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Norddeutsche Rundschau

10. Dezember 2016 | 17:48 Uhr

Viele Fäden – viele Farben

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Neue Webkunst-Ausstellung im Wenzel-Hablik-Museum zeigt „Die Geheimnisse des Alltäglichen“

„Das ist mir ja noch nie passiert“, sagt Museumsleiterin Katrin Maibaum, als sie anlässlich der Eröffnung der aktuellen Ausstellung im Wenzel-Hablik-Museum vom Künstler Peter Horn (79) einen Strauß Blumen bekommt. „Normalerweise schenke ich die Blumen“, sagt sie und muss lachen. „Ihr Ausstellungskonzept hat mich sofort überzeugt. Ein schönes Ergebnis“, lobt Horn.

Der 79-Jährige hat einen weiteren Strauß im Gepäck, den er Rotraut Kahle von der Heinz-Friedrich-Meyer-Stiftung zur Förderung der Webkunst in Lüneburg übergibt. Die Expertin ist eigens zur Eröffnung der Ausstellung angereist, blickt in ihrer Ansprache auf die Blütezeit der Tapisserie vor mehreren Jahrhunderten zurück und schlägt den Bogen bis in die Gegenwart und zu Peter Horn. Sie hebt Horns Technik der Zwei-Faden-Folge heraus, bei der der dickere Faden für die Festigkeit und Gleichmäßigkeit des Gewebes sorgt, während allein die vier dünneren sichtbar bleiben und so viele farbliche Nuancen liefern.

Einige Beispiele in der Ausstellung präsentieren Horns Weltraum-Thema, den Schwerpunkt bilden seine Tapisserien aus den vergangenen zehn Jahren, überschrieben mit dem Titel „Die Geheimnisse des Alltäglichen“. Die Motive stammen von verwackelten, verschwommenen Zufallsaufnahmen des Hobbyfotografen. In wochenlanger Handarbeit entsteht in einem seiner beiden Ateliers ein Webbild. „Ich brauche das Weben, ich will nur das“, sagt der Künstler.

In einer leidenschaftlichen Rede plädiert Horn für sein Handwerk, das sich immer wieder deutlich Richtung Kunst entwickelt. Er begrüßt etliche Kollegen aus dem gesamten Land und hofft, dass die uralte Kulturtechnik weiterhin fortbestehen möge. So kalauert Horn mit Blick auf das Internet: „Lass die Hand vom Web, nimm deine Hände und web!“


> Die Ausstellung „Bildweberei. Traditionell und modern“, die auch Wandbehänge von Elisabeth Hablik-Lindemann (1879-1960) zeigt, ist noch bis zum 22. Mai im Wenzel-Hablik-Museum, Reichenstraße 21, zu sehen. Geöffnet ist dienstags bis sonnabends 14 bis 17 Uhr, sonn- und feiertags 11 bis 17 Uhr.

> Am 19. Mai um 18 Uhr führt Peter Horn persönlich durch seine Ausstellung. Am 20. Mai von 15 bis 17 Uhr können Kinder unter Anleitung einer Handwebmeisterin bunte Webbilder herstellen.

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