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Norddeutsche Rundschau

10. Dezember 2016 | 11:51 Uhr

Städtebauförderung : Viele Hoffnungen, wenig Details

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

In einer Informations-Veranstaltung stellte die Stadt Itzehoe ihre Pläne zur Sanierung des Zentrums vor. Auch Privatleute können profitieren.

„Wir haben vor unsere Innenstadt zu verbessern“, beginnt Bürgermeister Andreas Koeppen seine Begrüßungsrede – und wird gleich unterbrochen: „Das wird auch Zeit“, ruft ein Zuhörer aus den vorderen Reihen. Koeppen nickt: „Ja, das stimmt.“ Genau aus diesem Grund solle das Zentrum Itzehoes in den nächsten 15 Jahren mit Mitteln aus der Städtebauförderung saniert werden. Über 50 Einwohner sind am Dienstagabend zu einer Informationsveranstaltung in der Auguste-Viktoria-Schule gekommen, um sich über die Pläne der Stadt zu informieren.

Was sie erwartet, ist harte Kost. Begriffe wie „Schlüsselmaßnahmen“, „Gebietsabgrenzung“ und „Attraktivisieren“ fallen im Vortrag von Andreas Kiefer, Projektleiter bei der Kieler Planungsfirma Big Städtebau. Das Unternehmen hat sich in sogenannten „Vorbereitenden Untersuchungen“ die Itzehoer Innenstadt genau angeschaut und nun ein „Integriertes Entwicklungskonzept“ erstellt – eine Art Generalplan für die bevorstehende Sanierung. Knapp 20 Millionen Euro sollen bis 2030 in 30 Einzelmaßnahmen investiert werden, so sieht es das Konzept vor. Die Neugestaltung des Bereichs rund um das Theater und des La-Couronne-Platzes sowie die Einrichtung eines Flächenmanagements sind die wichtigsten (wir berichteten).

„Das sind ja nur allgemeine Beschreibungen. Können sie die konkreten Maßnahmen benennen?“, kann ein Zuhörer nicht länger an sich halten. „Nein, kann ich nicht“, sagt Kiefer. Das Entwicklungskonzept sei nur ein Werkzeug, das aufzeige, was alles gemacht werden könnte. „Die konkrete Ausformulierung kommt in späteren Schritten. Jetzt schon Einzelheiten zu nennen wäre Glaskugel-Guckerei.“ Der Zuhörer lässt nicht locker: „Wie können Sie dann schon konkrete Investionssummen benennen?“ – „Die Zahlen basieren auf Schätzungen und Erfahrungswerten“, so Kiefer. Einige konkrete Antworten hat der Projektleiter aber dann doch parat – und zwar für Eigentümer, deren Häuser im zukünftigen Sanierungsgebiet liegen. Wenn sie ihre Immobilie renovieren, können sie ebenfalls von der Förderung profitieren. Größte Befürchtung unter den Anliegern: Die Stadt könnte Einfluss auf die Sanierung oder gar den Verkauf der Häuser nehmen. Eine Sorge, die Kiefers Kollege Matthias Holst für unbegründet hält: „So böse ist die Städtebauförderung dann doch wieder nicht.“

Am Ende der knapp zweistündigen Veranstaltung sind in den Gesichtern vieler Besucher noch Fragezeichen zu lesen: „Das waren jetzt sehr viele Informationen und Zahlen, mit denen ich als Laie nicht so viel anfangen kann“, sagt ein älterer Itzehoer. Er habe schon viele Sanierungen miterlebt und hoffe nur, dass es dieses Mal besser laufe.

Ein anderer Zuhörer ist ganz zufrieden: „Ich habe jetzt immerhin verstanden, mit welchen Methoden die Planer vorgehen wollen“, sagt er. Dass nicht alles auf einmal umgesetzt werden solle und man sich erst einmal ausgewählte Schwerpunkte suche, finde er gut. „Ich bin guter Hoffnung, dass wir da etwas bewegen können in Itzehoe.“

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erstellt am 01.Dez.2016 | 12:13 Uhr

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