zur Navigation springen

Norddeutsche Rundschau

06. Dezember 2016 | 17:10 Uhr

Präsentation : Weltneuheit von Piening

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Neuer Propeller des Unternehmens aus Blomesche Wildnis wird demnächst auf einer Messe präsentiert

Mathias Pein, Inhaber des Unternehmens Piening Propeller, ist stolz auf das neue Produkt aus seinem Hause. „Es ist eine Weltneuheit.“ Gemeint ist ein Verstellpropeller. Neu an dem Produkt sind unter anderem die Technologie, die Werkstoffe, und die Wasser betriebene Hydraulik.

Diesen Propeller wird Mathias Pein im September auf der internationalen Messe für Schiffbau, Maschinen und Meerestechnik (SMM) in Hamburg vorstellen. Das Produkt hat er zum Patent angemeldet. Rund eine halbe Million Euro sind in die Entwicklung geflossen.

Eineinhalb Jahre ist der neue Verstellpropeller im Hause Piening getestet worden. In der vergangenen Woche gab es für Mathias Pein das Zertifikat vom DNVGL (Det Norske Veritas und Germanischer Lloyd). „Plus Genehmigung, den Propeller jetzt fertigen zu dürfen“, erklärt der 51-jährige Unternehmer. Der DNVGL habe „hohe Anforderungen“ gestellt. „Wir haben ihn von vornherein mit eingebunden.“ Und eines war Pein wichtig: „Wir haben die Anlage auf Herz und Nieren getestet.“ Denn die Verstellpropeller – die Flügel sind verstellbar – sind auch für große Schiffe geplant. „Hier könnten wir uns keinen größeren Ausfall leisten“, sagt er zu Liegezeiten in einem Störfall.

Grund für das neue Produkt war die Nachfrage von Kunden. 2013 entschloss sich Mathias Pein deshalb, im eigenen Haus zu konstruieren. Ein Glück war für ihn, dass er den Konstrukteur Pierre Adam (50) aus Frankreich für diese Arbeit in der Blomeschen Wildnis gewinnen konnte. „Wir fingen bei Null an. Unser Vorteil war, dass wir Ideen und Erfahrungen hatten, die in das neue Produkt einfließen konnten.“

Die halbe Million Euro Entwicklungskosten seien das größte Investment seit Beginn des Unternehmens. In den Hallen von Propeller Piening in der Blomeschen Wildnis wurde die Anlage unter Volllast getestet. Über viele Tage wurden zwei Millionen Verstellungen der Flügel unter maximalem Druck vorgenommen.

Fünf-Flügel-Propeller an sich sind nicht Neues. Neu ist die Konstruktion der gesamten Anlage. Und die hohe Sicherheit beim Guss, um Reparaturen zu vereinfachen. Deshalb war bei der Konstruktion eine zentrale Frage, wie die Flügel an der Nabe angebunden werden sollten. „Ob der Bolzen innen oder außen sitzt. Wir können jetzt beides.“ Gebaut wird je nach Anforderung des Schiffstyps – ob für die Marine, die Seefahrt oder für die Yacht. „Das Produkt ist benutzerfreundlich“, sagt Pein.

Wobei ein Knackpunkt die Hydraulik war. „Normal ist, dass sie mit Öl betrieben wird. Das Problem sind da die Dichtungsringe, die mit der Zeit zerschleißen. Seewasser kommt herein, Öl kann austreten.“ Und die Vorgaben seien immer strenger geworden.

Also wurde etwas Neues auf den Weg gebracht: Statt mit Öl wird die Hydraulik mit Wasser betrieben. „Damit können wir den selben Druck aufbauen.“ Für diese Entwicklung wurden besondere Materialien genommen: Hochwertiges Niro – ein rostfreies Stahl – sowie spezielle beschichtete Kompositwerkstoffe. Letztere müssen die spezielle Reibung verkraften können. „Diese Entwicklung ist komplett neu“, erklärt Mathias Pein.

Beide Varianten der Hydraulik können jetzt bei ihm bestellt werden: Sowohl mit Öl betrieben, als auch mit Wasser.

„Stolz“ sei er auch, dass das neue Produkt „die Umwelt verbessert“. Denn seit 2008 ist Mathias Pein bei der Industrie- und Handelskammer in Kiel Vorsitzender des Arbeitskreises Umwelt und Energie.

Karte
zur Startseite

von
erstellt am 20.Jul.2016 | 12:00 Uhr

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Themen zu diesem Artikel:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen