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Norddeutsche Rundschau

05. Dezember 2016 | 03:36 Uhr

Schlotfeld : Wasserbau-Azubis schaffen neuen Lebensraum

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Projekt in der Rantzau soll Flusslauf ökologisch aufwerten.

Die Renaturierung der Rantzau liegt ihnen am Herzen: Um sie voranzutreiben initiierte der Deich- und Sielverband Rantzau wie in de n vergangenen Jahren zusammen mit den angehenden Wasserbauern der Wasser- und Schifffahrtsverwaltung Nord ein Projekt. Die Auszubildenden lernten zum Ende des zweiten Lehrjahres unterschiedliche Methoden für kostengünstige Maßnahmen der Renaturierung kennen und auch schätzen.

„Wir haben, bis auf ein paar Drähte, alles aus natürlichen Baustoffen errichtet“, unterstrich Jan Wagner, Auszubildender beim Wasser- und Schifffahrtsamt Kiel-Holtenau (WSA) und fügte hinzu, dass so eine Verrottung ohne Rückstände erfolgen könne.

Eine ganze Woche lang haben sich die 17 angehenden Wasserbauer von verschiedenen Standorten an der Rantzau mit der Renaturierung des Flusses beschäftigt. Jetzt erfolgte die Bauabnahme, zu der sich neben Verbandsvorsteher August Schierbecker vom Deich- und Sielverband Rantzau auch Schlotfelds Bürgermeister Lothar von Borstel sowie zahlreiche Vertreter der an der Maßnahme beteiligten Ämter sowie die Ausbilder Dennis Hoffmann und Wolfgang Zeiscke an der „Baustelle“ eingefunden hatten. „Es ist schon großartig, was die Azubis hier auf einer rund einen Kilometer langen Strecke bewältigt haben“, zeigte sich der Verbandsvorsteher zufrieden.

Durch das gemeinsame Projekt solle insbesondere erreicht werden, dass der Nebenfluss der Stör wieder in kurvigen Bahnen fließe. Und das nicht nur aus ökologischen Gründen, sondern auch zur Hochwasserprävention. Weiteres Ziel sei es, den Fluss stärker zur eigendynamischen Entwicklung anzuregen.

Im Rahmen der Bauabnahme lobten die Anwesenden, zu denen Diplom-Biologin Cordelia Triebstein von der Hohenasper Geschäftsstelle der Wasser- und Bodenverbände sowie Stefan Witt als Geschäftsführer des Wasserverbandes Bekau, Wasserbaumeister und Ausbildungsberater Peter-Jörg Mahn, Norbert Knaack von der Unteren Naturschutzbehörde, Annett Voth und Bianca Lingk vom Landesbetrieb für Küstenschutz, Nationalpark und Meeresschutz Schleswig-Holstein (LKN) und Reinhard Weich von der Interessengemeinschaft Rantzau gehörten, die Arbeit der engagierten Auszubildenden.

Durch spezielle Maßnahmen auf sechs Streckenabschnitten werde nicht nur der Wasserquerschnitt eingeengt, sondern auch die Wasserströmung umgeleitet, erklärte Folke Carstens vom WSA Tönning seine Arbeit. Unter anderem seien Sohlangleichungen und eine Sohlanhebung mit Fichtenwipfeln und Dreiecksbuhnen vorgenommen worden. „Dadurch bilden sich Strömungsverwirbelungen, so dass Fische dort Platz zum Laichen oder Schutz vor größeren Fischen und Vögeln finden“, fügte der Auszubildende hinzu. Eine Holzschicht biete zudem einen neuen Lebensraum für Wasserinsekten.

An anderer Stelle sorgten die Azubis, mit Hilfe von Dreiecksbuhnen und Faschinen für eine Mäanderbildung. „Unser Ziel war es, die Strömung des Flusses so umzuleiten, dass das gegenüberliegende Ufer abbricht und wieder zu seiner natürlichen Form zurückkehrt.“

Bei dem aus Landes- und Bundesmitteln im Rahmen der EG-Wasserrahmenrichtlinie geförderten Projekt wurde neuer Lebensraumes für Tiere und Pflanzen geschaffen. 

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