zur Navigation springen

Norddeutsche Rundschau

09. Dezember 2016 | 06:57 Uhr

Kreishaus Itzehoe : Verwaltungsbau mit Campus oder Café

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Die Planungen für einen Kreishaus-Neubau gehen in eine neue Runde: Heute werden die Siegerentwürfe eines Ideenwettbewerbs präsentiert.

Ein gläsernes Eingangs-Foyer gegenüber dem Bahnhof, ein Café direkt hinter dem historischen Landratsamt und ein Wasserlauf im Innenhof – all das sind Ideen für das neue Kreishaus-
Quartier. Heute Abend werden offiziell die Siegerentwürfe eines Ideenwettbewerbs vorgestellt. Unsere Zeitung durfte bereits vorab Einblick nehmen. Besonders überraschend: Entgegen den Vorgaben sehen zwei der ausgewählten Entwürfe einen Erhalt des ehemaligen Bahnhofshotels und des Bollhardt’schen Gebäudes samt historischer Fassaden vor, um deren Fortbestand eine Bürgerinitiative kämpft.

Wer konkrete Pläne mit Detailansicht von Fassaden und perfekt durchgeplanten Gebäuden erwartet hat, wird allerdings enttäuscht. „Beim Ideenwettbewerb wurde ausdrücklich kein konkreter Gebäudeentwurf gesucht“, sagt Bauamtsleiterin Daniela Immich. Vielmehr sei es darum gegangen, ein grobes Konzept für die Bebauung des Quartiers zwischen Viktoria- und Poststraße zu entwickeln.

Unter den insgesamt 14 Entwürfen, die eingesandt wurden, seien „durchaus unterschiedliche Ansätze“. Futuristische Ideen, bei denen die bestehende Substanz modern umbaut werde, habe die Jury aus Politikern und Fachleuten gleich verworfen, so Immich. Auch eine Variante, die eine Einkaufspassage im Kreishaus-Komplex vorsehe, habe es nicht in die Endauswahl geschafft.

Übrig blieben schließlich fünf Arbeiten, die vor allem eines gemeinsam haben: Sie alle bebauen schwerpunktmäßig die Ränder des Quartiers zu den angrenzenden Straßen hin und lassen im Inneren Freiflächen in Form von Innenhöfen, Plätzen oder in einem Fall sogar eines zusammenhängenden Campus. „Die ausgewählten Entwürfe haben sich wirklich mit dem Ort auseinander gesetzt“, sagt Immich. „Alle lösen gut den Widerspruch zwischen der kleinteiligen Struktur um das Quartier herum und dem großen Verwaltungsblock auf.“ Dementsprechend sei der Jury die Auswahl nicht schwer gefallen, nach nur fünf Stunden sei man zu einer „sehr einhelligen Entscheidung“ gekommen.

Auffällig ist: Keiner der 14 eingesandten Entwürfe stammt von Stadtplanern aus dem Kreis Steinburg. Stattdessen haben Architektenbüros aus ganz Deutschland, Luxemburg und sogar Kanada teilgenommen. Die Siegerentwürfe kommen ausschließlich von Stadtplanern aus Hamburg und Berlin.

Bevor die ausgewählten Entwürfe an die Autoren zur Überarbeitung zurückgegeben werden, beginnt nun eine Phase der Diskussion. Dazu Daniela Immich: „Alle Interessierten sind eingeladen, die Ausstellung der prämierten Arbeiten zu besuchen und sich aktiv am weiteren Verfahren zu beteiligen.“

Die Ausstellung aller eingereichten Arbeiten wird heute um 18 Uhr im Historischen Landratsamt, Viktoriastraße 16, eröffnet und ist dort bis zum Ende der Woche zu sehen. Danach werden die fünf Siegerentwürfe bis zum 3. Juni an wechselnden Orten, unter anderem in allen Amtsverwaltungen des Kreises, zu sehen sein. In moderierten Workshops können die Bürger schließlich über die Entwürfe diskutieren und ihre Ideen miteinbringen. Diese finden am Montag, 6. Juni, von 16 bis 20 Uhr, am Dienstag, 7. Juni, von 16 bis 20 Uhr und am Sonntag, 12. Juni, von 12 bis 16 Uhr im Regionalen Berufsbildungszentrum (RBZ) statt. Anmeldung ist nicht nötig.

 

Karte
zur Startseite

von
erstellt am 18.Mai.2016 | 05:00 Uhr

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Themen zu diesem Artikel:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen