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Norddeutsche Rundschau

06. Dezember 2016 | 22:55 Uhr

Visionen für ein neues Itzehoe

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Studenten der HafenCity-Universität Hamburg entwickeln beim 10. Architektursommer auf Alsen viele Ideen

Eine Galerie an den Malzmüllerwiesen mit Cafés, Strandbar und Geschäften sowie offene Parks im Stadtkern – visionär, aber machbar erschienen die Lösungen, die Studenten auch in diesem Jahr für Itzehoe erarbeiteten. Zum zehnten Mal haben die Absolventen verschiedener Fachbereiche der HafenCity Universität (HCU) Hamburg im Architektursommer gearbeitet, das Motto lautete „Stadt neu (er)finden“.

Von Montag bis Donnerstag entwickelten die Studenten städtebauliche und -planerische Konzepten für die Kreisstadt, zum Abschluss gab es auf Alsen eine Feier mit der Band „Mighty Buffalo“ aus Dithmarschen, die schon seit dem ersten Mal im unterhaltsamen Teil dabei ist. Bereits seit April hatten die Studenten in einem Kurs aus drei verschiedenen Studiengängen ihre Entwürfe erarbeitet. Das städtebauliche Mittelzentrum Itzehoe teilten sie in fünf Gebiete auf, die sie zu viert analysierten und für die sie grobe städtebauliche Lösungen erarbeiteten und als Ideensammlungen zur Diskussion stellten. So sollten Baulücken gefüllt, die Fußgängerzone erweitert und das ehemalige Inefa-Gelände entwickelt werden.

Professoren und Dozenten verschiedener Hochschulen und Fachbereiche leiteten das Seminar, ihnen präsentierten die Studenten in den Räumen des Vereins „Planet Alsen“ ihre Entwürfe. „Itzehoe ist eine schöne Stadt, die ihr Potenzial oft nicht ausschöpft“, sagte Professor Bernd Kritzmann von der HCU Hamburg. „Hier können die Studenten das Gelernte anwenden.“

So wie Helen Schwochert (23) aus Dresden, die Stadtplanung in Hamburg studiert: „Ein Ansatz für Itzehoe, wo die Innenstadt ausstirbt und durch große Gewerbegebiete am Rand ersetzt wird, wäre, die Stadt und die historischen Strukturen belebter zu machen.“ So könne der Malzmüllerwiesen-Teich, der durch Büsche und Schilf überwuchert ist, erweitert und dadurch ins Bewusstsein zurückgeholt werden. „Auf der westlichen Seite gibt es mit dem Naturschutzgebiet ein kleines romantisches Ambiente, auf östlicher Seite könnte eine Promenade mit Cafés, einem Strand, Galerie und Geschäften angelegt werden, es könnten Ferienhäuser, Kanufahren und ein Panorama-Pavillon entstehen.“ Damit werde eine Achse von der Innenstadt über den See bis zur Stör wieder bewusster wahrgenommen.

Ein anderes Projekt beschäftigte sich mit dem Innenstadtgebiet um den Prinzeßhof und den Klosterhof als zwei ruhigen Zentren. Auch in diesem Fall lasse sich das Potenzial besser nutzen, indem die Kleinode mehr in die Stadt geholt würden. Obwohl es vielleicht nicht umsetzbar sei, es mache mehr Spaß, ohne Grenzen arbeiten zu können. Besonders positiv war für viele der interdisziplinäre Kontakt. Und Faya Youssef (22) aus Syrien, die in Hamburg Architektur studiert, sagte: „Man hat vor Ort einen besseren Eindruck vom Gebiet erhalten, über das man sich Gedanken gemacht hat und wo man viel entdecken konnte.“

Mit dem Designer Eimo Cremer aus Wolfsburg, der das Projekt seit zehn Jahren künstlerisch begleitet, bauten die Teilnehmer Skulpturen mit Dachlatten, die sich – ineinander gesteckt – selbst trugen.

Gastgeber Setus Studt vom Verein „Planet Alsen“ war zufrieden: „Außenstehende und Itzehoer Gäste konnten sich ein Bild machen und dabei die besondere Atmosphäre genießen.“


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erstellt am 23.Jul.2016 | 07:00 Uhr

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