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Norddeutsche Rundschau

25. April 2014 | 09:59 Uhr

- Wiesen-Verbot für die Hundefreunde

vom

Baumgarten soll schöner werden - aber ohne die Vierbeiner / Keine Freilaufflächen in Burg vorhanden

Burg | Rund 330 Hunde leben in Burg und keiner darf frei herumlaufen, denn es gibt keine Freilauffläche in Burg. Doch rund zehn Hundebesitzer haben für sich und vor allem für ihre Hunde seit drei Jahren eine Lösung gefunden: Sie treffen sich morgens im unteren Bereich des Burger Baumgartens an der Holzbrücke und lassen auf der großen Wiese ihre Hunde gemeinsam frei laufen. Dort hat die Gemeinde auch einen Beutelspender und Mülleimer aufgestellt, um die Hinterlassenschaften zu entsorgen. Die "Hundefreunde Burg und Umgebung", wie sich die Gruppe um Sascha Dorn, Inga Maes und Heinz-Uwe Tödter auf der Internetplattform Facebook nennt, macht davon Gebrauch. Dabei wird auch schon mal Kot aufgesammelt, der nicht von den eigenen Tiere stammt. Auch Glasscherben und Müll sammeln die Hundefreunde regelmäßig, damit sich ihre Tiere, aber auch Kinder nicht verletzen.

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Während die Vierbeiner toben und die Kinder spielen, stehen die Hundehalter zusammen beim Klönschnack. Gern gesellt sich auch Joggerin Danuta Beyer zu ihnen. Die 61-Jährige dreht täglich im Park ihre Runden. Die freilaufenden Hunde stören sie nicht, deren Halter sind "nette Leute".

Doch vor einem Monat legte sich ein Schatten auf das allmorgendliche Ritual. Ein Anwohner beschwerte sich beim Ordnungsamt, ein Mitarbeiter des Amtes schaute vorbei und wies auf den Leinenzwang hin. "Wo ist das Problem", fragte sich Heinz-Uwe Tödter, "es war kein Mensch in der Nähe." Die Hundefreunde folgten der Aufforderung, doch die Idylle ist gestört.

Man wandte sich an Bürgermeisterin Elke Goehlke-Kollhorst. "Wir haben beantragt, dass man im Bereich des unteren Baumgartens den Leinenzwang von 8 bis 11 Uhr aufhebt, damit die Hunde dort sozial verträglich toben können", berichtete Tödter. "Die Idee ist nicht schlecht, aber nicht im Baumgarten", erklärte Goehlke-Kollhorst auf Nachfrage unserer Zeitung. Viele Bürger würden den Park zum Spazierengehen nutzen. "Der Baumgarten ist zu schade als Hundefreilauffläche."

Inga Maes ist Anliegerin: "Ich kann sehen, wieviele Leute den Baumgarten nutzen: nämlich nahezu null." Dieser Umstand ist auch Antje Osterholz, Vorsitzende des Touristik- und Kulturausschusses, bekannt. Sie hat sich 2010 auf die Fahne geschrieben, die Attraktivität des Baumgartens zu steigern, damit das Kleinod im Herzen Burgs mehr genutzt wird. Die FDP-Politikerin: "Mitten im Ort möchten wir nicht gern einen Hundepark haben." An der Leine dürfe natürlich jeder seinen Hund mitnehmen. Für ein Freilaufen sieht Osterholz keine Chance. "Wir wollen den Baumgarten auf Vordermann bringen", unterstrich sie und berichtete, dass es gelungen sei, für drei Jahre eine Zusatzkraft einzustellen, die sich nur um den Baumgarten kümmert. Zum Wochenbeginn rückte bereits der Bauhof an: Die Holzbrücke wurde gestrichen und die Grasflächen wurden gemäht. Würde man die Wiese offiziell auch nur stundenweise zur Freilaufzone machen, ,,laufen hier plötzlich 20 Hunde herum. Dann können wir den Baumgarten dicht machen", ist Osterholz überzeugt. Bürgermeisterin Goehlke-Kollhorst sagte den Hundefreunden immerhin zu, nach einer Ausweichfläche zu suchen. Sabine Gehrken von Burg aktiv hatte Verständnis für die Hundehalter: "Man muss sich Gedanken machen über die Anregungen der Hundehalter."

Diese haben inzwischen rund 100 Unterschriften von Unterstützern an die Bürgermeisterin übergeben. Und sie hoffen weiter auf eine Lösung: "Nirgendwo ist es gestattet seinen Hund von der Leine zu lassen." Im Paradiestal habe ein Polizist, am Kanal ein Jäger sie ermahnt. "Wo sollen wir denn hin."

Osterholz will das Thema mit in den Ausschuss nehmen. Bis Burgs Politik aber entscheidet, müssen die Hundefreunde weiterhin nach den Mitarbeitern des Ordnungsamtes Ausschau halten oder ihre Vierbeiner an die Leine nehmen.

von Jörg Jahnke
erstellt am 05.Jul.2012 | 07:06 Uhr

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