zur Navigation springen

Norddeutsche Rundschau

05. Dezember 2016 | 09:35 Uhr

Glückstadt : Vermieter kümmert sich um nichts

vom
Aus der Redaktion der Glückstädter Fortuna

Mieter eines Wohnblocks in Glückstadt Nord fühlen sich um ihr Geld geprellt: Sie zahlen für Leistungen, die nicht erbracht werden.

„Wir zahlen für Flurreinigung, Gartenpflege und den Hausmeisterdienst, aber geleistet wird davon nichts“, sagt Magareta Nieseck (81). Die Rentnerin wohnt in einem Wohnblock im Stadtteil Nord. Sie und ihre Nachbarin Lieselotte Schipmann (79) fühlen sich von ihrem Vermieter getäuscht. Seit zweieinhalb Jahren ist er Eigentümer des Gebäudes und seitdem habe sich vieles zum Negativen gewendet. Sie hätten häufig versucht, ihn über die Missstände zu informieren, doch er habe nie geantwortet. Auch auf Anfragen unserer Zeitung reagierte er nicht.

In dem Wohnblock von Nieseck und Schipmann bleiben Flur und Keller dunkel und dreckig. „Der Vermieter hat uns dort den Strom abgestellt. Jetzt gehen auch die Klingel und der Türöffner nicht mehr“, sagt Nieseck. Und wenn die Frauen in den Keller gehen, dann nur mit einer Taschenlampe. Dort stapeln sich in einem Gemeinschaftsraum Müllsäcke und Kartons. Nach den starken Regengüssen der vergangenen Tage steht auch das Wasser in dem Raum. „Ich will nicht wissen, was sich da an Ungeziefer versteckt.“ Hinter einer anderen Tür stehen Waschmaschine und Trockner des Wohnblocks. Beide auf provisorischen Unterbauten, damit sie nicht im Wasser stehen müssen.

Auch in den Wohnungen der Mieter würden Mängel nicht beseitigt werden, lauten die Beschwerden. Nur einmal seien Handwerker vom Gebäudeeigentümer ins Haus geschickt worden. „Da haben wir neue Wasseruhren bekommen, aber die wurden entweder nicht ansehnlich oder gar nicht verkleidet“, sagt Magareta Nieseck. Und Lieselotte Schipmann berichtet, ihr Enkelsohn habe aufgrund der offen liegenden Wasserleitungen im Badezimmer Angst, dort allein zu sein.

Die Frauen sagen, sie hätten auf verschiedenen Wegen versucht, Kontakt zum Vermieter aufzunehmen, um sich zu beschweren, doch reagiert habe er nie. „Wir haben ihn hier vielleicht drei Mal persönlich gesehen. Und wenn ich Anrufe, geht er nicht ran“, sagt Nieseck. Einmal habe sie mit dem Telefon eines Bekannten angerufen. Da habe er abgenommen, sie gebeten, in einer Minute nochmals anzurufen und sei nicht wieder ans Telefon gegangen.

Da nichts passierte, schaltete Schipmann einen Rechtsanwalt ein. Dieser habe ebenfalls versucht, Kontakt zu ihrem Vermieter aufzunehmen, doch auch diese Anrufe seien ignoriert worden. In einem Brief an den Eigentümer listete der Anwalt dann sämtliche Mängel auf mit der Forderung, diese zu beheben. Und die Mängelliste ist lang: die Fenster im Schlafzimmer schließen nicht, die Therme ist kaputt, Müll im Garten und auf dem Balkon. Auch die Regenrinnen und Fallrohre seien verstopft. „Wenn es regnet, ist es wie ein Wasserfall vor dem Fenster.“

Mittlerweile hat die Rentnerin das Fenster selber reparieren lassen und die Kosten dafür von der Miete abgezogen. Doch auch darauf reagiere der Wohnungseigentümer nicht. „Wenn ich jetzt auch den kaputten Wasserboiler austauschen lasse und das mit der Miete verrechne, zahle ich ihm kaum noch etwas.“

Dabei müsste der Eigentümer des Wohnblockes die Mängel an der Mietwohnung innerhalb einer angemessenen Frist beheben, so schreibt es das Gesetz vor. Wenn der Vermieter sich weigert die Mängel zu beheben oder sich gar nicht rührt, kann der Mieter auf Mängelbeseitigung klagen. Dies ziehen die beiden Frauen auch in Erwägung. Magareta Nieseck und Lieselotte Schipmann wollen weiter für ihr Recht kämpfen, denn ihre Wohnungen in dem Block aufgeben wollen sie nicht.

Karte
zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Themen zu diesem Artikel:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen