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Norddeutsche Rundschau

11. Dezember 2016 | 01:25 Uhr

Verkehr : Verhüllt: Weg mit dem Schilderwald

vom
Aus der Redaktion der Glückstädter Fortuna

Aktion von Stadt und ADAC: Zwei Wochen wird getestet, ob Glückstädter und Auswärtige ohne Halteverbote auskommen

Tüte rüber und mit Klebestreifen fest machen: Richard Sibbert hatte gestern viel zu tun. Der Mitarbeiter der Stadtwerke verhüllte mehr als 100 Parkverbotsschilder in der Innenstadt. Eine Aktion der Stadt Glückstadt in Zusammenarbeit mit dem ADAC.

Zwei Wochen dauert die Testphase. Ausprobiert wird, ob es auch ohne Schilder geht. Wenn ja, kommen sie weg. Denn die Stadt Glückstadt will weg vom „Schilderwald“. Und auch der ADAC hat daran ein Interesse: „Wir wollen klare Verkehrsregeln“, sagte ADAC-Verkehrs-Ingenieur Carsten Carstensen. „Und für die Kraftfahrer ein positives Angebot an Parkmöglichkeiten schaffen. Der ruhende Verkehr ist von Verboten geprägt.“

Weil es so eine einmalige Angelegenheit ist, kam gestern auch Hans-Jürgen Feldhusen, Vorstandsmitglied für Verkehr und Technik beim ADAC. „Ich kann die Stadt Glückstadt nur beglückwünschen, dass sie so ein heikles Thema angeht.“ Nicht nur, dass Schilder Geld kosten würden, sie würden auch den Verkehrsteilnehmer ablenken. „Eine ganz tolle Geschichte“, erklärte Feldhusen. „Ich würde mich freuen, wenn auch andere dem Beispiel folgen würden.“ Wichtig ist ihm, dass die Bürger Verständnis dafür zeigen, dass es auch ohne diese Schilder geht.

Eine etwas nasse Angelegenheit war das Schilderabhängen für Carsten Carstensen, der den ganzen Tag mit Elke Bertram und Jürgen Kewitz vom Ordnungsamt, Frank Schneider von der Polizei und Sibbert in der Innenstadt unterwegs war. Jedes in Frage kommende Schild wurde nochmal angesehen, und gemeinsam wurde entschieden es abzuhängen. Wobei die Beteiligten sich das gesamte Verkehrskonzept bereits im Vorwege angesehen hatten. Entsprechend ging die Arbeit flott voran.

Die Vorbereitungen für die Beseitigung des Schilderwaldes haben insgesamt ein Jahr gedauert. „Die Anzahl der Verkehrszeichen ließe sich noch einmal deutlich reduzieren, wenn die bereits in der Innenstadt geltenden 30er-Zonen auch noch auf die vier Flethachsen übertragen werden“, sagte Carsten Carstensen bei der Begehung. Ob sich sein Vorschlag tatsächlich umsetzen lässt, muss abgewartet werden. Denn dafür wird eine Anordnung der Verkehrsaufsichtsbehörde des Kreises benötigt. Und die darf der Kreis für eine innerstädtische Hauptverkehrsstraße wie den Fleth nach den jetzigen Verwaltungsvorschriften zur Straßenverkehrsordnung nicht erteilen. Deshalb hat die Stadt jetzt den Landesbetrieb für Straßenbau und Verkehr in Kiel eingeschaltet. Die Bitte lautet: Eine Ausnahme für das Pilotprojekt zu erteilen.

„Sollte das von Stadt und ADAC angedachte Konzept letztendlich eins zu eins umgesetzt werden können, hat Bürgermeisterin Manja Biel bereits zwei Zahlen in Petto“, sagt Jürgen Kewitz. 20 neue Schilder würden in der Innenstadt dazukommen. Im Gegenzug fielen vermutlich sogar mehr als 150 Verkehrszeichen weg, die weder umgefahren werden können, übergeklebt oder später altersbedingt ersetzt werden müssen.





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erstellt am 10.Aug.2016 | 04:45 Uhr

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