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Norddeutsche Rundschau

29. April 2017 | 07:40 Uhr

Kultur : Volkshochschule übernimmt Atrium

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Das Museum in Brunsbüttel soll mit neuem Konzept ins Programm für Schleusenführungen eingebunden werden.

Ohne das Engagement der Brunsbütteler Volkshochschule wäre das Schleusenmuseum Atrium neben der Brunsbütteler Tourist-Info über kurz oder lang aufgegeben worden. Jetzt hat die Einrichtung des Wasserstraßen- und Schifffahrtsamts (WSA) wieder eine Zukunft. Seit Herbst wurde darüber verhandelt, dann waren die Verträge unterschriftsreif und wurden gestern ratifiziert. Die VHS übernimmt den Betrieb des kleinen Museums.

Wenn die neue Leiterin Bettina Meier das Atrium am Sonntag, 30. April, um 10.30 Uhr, für die neue Saison öffnet, wird sich noch wenig verändert haben. Manches soll im Laufe der Saison an die Vorstellungen der neuen Hausherren angepasst und ein Konzept über den Winter bis zur Saison 2018 umgesetzt werden.

Was zunächst zählt, ist, dass das Atrium eine neue Perspektive hat. Die wäre beim WSA nicht gegeben, erklärt dessen Brunsbütteler Leiterin Gesa Völkl. Ein Museumsbetrieb gehöre nicht zu den vordringlichen Aufgaben ihrer Behörde. „Dafür haben wir gar keine Kapazitäten.“ Die VHS sei dafür der ideale Partner macht sie deutlich und verweist auf ihre Erfahrungen aus Magdeburg. Das Infozentrum zum dortigen Wasserstraßenkreuz, das den Mittellandkanal über die Elbe führt, sei an eine ähnliche Einrichtung abgeben worden – und laufe gut.

Eine Zusammenarbeit zwischen Volkshochschule und WSA ist in Brunsbüttel nicht neu. Mit Hilfe der Behörde wurden die Schleusenführer ausgebildet und werden durch das WSA regelmäßig auf dem Laufenden über die Baustelle der fünften Schleusenkammer gehalten. Und die VHS kümmert sich um die Inhalte im Schleusen-Informationszentrum an der Schillerstraße. Beides, betont Gesa Völkl, funktioniere bestens.

Roland Ladage, beim Bildungsträger zuständig für die Führungen, sieht das Atrium als idealen Baustein für das Konzept der Schleusenführungen. Das Museum liefert Einblicke in die Bauzeit, die geführten Rundgänge zeigen die Schleusenanlage, wie sie heute ist. Und im Schleusen-Informationszentrum können die Besucher mit Hilfe der Webcams auf Europas derzeit größte Wasserbaustelle blicken – und damit in die Zukunft der Anlage. „Das macht aus den Führungen eine runde Sache“, ist VHS-Leiterin Elke Schmidt-Wessel überzeugt. „Ich bin sehr froh, dass wir das zum Abschluss gebracht haben.“

Das Atrium hat im vorigen Jahr über 6000 Besucher gelockt, die sich dort über den Kanal- und den Schleusenbau informiert haben. Den Gästen soll in Zukunft noch einiges mehr geboten werden. So hat das Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt gerade vom NDR einen aktuellen Film über den Nord-Ostsee-Kanal gekauft. Und Gesa Völkl kündigt an, der VHS als neuer Betreiberin Material zur Verfügung stellen zu wollen, das den vom Kanal mit angestoßenen Aufstieg Brunsbüttels vom Dorf zur Stadt verdeutlicht. Schließlich soll das Atrium auch verstärkt für Veranstaltungen geöffnet werden.

Über die Kosten für die Volkshochschule sprechen Vorsitzender Gerhard Osterwald und seine Stellvertreterin Andrea Maaz nicht, sind sich aber mit Elke Schmidt-Wessel einig, dass die VHS sich dieses Museum leisten könne. Einige Unterhaltungskosten bleiben ohnehin beim WSA.

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erstellt am 20.Apr.2017 | 12:42 Uhr

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