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Norddeutsche Rundschau

09. Dezember 2016 | 03:11 Uhr

Ehrenamt : Unvergesslicher Tag in Dresden

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Michael Herold aus Heiligenstedten gehörte zur Bürgerdelegation des Landes bei der zentralen Feier am Tag der deutschen Einheit.

15 ehrenamtlich aktive Frauen und Männer aus Schleswig-Holstein reisten vergangenes Wochenende mit Ministerpräsident Torsten Albig und Innenminister Stefan Studt an der Spitze nach Dresden, um an den zentralen Feierlichkeiten zum Tag der Deutschen Einheit teilzunehmen. „Es war ein bewegendes Erlebnis“, sagt Michael Herold. Der Heiligenstedtener gehörte zu der Bürgerdelegation und stand gestern noch ganz unter dem Eindruck der insgesamt dreitägigen Reise, mit der die Landesregierung ehrenamtliche Leistung würdigt – stellvertretend für alle, die sich in Schleswig-Holstein freiwillig einsetzen. Im Falle des 52-jährigen Heiligenstedteners dessen 17 Jahre unermüdliche Arbeit für die Schulpartnerschaft mit Leguruki in Tansania.

Die Einladung der Staatskanzlei ist besonderes Zeichen der Anerkennung fürs Ehrenamt. In Schleswig-Holstein sei jeder zweite Bürger ehrenamtlich tätig, unter ihnen sucht die Staatskanzlei jene aus, die am Tag der deutschen Einheit die Schleswig-Holsteiner vertreten. Michael Herold war im vergangenen Jahr eingeladen, hatte aber gesundheitlich bedingt nicht teilnehmen können. Das wurde in diesem Jahr nachgeholt.

„Die drei Tage werden mir unvergesslich bleiben“, so Herold. „Es war alles super organisiert, und wir waren eine sehr nette Gruppe.“ Am Sonntag ging es per Bahn nach Dresden, in Großraumlimousinen wurde die Gäste zum Hotel gebracht. Von dort lief die Gruppe zunächst zur Trinitatiskirche. Dort gab es für die Bürgerdelegierten aus allen Bundesländern eine Führung nebst Orgelkonzert. Im Innenhof des Zwingers nahmen sie an einer etwa 100 Meter langen Kaffeetafel Platz und wurden von Sachsens Ministerpräsident Stanislaw Tillich begrüßt. Jeder Delegation wurde ein Scout von der sächsischen Staatskanzlei zugewiesen, der die Besucher begleitete, beispielsweise abends durch die Stadt und zum Empfang beim Bürgermeister. Im Sitzungssaal ließen sich die Gäste auf großen Kissen nieder und erlebten eine Lichtillumination an der Saal-Decke. Nach dem Abendessen war das andere Elbufer Ziel, von wo aus ein 15-minütiger Film auf das Gebäudeensemble um die Trinitatiskirche projiziert wurde und den Zuschauern deutsche Geschichte, insbesondere Bürgerbewegung und Wiedervereinigung, präsentierte. Ein Feuerwerk mit Händel-Musik im Hintergrund bot einen perfekten Tagesabschluss.

Besonders eindrucksvoll gestaltete sich dann der Tag der deutschen Einheit. Der begann mit einem Gottesdienst in der Frauenkirche, an dem auch Bundespräsident Joachim Gauck und Bundeskanzlerin Angela Merkel teilnahmen. Eine „sehr, sehr schöne“ Stunde, der der Festakt in der Semperoper folgte. „Dort wurde ein tolles Programm geboten“, erzählt Michael Herold und hebt die Festrede von Bundestagspräsident Norbert Lammert hervor, der intelligent den historisch-gesellschaftlichen Bogen schlug – eine emotionale Rede gegen rechtspopulistische Strömungen. „Der ganze Saal stand hinter ihm, er erhielt unheimlich großen Applaus.“ Später schloss sich im Kongresszentrum der Empfang mit Bundespräsident Gauck an. Alle Bürgerdelegierten fanden sich in einem Raum zusammen, immer an der Seite der Schleswig-Holsteiner blieben Albig und Studt. „Das bedeutete Wertschätzung für das, was man geleistet hat“, meint Herold. Ein Empfinden, das er mit den anderen Delegierten teilte. „Alle waren begeistert.“ Auch vom Bundespräsidenten. Gauck kam zu den Delegierten. „Er hat jeden begrüßt, gefragt wo er herkommt und über das Projekt gesprochen.“

Michael Herold initiierte vor 19 Jahren das Partner-Projekt zwischen der Schule in Leguruki und der Julianka-Schule in Heiligenstedten. Bis vor zwei Jahren leitete er es, seither hat der Leguruki-Förderverein alle Fäden in der Hand. „Ich bin froh, dass es Nachfolger gibt, die die Arbeit engagiert fortführen“, betont Herold. Erst vergangene Woche waren Lehrer aus Leguruki im Kreis Steinburg zu Gast (siehe Bericht unten). Und: „Die Schulpartnerschaft ist gewachsen.“ Heute sind auch der Kindergarten Oldendorf und das Sophie-Scholl-Gymnasium Itzehoe dabei, womit altersübergreifende Bildung für nachhaltige Entwicklung vermittelt und erlebt werden kann. 

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erstellt am 06.Okt.2016 | 17:00 Uhr

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