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Norddeutsche Rundschau

07. Dezember 2016 | 17:32 Uhr

Viele Fragen an den Imam

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Geschichten und Anekdoten – so näherte sich Imam Abu Ahmed Jakobi der islamischen Religion von einer lebenspraktischen Seite. Vor knapp 70 Zuhörern hielt er im Restaurant Himmel und Erde den Vortrag „Einführung in den Koran und die Welt des Islams“.

Der Libyer blickte zurück auf das Jahr 1970, in dem er als Student nach Deutschland gekommen war, und die Schwierigkeiten in einem fremden Land. So habe er zum abendlichen Fastenbrechen im Ramadan verzweifelt etwas zu essen gesucht. An einer Hähnchen-Bude sei er fündig geworden. „Die Mehrheit der Muslime war genau in dieser Zeit als Gastarbeiter nach Deutschland gekommen. Es waren solche Fragen, die sich ihnen stellten.“ Moscheen seien in jener Zeit für viele Muslime die Schnittstelle zu ihrer Heimat gewesen, hätten großen Wert darauf gelegt, die Kultur der Herkunftsländer, insbesondere der Türkei, zu vermitteln.

Heute sei das anders, die zweite oder dritte Generation der Muslime sei integriert. „Meine Enkelkinder sind hier aufgewachsen. Hier ist ihre Heimat.“ Die Tendenz gehe zu einem deutschsprachigen Islam. Er selbst predige in den Hamburger Moscheen ausschließlich auf Deutsch.

Der Islamismus sei ein Phänomen, das auf Grund religiöser Entfremdung und der politischen Wirren im Mittleren Osten entstanden sei. „Viele Menschen denken, ich sei ein Terrorist. Was kann ich ihnen entgegnen?“, fragte ein junger Syrer. Jakobi antwortete mit einem langen Exkurs zur Entstehung des sogenannten Islamischen Staats. „Das kann ich nicht jedem erklären“, meinte der Syrer. Jakobi: „Ich weiß, es ist schwierig. Aber wir müssen den Menschen erklären, dass sie differenzieren zwischen Gewalt und Islam.“ Viele weitere Fragen kamen, die Zeit reichte nicht. „Wenn die Menschen mit Fragen nach Hause gehen, dann war der Vortrag gelungen“, resümierte Jakobi.

Drei Vortragsabende folgen noch auf Einladung des Kirchenkreises Rantzau-Münsterdorf an den kommenden Montagen um 20 Uhr im Himmel und Erde. Thema am 14. November: Die islamische Sicht auf andere Religionen und nichtreligiöse Menschen.

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erstellt am 09.Nov.2016 | 05:00 Uhr

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