesehen, die die Erlebbarkeit und Aufenthaltsqualität des öffentlichen Raumes verbessern sollen. Auch von einer denkbaren Aufwertung der Einzelhandelsstruktur ist die Rede.

Das Sanierungsgebiet „Wilster Altstadt“ umfasst die zentralen Bereiche der Innenstadt um den Marktplatz, den Kohlmarkt und die Burger Straße sowie den Bereich der ehemaligen Schule am Stadtpark. Spannend ist das insbesondere für private Investoren: Außerhalb der Möglichkeit direkter Zuschüsse gibt es hier nämlich auch steuerliche Absetzungsmöglichkeiten für Instandsetzung- und Modernisierungsvorhaben. Die Festlegung des Sanierungsgebiets ist übrigens auf zehn Jahre befristet, kann bei Bedarf aber über 2026 hinaus verlängert werden.

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erstellt am 11.Jul.2016 | 04:50 Uhr

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