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Norddeutsche Rundschau

08. Dezember 2016 | 21:18 Uhr

Katholische Kirche : Vom Stadt- zum Landpfarrer

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

15 Jahre lang wirkte Joachim Kirchhoff in Lübeck, nun wird er Seelsorger für 11 000 Katholiken im Bereich Heide-Itzehoe.

Noch stehen Berge von Umzugskartons in seiner Itzehoer Wohnung, die Küche muss noch renoviert und so manches Möbelstück an seinen Platz gerückt werden: Ganz angekommen ist Joachim Kirchhoff noch nicht. Vergangene Woche wurde der katholische Pfarrer in Heide in sein Amt eingeführt und hat damit die Nachfolge von Ulrich Krause angetreten, der zuvor acht Jahre lang in Itzehoe gewirkt hatte.

Strukturelle Umbrüche sind der Grund für den Personalwechsel: Kirchhoff soll die beiden Pfarreien St. Josef in Heide und St. Ansgar Itzehoe zu einem pastoralen Raum zusammenführen und ist damit für mehr als 11 000 Gläubige zwischen Heide und Glückstadt zuständig. Keine Leichte Aufgabe. Aber: „Ich habe den Eindruck, dass das gehen kann“, sagt der 53-Jährige und lacht.

Er wirkt optimistisch, sich viele Sorgen zu machen ist nicht sein Ding. Dafür ist er wohl schon zu lange Priester. 1989 empfing der gebürtige Emsländer die Weihe in Osnabrück, arbeitete als Kaplan zunächst in Eutin, dann in Georgsmarienhütte. 1996 bis 2001 wirkte er von Plön aus als Landesjugendseelsorger. Die letzten 15 Jahre war Kirchhoff Pfarrer von St. Birgitta in Lübeck. „Eine Multi-Kulti-Gemeinde mit vielen Einwanderern. Wir hatten sogar Thomas-Christen aus Pakistan.“ Größtes Bemühen des Pfarrers war daher, die verschiedenen Menschen zusammenzubringen. „Mir ist wichtig, dass wir eine Kirche für alle sind, Junge und Alte, Dumme und Kluge, Arme und Reiche.“ Alle sollten ihren Platz in der Gemeinde haben. „In Lübeck waren die Senioren immer die größten Fans der Jugendbands. Und das ist gut so.“

Dass die Struktur des neuen pastoralen Raums in und um Itzehoe eine andere ist, dass er von der Stadt auf das Land zieht, ist Kirchhoff durchaus bewusst. Anknüpfungspunkte sieht er dennoch: „Als ich gehört habe, dass es in Itzehoe ein großes Familienzentrum gibt, dass sich in der Flüchtlingsarbeit engagiert, war ich begeistert.“

Und wie kann es gelingen, 11 000 Katholiken unter einen Hut zu bringen? „Wir müssen einerseits die Angebote dort machen, wo die Leute leben, aber andererseits auch nicht vor weit auseinanderliegenden Kooperationen zurückschrecken.“ Dass dazu die Laien neben den Amtsträgern stärker mit eingebunden werden müssten, stehe außer Frage. Fortbildungen seien nötig, damit sie auch Gottesdienste leiten könnten.

Seine neue Heimat kennt Kirchhoff bis jetzt nur vom Durchfahren und von einigen Priestertreffen in Itzehoe. Beim Erkunden helfe ihm vielleicht das E-Bike, das er in Lübeck als Abschiedsgeschenk bekam: „Fahrradfahren ist eines meiner Hobbys.“



> In nächster Zeit wird sich Joachim Kirchhoff in allen Gemeinden des pastoralen Raums persönlich vorstellen. Am Sonntag hält er die Messe in St. Ansgar, Itzehoe, die ausnahmsweise auf 10 Uhr verschoben ist. Parallel wird eine Kinderkirche angeboten.

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erstellt am 16.Okt.2016 | 08:00 Uhr

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