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Norddeutsche Rundschau

05. Dezember 2016 | 13:39 Uhr

Spundwand : Vlies gegen den Verfall

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Nach nur zehn Jahren muss die Spundwand zwischen Sperrwerk und Rhinschleuse erneuert werden

So mancher Spaziergänger wundert sich: mal wird am Außenhafen an der neuen Spundwand gearbeitet, mal nicht. Der Bagger steht dann still an der Böschung, niemand ist zu sehen. Der Grund ist einfach: Die Baustelle ist abhängig von der Tide. Bei Niedrigwasser kann der Bagger das Erdreich ausheben, bei Hochwasser nicht.

Für die Baustelle ist Tino Dreßler (28), Mitarbeiter des Landesamtes für Küstenschutz, verantwortlich. Die Spundwand wird erneuert, erklärt der Techniker. „Die Hohlräume waren so groß, dass Handlungsbedarf bestand“, erklärt Dreßler. „Die Standfestigkeit war nicht mehr gewährleistet.“

Die bisherige Spundwand aus Stahl an dem Teilstück zwischen Hafensperrwerk und Rhinschleuse wurde erst 2006 neu gebaut. „Vorher war es eine Wand aus Holz.“ Warum es in den Folgejahren zu Ausspülungen kam, ist klar. Unklar ist dem Mitarbeiter des Landesamtes für Küstenschutz, warum damals so gebaut wurde.

Es ist die Konstruktion, die zum Problem führte. Die Spundwand hatte Schlösser, über die Wasser abfließen konnte. „Diese Bohrungen sind bewusst offen gelassen worden“, erklärt Dreßler. Die Wand war über diese Bohrlöcher über zirka 30 Meter lange Metallstangen im dahinter liegenden Erdreich verankert. Um eine stabile Lage zu erreichen, waren die Enden der Anker mit Beton ummantelt.

Der Knackpunkt: Über den Wasserabfluss flossen auch Sedimente wie Schlick, Sand und Kleie ab – so wurde das Konstrukt hinter der Wand immer weiter ausgespült. Und auch die Standfestigkeit der Anker war so nicht mehr sicher. Bei den Arbeiten jetzt werden daher die Anker freigelegt, um den Schaden erkennen zu können.

Bei dem neuen Aufbau wird Vlies gelegt, so dass künftig nur noch das reine Wasser austreten kann. „Auch die Anker werden mit Vlies ummantelt“, erklärt Tino Dreßler. Darüber werden Kiesschichten gelegt. Durch das Vlies kann sich künftig die untere Kleieschicht nicht mehr mit dem Kiesbett verbinden. Die Sedimente bleiben unten. Als letzte Schicht erfolgt dann das Deckwerk. Dies ist ein Begriff aus dem Wasserbau für eine Steinschicht. In diesem Fall werden Granitsteine verwendett.

Eigentlich sollte die Baustelle, die Anfang Juli begann, nur fünf Wochen dauern. „Wir wussten aber nicht genau, was uns erwartet.“ Und tatsächlich gab es einen Mehraufwand. Unter anderem, weil das Entfernen der vorhandenen Bitumenschicht des Deckwerkes länger dauerte als erwartet. Die Bitumenschicht war über die Steine geschüttet worden, um ihnen Halt zu geben. Darunter gab es einen Verguss aus Beton. Wahrscheinlich wie die Maßnahme noch bis Mitte September andauern. „Der Hochwasserschutz hat oberste Priorität.“

Von den Arbeiten in dieser Woche – das Profil wird angelegt – hängt ab, wann das Vlies eingebaut wird. „Ende der Woche oder Anfang der nächsten Woche“, sagt Dreßler. Die gesamte Baumaßnahme kostet 145  000 Euro.

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erstellt am 17.Aug.2016 | 04:45 Uhr

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