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Norddeutsche Rundschau

04. Dezember 2016 | 23:21 Uhr

Itzehoe : Wieder bessere Luft in der Lindenstraße

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Nachdem Anfang der 2000er erhöhte Schadstoff-Werte gemessen wurden, ist inzwischen wieder alles im grünen Bereich

Die Behörden vermelden einen Erfolg im Kampf gegen die gesundheitsgefährdenden Auswirkungen des Stadtverkehrs: Die Schadstoffbelastung durch schädliche Stickoxide in der Lindenstraße ist in den vergangenen Jahren deutlich zurückgegangen. Die dortige Messstation kann voraussichtlich in näherer Zukunft abgebaut werden.

„Die dort ergriffenen Maßnahmen haben zu einer nachhaltigen Verbesserung geführt“, sagt Joachim Lehmhaus, Leiter der Lufthygienischen Überwachung Schleswig-Holstein. Die Landesbehörde hatte die Lindenstraße Anfang der 2000er Jahre als besonderen Problembereich identifiziert. „Dort kommen zwei Dinge zusammen: Zum einen ist das Verkehrsaufkommen auf dieser Bundesstraße sehr hoch. Zum anderen ist die Straße zwischen dem Dithmarscher Platz und der Einmündung Brückenstraße recht schmal und beidseitig dicht bebaut“, erklärt Heike Mayer, die die Messungen vor Ort betreut. Dies habe dazu geführt, dass sich schädliche Stickoxide dort besonders stark gesammelt haben. Der EU-weite Grenzwert für die Jahresbelastung wurde teilweise um mehr als 50 Prozent überschritten.

Stickoxide, die zuletzt im Zuge des VW-Abgasskandals ins Blickfeld der breiten Öffentlichkeit rückten, können die Lunge schädigen. Erhöhte Konzentrationen in der Luft sind laut Umweltbundesamt vor allem für Asthmatiker ein Problem. „Uns ist nach ersten Messungen seinerzeit schnell klar geworden, dass wir dort handeln müssen“, so Mayer. Eine automatische Messstation am Straßenrand bestätigte den ersten Eindruck. „Über Jahre wurden in der Lindenstraße Grenzwerte deutlich überschritten.“ Die Verkehrssituation musste geändert werden, um eine Gesundheitsgefährdung für die Anwohner abzuwenden.

„Die Stadt hat dann richtig gehandelt“, sagt Lehmhaus, dessen Behörde zwar die Daten liefert, aber nicht selbst Maßnahmen zur Verbesserung der Luftqualität ergreifen kann. Die Verkehrsführung wurde angepasst und der Schwerlastverkehr über Leuenkamp und Brückenstraße umgeleitet. „Dort ist die Bebauung günstiger. Es gibt mehr Lücken und den angrenzenden offenen Schienenbereich“, erklärt Mayer. Deshalb bilden sich dort keine hohen Konzentrationen von Stickoxiden, obwohl der Verkehr insgesamt eher zugenommen habe. „Durch den betroffenen Bereich der Lindenstraße fahren aber heute 40 Prozent weniger Lastwagen und zehn Prozent weniger Autos als 2006“, sagt Lehmhaus. Insbesondere die reduzierte Zahl der Lkw, deren große Dieselmotoren besonders viele Stickoxide ausstoßen, habe zur Verbesserung der Luftqualität beigetragen.

„Wir liegen in den vergangenen zwei Jahren deutlich unter dem Grenzwert und auch erste Zahlen für 2016 bestätigten bisher diese Entwicklung“, sagt Mayer. Einige Zeit will die Behörde die weitere Entwicklung noch mit der automatischen Messstation kontrollieren. Mayer und Lehmhaus sind sich aber sicher, dass die Verbesserung nachhaltig ist. „Gleichzeitig kontrollieren wir natürlich auch die Qualität der Luft entlang der Ausweichstrecke, insbesondere in der Brückenstraße. Dort haben wir aber bisher keine erhöhten Werte durch die Umleitung des Verkehrs festgestellt“, sagt Mayer.

Eine weitere Verbesserung der Luftqualität erwartet Lehmhaus für die Zeit nach der Fertigstellung der südlichen Umgehung Itzehoes, der sogenannten Südspange, die für Mitte 2017 geplant ist. „Das dürfte zu einer weiteren Entlastung der Innenstadt führen.“

 

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erstellt am 23.Mai.2016 | 05:26 Uhr

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