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Norddeutsche Rundschau

06. Dezember 2016 | 18:59 Uhr

Nortorf : Wieder ein Unfall am Bahnübergang

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

50-Jähriger wird mit seinem Fahrzeug von einem Güterzug 150 Meter weit mitgeschleift. Dramatische Rettungsaktion am Andreaskreuz.

Dass der Mann mit schwersten Verletzungen, aber noch lebend aus seinem zertrümmerten Kombi geborgen werden konnte, grenzt an ein Wunder. Ein aus Brunsbüttel kommender Güterzug hatte den Wagen des 50-jährigen aus Neuendorf-Sachsenbande gestern Nachmittag gegen 15.45 Uhr auf einem unbeschrankten Bahnübergang im Bereich Moorweg erfasst und rund 150 Meter mitgeschleift.

„Jahrelang ist hier nichts passiert und jetzt innerhalb von zwei Wochen gleich zweimal“, kommentierte ein Feuerwehrmann die dramatische Rettungsaktion. Feuerwehrleute aus Wilster, Nortorf, Landscheide, St. Margarethen und Aebtissinwisch-Ecklak sicherten den Unfallort und brachten schweres Rettungsgerät in Stellung, um das Unfallopfer aus dem völlig deformierten Fahrzeug befreien zu können. Derweil kümmerten sich Notärzte und Rettungssanitäter um den in seinem Citroen eingeklemmten Mann. Erst als Feuerwehrleute mit Hilfe einer Rettungsschere das Dach des Autos aufgeschnitten hatten, konnte Mann befreit werden. Nach Mitteilung der Polizei war der 50-Jährige in Richtung Norden unterwegs, als er die lediglich mit einem Andreaskreuz gesicherte Bahnquerung erreichte. Die Lok des Güterzugs erfasste seinen Wagen in der Mitte, ein mitgeführter Anhänger riss ab. Erst 150 Meter weiter an einem weiteren Bahnübergang kam der Zug zum Stehen. Der Lokführer wurde mit einem Schock ins Itzehoer Klinikum gebracht.

Zur Unfallursache konnte die Polizei gestern noch keine Angaben machen. Vor Ort waren Beamte der Landespolizei und der Bundespolizei eingesetzt, die Unfallaufnahme erfolgte durch Beamte des Polizeireviers Brunsbüttel. Auch die Höhe des Schadens konnte noch nicht beziffert werden.

Vor nicht einmal zwei Wochen hatte es an gleicher Stelle einen schweren Unfall gegeben, der für den 42 Jahre alten Mitarbeiter eines Entsorgungsunternehmens aber glimpflich verlaufen war. Beim Überqueren der Bahnstrecke hatte er offenbar eine herannahende Rangierlok übersehen, die den Lkw erfasste und in den Graben schleuderte.

Immer wieder ist es in den vergangenen Jahren in Schleswig-Holstein zu schweren Unfällen an Bahnübergängen gekommen. Erst am Pfingstsonntag war in Kotzenbüll ein Auto von einem Zug erfasst worden. Der 51-jährige Autofahrer starb bei dem Unfall. Bürger und Verkehrsverbände fordern von der Bahn, die nur mit Andreaskreuz gekennzeichneten Übergänge besser zu sichern. Die nur für den Güterverkehr genutzte Bahnstrecke zwischen Wilster und Brunsbüttel wurde am Nachmittag erst einmal gesperrt. Auswirkungen auf den übrigen Bahnverkehr hatte das nicht.

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erstellt am 19.Mai.2016 | 17:14 Uhr

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