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Norddeutsche Rundschau

31. August 2016 | 00:32 Uhr

Bahnanbindung Glückstadt : Verkehrsminister gegen HVV-Beitritt

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Ein Jahr Nordbahn - Reinhard Meyer ist zufrieden / Glückstädter Pendler im Gespräch mit Geschäftsführer der Gesellschaft für Nahverkehr im Zug

Seit einem Jahr fährt die Nordbahn auf den Strecken von Hamburg nach Itzehoe und nach Wrist. Wirtschaftsminister Reinhard Meyer zieht im Gespräch mit unserer Zeitung aus diesem Anlass eine positive Zwischenbilanz bei einem Treffen auf dem Altonaer Bahnhof: „Nach den Anfangsproblemen haben wir jetzt einen guten Stand erreicht. Wir sind zukunftsfähig aufgestellt für das, was wir in der Region gebrauchen. Ab Elmshorn sind zwölf zusätzliche Züge realisiert worden und mehr geht nicht, da uns das dritte Gleis zwischen Elmshorn und Pinneberg fehlt.“ Zum HVV-Beitritt des Kreises Steinburg machte er allerdings keine große Hoffnungen: „Wir werden den Kreis nicht aufhalten, denn der Beitritt zum Hamburger Verkehrsverbund klingt verlockend, aber er ist teurer als der Schleswig-Holstein Tarif und das Land wird sich an einer Finanzierung zurzeit nicht beteiligen.“

Bereits am Morgen trafen sich Bernhard Wewers, er ist Geschäftsführer der Gesellschaft für den Nahverkehr in Schleswig-Holstein (NAH.SH), und sein Mitarbeiter Jochen Kiphard, er ist für die Fahrpläne zuständig, mit den Glückstädtern Heiko Schlüter und Stefan Goronczy um 6.46 Uhr am Glückstädter Bahnhof für eine Fahrt mit der Nordostsee-Bahn (NOB) nach Hamburg. Im Gespräch ging es um die Bahnanbindung von Glückstadt und die Qualität der Zugverbindungen. Heiko Schlüter ist der Meinung, dass es ab März im großen und ganzen zwar besser geworden ist, aber er wünscht sich mehr Halte der NOB und der Nordbahn. „Am Abend und am Wochenende ist ein Halt pro Stunde zu wenig für uns.“ Und ein zusätzlichr „Schülerzug“ am Morgen nach Itzehoe sei erforderlich.

Wewers berichtet, dass dem Land in diesem Jahr mehr Geld für die Bahn zur Verfügung steht. „Bis Sommer werden wir die Wünsche sammeln, dann wird der Minister entscheiden. Für Glückstadt haben wir bereits mehr Halte durch einen zusätzlichen Zug der Nordbahn eingerichtet, dafür zahlt das Land jährlich eine Million Euro.“

Mit der Pünktlichkeit ist Bernhard Wewers im vergangenen Jahr nicht zufrieden gewesen, aber ab Januar ist eine Quote über 95 Prozent erreicht worden. „Das kann sich aber durch die anstehenden Baustellen in Tornesch und Pinneberg wieder ändern. Nur wenn alles passt, läuft der Verkehr wie ein Uhrwerk.“

Der Glückstädter Pendler Jens Rembacz ergänzt: „Jeder Tag ist ein Glücksspiel. Ab März ist es zwar besser geworden, aber Verspätungen werden oft nicht angesagt und die Verspätungen der NOB sind auch auf der Internetseite des NAH.SH nicht angezeigt.“

Immerhin wird bei Verspätungen ab 20 Minuten die Hälfte des Fahrpreises erstattet. Jens Rembacz und Heiko Schlüter fahren lieber mit der NOB als mit der Nordbahn, denn der Zug hält bis Altona nur einmal in Elmshorn. „Dadurch ist die Fahrt ruhiger und entspannter.“

Die Fahrgastzählungen im vergangenen Jahr haben ergeben, dass die Zahl der Mitfahrer insgesamt zurückgegangen ist. Wewers: „Im ganzen Land ist die Nutzung der Bahn leicht rückläufig, aber in Glückstadt ist sie überproportional zurückgegangen. Die genauen Zahlen werden wir nach der Auswertung des letzten Quartals aus 2015 im März diesen Jahres veröffentlichen.“ Die Fahrgastzählung hat auch ergeben, dass von den Glückstädter Bahnpendlern ein Drittel nach Altona fährt und zwei Drittel zum Hauptbahnhof. Bei der durchgeführten Haushaltsbefragung in Glückstadt ist die Qualität der Züge gut bewertet worden, aber die Fahrplanzeiten bekamen schlechte Noten.

Ab kommenden Dezember wird die Strecke der Marschbahn von Hamburg nach Westerland von der Regionalbahn der Deutschen Bahn betrieben. Sie hatte die Ausschreibung gegenüber der Nordostsee-Bahn gewonnen. Damit wird sich der Fahrplan aber nicht ändern. Die Wagen und das Personal werden übernommen, lediglich neue Lokomotiven werden bereits im Laufe des Jahres eingesetzt.

Den Vorschlag von Heiko Schlüter, dass Zugfahrer am Fahrkartenautomaten in Glückstadt auch HVV-Tickets kaufen können sollten, findet Bernhard Wewers gut. Nach Rücksprache mit seiner Geschäftsstelle muss er aber passen: „Technisch wäre das machbar, aber der HVV lehnt es ab, da Glückstadt nicht zum Tarifgebiet gehört.“

Als Minister Reinhard Meyer und Bernhard Wewers von Altona kommend mit der Nordbahn in Elmshorn ankommen, werden sie von einem großen Bahnhof empfangen. Der Elmshorner Bürgermeister Volker Hatje und seine Amtskollegen – sie alle haben Bahnhöfen im Kreis Pinneberg – steigen ein, um auf der Fahrt nach Hamburg das einjährige Bahnbestehen der Nordbahn zu begehen.

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erstellt am 13.Jan.2016 | 05:22 Uhr

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