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Norddeutsche Rundschau

06. Dezember 2016 | 15:13 Uhr

Anliegerprotest : Widerstand gegen Ausbaukosten

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Die Anwohner im Ostlandweg in Krempe sind in Sorge: Die Straße soll augebaut werden - und sie sollen zahlen.

Die Kremper Politik plant umfangreiche Arbeiten am Ostlandweg. Und damit kommen auf die Anlieger hohe Kosten zu. Das sorgt für jede Menge Diskussionsstoff in der Stadt.

Hintergrund ist die notwendige Erneuerung der Schmutz- und Regenwasserkanäle in der Straße. Der geplante Vollausbau sei erforderlich, da sich auch die Straße in einem sanierungsbedürftigen Zustand befinde, hieß es während der jüngsten Ratsversammlung. Unterhaltungsmaßnahmen wie zum Beispiel die Erneuerung der Oberflächen und der Gehwege seien bloßes Flickwerk. Aus bautechnischer Sicht sei die gesamte Erneuerung des Straßenaufbaus erforderlich.

Weil das Thema finanzielle Brisanz birgt, wurde es während der jüngsten Ratssitzung kurzfristig von der Tagesordnung genommen. Eigentlich hätte über den Ausbau der Straße und die Erhebung von Straßenausbaubeiträgen beraten werden sollen. Nun soll es Anfang Dezember eine weitere Anwohnerversammlung geben. Vermutlich wird das Thema dann auf der Dezember-Ratssitzung erneut behandelt. Ein knappes Dutzend Anwohner war zur jüngsten Ratsversammlung gekommen, um seinem Unmut über die Pläne der Stadt sichtbar zu machen.

Der Ostlandweg befindet sich an der südwestlichen Stadtgrenze in Richtung Süderau. Gemeinsam mit dem angrenzenden Grünen Weg kennen viele Kremper das Areal als die ab den 1950er Jahren entstandene „Siedlung“. Die Grundstücke in den Straßen sind mit Einzel- und Doppelhäusern bebaut. Der Ostlandweg ist eine 1968 errichtete Anliegerstraße. Die Kosten für die gesamten Baumaßnahmen belaufen sich nach Berechnung eines Ingenieurbüros auf gut 1,8 Millionen Euro.

Die Kremper Ratsmitglieder hatten schon während ihrer Sitzung am 27. September ein Programm zum Ausbau der Anliegerstraße beschlossen. Auf zwei Veranstaltungen wurden die Grundstückseigentümer über das Bauvorhaben informiert. Dabei ging es nicht nur um technische Details, sondern vor allem um die Kosten, die auf die Eigentümer zukommen. Und die sind teilweise erheblich. Von den 1,8 Millionen Euro Gesamtkosten sind gut 805  000 Euro beitragspflichtig. Von dieser Summe wiederum würden 75 Prozent auf die Grundstückseigentümer umgelegt. Das wären insgesamt knapp 604  000 Euro. 25 Prozent, also rund 201  000 Euro, müsste die Stadt tragen. 45 Grundstücke wären am Ostlandweg zu berücksichtigen. Erhoben würden die Anteile anhand der Grundstücksgrößen: Bei 300 Quadratmetern würden knapp 5500 Euro fällig, bei 522 Quadratmetern läge der Straßenausbaubeitrag für den Eigentümer bei fast 9500 Euro.

Viel Geld also. Und entsprechend groß ist der Widerstand seitens vieler Anwohner. Die können nun vor einer Entscheidung durch die Ratsversammlung noch einmal mit den Politikern ins Gespräch kommen. Doch ob es größeren Bewegungsspielraum gibt, scheint eher fraglich zu sein. Als einzige Alternative bliebe wohl nur die Neuverlegung der Entwässerungseinrichtungen und die provisorische Wiederherstellung der Straßenoberfläche.

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